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16. September 2014 15:07 Uhr

Bahnhof Müllheim nach Badenweiler

Drei neue Buslinien am Abend

Bessere Abendverbindungen vom Bahnhof Müllheim in die Stadt und nach Badenweiler, das verlangen Busbenutzer schon lange. Jetzt geht der Wunsch mit drei zusätzlichen Abendlinien in Erfüllung.

  1. Die SWEG-Buslinie 111 vom Bahnhof Müllheim nach Badenweiler wird gut frequentiert, nicht nur von Schülern. Foto: sigrid umiger

Die Kommunen Müllheim und Badenweiler wissen, dass eine Optimierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) notwendig und möglich, aber nicht kostenlos realisierbar ist. Mit dem neuen Winterfahrplan sollen in den Abendstunden drei zusätzliche Busse der SWEG auf der Linie 111 fahren. Die interkommunale Vereinbarung zwischen Müllheim und Badenweiler über eine Laufzeit – probeweise für ein Jahr – und die Kostenteilung wurde am Montag in der Ratssitzung Badenweiler einhellig begrüßt.

Für Züge, die werktags nach 20.39 Uhr und an Wochenenden nach 19.39 Uhr am Bahnhof Müllheim ankommen, gibt es derzeit keine Busverbindungen. Im Arbeitskreis Mobilität sei der Bedarf beider Kommunen vom Bahnhof Müllheim bis Badenweiler erörtert worden, erklärte Hauptamtsleiter Florian Renkert in der Ratssitzung. Zur Optimierung sollen an Werktagen von Montag bis Freitag drei weitere Busse fahren, zwischen 20.11 Uhr und 22.15 Uhr – Abfahrt ab Bahnhof Müllheim – und bis zum Parkplatz West in Badenweiler. Die letzte Abfahrt in Badenweiler ist um 22.40 Uhr, späteste Ankunft am Bahnhof um 22.55 Uhr, informierte Renkert und berichtete, dass die SWEG laut Angebot die Kosten der zusätzlichen Busverbindungen auf 40 000 Euro im Jahr beziffere.

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Die Stadt Müllheim habe sich auf Anfrage der Gemeinde Badenweiler freundlicherweise bereit erklärt, die gemeinsamen Interessen beider Kommunen zu bündeln und finanziell in Vorleistung zu gehen, sagte Bürgermeister Karl-Eugen Engler. Mit dem Fahrplanwechsel – Mitte Dezember 2014 – registrieren Busfahrer stichprobenartig die tatsächlichen Nutzer sowie deren Zu- und Ausstiege. Anhand der erhobenen Fahrgastzahlen werden die Kosten geteilt und von Badenweiler halbjährlich an die Stadt Müllheim erstattet, so Engler. Im laufenden Haushalt seien dafür 10 000 Euro eingestellt.

Die Fahrgastzahlen zeigen auch beiden Kommunen, ob die drei zusätzlichen Bus linien dem Bedarf entsprechen, erweitert oder verkürzt werden müssen. Nach der einjährigen Testphase werde man erneut diskutieren, betonte der Bürgermeister.

Warum die Busse nicht auch am Wochenende eingesetzt werden, fragte Gemeinderätin Andrea Wießler (CDU). Das würde zusätzlich 25 000 Euro im Jahr kosten, sagte Hans-Dieter Paul (SPD) und gab zu bedenken, dass für Veranstaltungen in Basel oder Freiburg die letzte Abfahrt am Bahnhof Müllheim, um 22.15 Uhr, viel zu früh sei. An Werktagen sei die Zeit aber gut für Berufspendler, Ausflügler oder Jugendliche, die in Vereinen engagiert sind. Wenn dieser erste Schritt angenommen werde, was er hoffe, könne man über weitere Linien nachdenken, meinte Hans-Dieter Paul. Dem schloss sich Claus Becker (FWG) an. Auch seiner Sicht ist auch eine spätere Busverbindung notwendig.

Leider gelte das neue Busangebot nicht für die Bürger in Lipburg-Sehringen und in Schweighof stellte Gemeinderat Dirk Beckert (CDU) fest. Das bedauerte auch Gemeinderätin Angelika Mehl (Grüne). Sie schlug vor, dass Badenweiler die Verkehrsanbindung innerorts stärke solle, etwa durch verlängerte Fahrzeiten der "Esel-Taxis".

Er begrüße die interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Müllheim und sei sicher, dass man die drei neuen Buslinien auch touristisch nutzen könne, betonte Gemeinderat Christian Baltes (CDU). Das sei gut für Bürger aus Nachbargemeinden, die in der Cassiopeia-Therme Abendangebote nutzen wollen. Außerdem könnten die Ladengeschäfte längere Öffnungszeiten anbieten.

Das Thema wird in der kommenden Ratssitzung auch in Müllheim diskutiert.

Autor: Sigrid Umiger