Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
10. Februar 2012
Bürgermeister lobt: "Auf ihn war immer Verlass"
Abschied von Badenweilers Hauptamtsleiter Roland Belle.
BADENWEILER. "Alles hat seine Stunde", zitierte Bürgermeister Karl-Eugen Engler, als er Hauptamtsleiter Roland Belle nach 48 Dienstjahren im Rathaus von Badenweiler in den Ruhestand verabschiedete. Unter den zahlreichen Zuhörern der Ratssitzung am Montag waren auch langjährige Wegbegleiter, darunter der frühere Bürgermeisterstellvertreter Hansjörg Thoma und der ehemalige Rechnungsamtsleiter Willi Trautwein.
Roland Belle sei Ansprechpartner für 60 Mitarbeiter gewesen und habe 20 Verwaltungsfachangestellte durch ihre Ausbildung begleitet, erzählte der Bürgermeister. Als Personalchef habe er das beispielhaft kollegiale Verhältnis unter den Mitarbeitern aufgebaut und über fünf Jahrzehnte hinweg geprägt. "Auf ihn konnte sich die Verwaltung immer verlassen", hob Karl-Eugen Engler hervor.
Begonnen hatte Roland Belle 1964 als 16-Jähriger unter Bürgermeister Rudolf Bauert, der ihm 1977 das Hauptamt und 1999 zusätzlich das Bauamt übertragen hat. Jetzt hat der Amtsleiter zwar seine Arbeitsphase der Altersteilzeit beendet, aber noch nicht das Dienstverhältnis. Das dauert noch bis August 2014. Engler, der seit 1991 Bürgermeister ist, lobte Roland Belle als "zuverlässigen, gewissenhaften, aber auch kritischen Mitarbeiter". Auf dessen Schreibtisch habe stets viel gelegen, aber nie sei etwas liegen geblieben.
Werbung
Roland Belle habe über 33 Jahre lang den Verwaltungsbereich des Abwasserzweckverbandes Weilertal betreut und als Hauptamtsleiter alle Rats-, Ausschuss-, Klausur- und Ortschaftsratssitzungen hervorragend vorbereitet und allein für den Gemeinderat rund 19 000 Protokollseiten verfasst, rechnete Karl-Eugen Engler nach. Das Hauptamt erfordere fundierte Fachkenntnis in vielen Bereichen der öffentlichen Verwaltung, aber auch gutes Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Bürgern. Beides könne er Roland Belle bescheinigen, sagte Engler. Er genieße in der Bevölkerung hohe Anerkennung. Seine Außenwirkung sei so stark, weil er mit seiner Arbeit das Selbstverständnis der Gemeindeverwaltung geprägt habe.
Von Anfang an sei die Zusammenarbeit sehr gut gewesen, getragen von gegenseitigem Respekt und von Belles Loyalität und seiner freundlichen, zurückhaltenden und unvoreingenommenen Art, betonte der Bürgermeister und ergänzte – weil sie sich seit kurzem duzen: "Lieber Roland, du hast mir gut getan".
Blumen für Ehefrau Renate Belle und Geschenke für den jungen Pensionär überbrachte nicht nur Engler, sondern auch Bürgermeisterstellvertreter Hans-Dieter Paul. Belle zeichne seine Loyalität zum Bürgermeister und seine offene Direktheit aus, betonte Paul und dankte namens des Gemeinderats: "Du hast jederzeit alle Fragen in Ruhe beantwortet." Auch Gemeinderat Claus Becker dankte für die "zutiefst menschliche, höfliche Art" und bedauerte das Ende einer Ära.
"Wenn dir dein Beruf Spaß macht, brauchst du nie mehr zu arbeiten." Dieses Zitat habe immer für ihn gegolten, sagte Roland Belle. Er dankte seinen Kollegen und besonders dem Bürgermeister für das freundschaftliche Miteinander.
Dass die Verwaltungsspitze auch ohne Worte harmoniert, war beim Abschied sogar optisch erkennbar, denn beide, Karl-Eugen Engler und Roland Belle, trugen rosarote Hemden und versicherten glaubhaft: "Das war nicht abgesprochen."
Autor: Sigrid Umiger
