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09. Oktober 2015

Erfolgreiche Kur für das Kurhaus

Nach umfangreicher Sanierung und Modernisierung wird zentrale Einrichtung des Kurortes Badenweiler feierlich übergeben.

  1. Ihre Freude über das sanierte und modernisierte Kurhaus von Badenweiler teilen (von links) der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster, Rolf Sutter (Vermögen und Hochbau), Michael Borrmann (Leitender Baudirektor), Rolf Schumacher (Ministerialdirektor im Landesfinanzministerium), Bürgermeister Karl-Eugen Engler, BTT-Geschäftsführer Michael Schmitz und Ministerialdirigent Walter Leibold. Foto: Michael Behrendt

BADENWEILER. Ein Kurhaus musste in Kur. Und die ist jetzt – zumindest fürs Erste – erfolgreich abgeschlossen. Die Rede ist von Kurhaus in Badenweiler, das seit 2011 saniert und modernisiert wurde. Die Fertigstellung wurde am Donnerstagvormittag im Annette-Kolb-Saal des Hauses mit einer kleinen, aber feinen Veranstaltung gebührend gefeiert. Es war ein großer Tag für Badenweiler, ist doch das nun zeitgemäß hergerichtete Kurhaus neben der Cassiopeia Therme der Dreh- und Angelpunkt im Kurbetrieb. Die Bedeutung dieses Anlasses unterstrich denn auch die hochkarätige Gästeliste.

Hochrangiger Besuch war nach Badenweiler gekommen, um das nun sanierte und modernisierte Kurhaus feierlich seiner Bestimmung zu übergeben. Kein Wunder, gehört die Immobilie doch dem Land, das sie für 7,5 Millionen Euro für eine zeitgemäße Nutzung saniert und modernisiert hat. Begrüßen konnten Bürgermeister Karl-Eugen Engler und Michael
Schmitz, Geschäftsführer der Badenweiler Thermen und Touristik GmbH (BTT), Rolf Sutter, den Leiter von Vermögen und Hochbau beim Landesfinanzministerium, Michael Borrmann, Leitender Baudirektor bei Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Freiburg, sowie Ministerialdirektor Rolf Schumacher vom Landesfinanzministerium. Darüber hinaus waren unter den Gästen Gemeinderäte, Vertreter von am Projekt beteiligten Firmen und Behörden sowie mit dem Kurhaus verbundene Persönlichkeiten. Musikalisch umrahmt wurde die feierliche Stunde vom Ensemble Prima La Musica.

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Zunächst begrüßte Baudirektor Borrmann von der federführenden Vermögen und Bau die Gäste und wies darauf hin, dass das Kurhaus nach einer 40-jährigen Nutzung eine grundlegende Sanierung und Modernisierung benötigte. Mit diesen Arbeiten ging auch ein neues Nutzungskonzept einher. Damit soll die Attraktivität des Hauses gesteigert und modernen Anforderungen eines Kurbetriebes angepasst werden. Insbesondere gehören dazu die nun im Kurhaus befindliche Tourist-Info mit Bistro und Küche sowie das BTT-Veranstaltungsmanagement. Die BTT vermarktet auch das Kurhaus, das 1972 übrigens mit dem "Großen Hugo-Häring-Preis", einem renommierten Architekturpreis, ausgezeichnet wurde, für unterschiedlichste Veranstaltungen.

Auch Rolf Sutter, der für den verspäteten Ministerialdirektor Schumacher einsprang, wies in seiner Rede darauf hin, dass das Kurhaus in die Jahre gekommen war und das denkmalgeschützte Gebäude einer Schönheitskur bedurfte. Mit dem sanierten Haus als einem gesellschaftlichem Mittelpunkt Badenweilers werde nun auch der Kurort aufgewertet. Zu den Zielen des Landes gehöre eine nachhaltige Liegenschaftsversorgung. Mehr als eine Milliarde Euro werde das Land zwischen 2011 und 2016 in Liegenschaftssanierungen investieren. Mit der Investition ins Kurhaus sei Badenweiler als Kur- und Ferienort jedenfalls gerüstet. Vielfältige Nutzungen seien in den Räumen des Hauses möglich. Ebenso habe die BTT ihren Platz gefunden.

Doch nicht nur innen und in der Hülle des Kurhauses hat sich viel verändert, sondern auch außen einiges. Damit wies Sutter auf den Schlossplatz hin, dessen Gestaltung auf die neuen Anforderungen an das Kurhaus hin zugeschnitten wurde. Über den Platz ist das Kurhaus nun besser angebunden. Der Platz wurde erweitert und neu geordnet. Es gibt behindertengerechte Parkplätze zur besseren Erreichbarkeit der Tourist-Info. Und, so Sutter, das Kurhaus komme nun optisch besser zur Geltung. Sutters Dank richtete sich an alle, die an der Umsetzung des Projektes bei laufendem Betrieb beteiligt waren. Die Abstimmung sei sehr gut und eng gewesen.

Gesteigerte Energieeffizienz

Auch versäumte es Sutter nicht, das neue, moderne Brandschutzkonzept des Hauses zu erwähnen. Ebenso wies er auf die gesteigerte Energieeffizienz des Hauses hin. Mit einer Dreifach-Wärmeschutzverglasung geht eine CO2-Einsparung rund 112 Tonnen pro Jahr einher. Sutters Fazit: Die 7,5 Millionen Euro Investition sind gut angelegtes Geld.

Bürgermeister Engler freute sich, dass das Kurhaus nun "in neuem Glanz" erstrahlt. Zudem erinnerte er daran, dass es vor der Sanierung Zeiten gab, zu denen Wasser von den Decken tropfte und, dass die ursprünglichen Anforderungen an das Haus aus den 1960er Jahren stammten. Doch 2007 kam die politische Zusage, dass die Sanierung in Angriff genommen wird. Er hätte allerdings nicht gedacht, dass die Umsetzung eine Bürgermeister-Amtsperiode dauern würde. Mit seinem Dank an alle am Projekt Beteiligten verband Engler die Bitte, mit dem anvisierten dritten Bauabschnitt (siehe Info) möglichst bald zu beginnen.

Die Kurhaussanierung, so Engler weiter, habe im Ort einiges bewegt. Der Bürgermeister verwies auf den Umzug der BTT ins Kurhaus, womit im Rathaus Räume frei wurden. Damit wurde der Umzug des Literaturmuseums (Tschechow-Salon) dorthin möglich. 220 000 Euro habe dieses Vorhaben gekostet – und die Verbesserungen auf dem Schlossplatz über 200 000 Euro. Der Bürgermeister erinnerte auch an die Proteste im Zuge der Umgestaltung des Schlossplatzes und der damit einhergehenden Fällung von Bäumen. Heute erfahre die Umgestaltung viel Zustimmung. Das Kurhaus werde nun mehr ins Geschehen gerückt.

Engler schloss mit der Bitte an das Land, seine Immobilien im Ort attraktiv zu halten. Doch seien hier alle in Badenweiler gefordert: Gemeinde, Hoteliers und Bürger. Bisweilen habe er allerdings den Eindruck gehabt, dass mancher "die Zukunft als Gegenwart von gestern" verstehe.

BTT-Geschäftsführer Schmitz charakterisierte die Übergabe des sanierten Kurhauses als einen großen Tag der Freude für Badenweiler. Entstanden sei ein neues und attraktives Gästezentrum mit Tourist-Info, Gastronomie und Veranstaltungsräumen und analog dazu eine Erweiterung des Schlossplatzes. Während der Arbeiten sei die BTT oft bis an den Rand der Belastungsgrenzen gefordert gewesen. Doch das Projekt sei gelungen. Und so setzt Schmitz auf weitere Schritte mit dem Land. Und schließlich dankte auch der BTT-Geschäftsführer allen Mitstreitern am Projekt Kurhaussanierung.

Daten zum Kurhaus

Nutzfläche (mit überdachten Terrassen): 6433 m2
Umbauter Raum: 39 332 m3
Gesamtbaukosten erster und zweiter Bauabschnitt: 7,5 Mio. Euro.
1. Bauabschnitt (3/2011 bis 1/2013): Gebäude mit Fassadenhülle energetisch saniert und komplett erneuert. Terrassenflächen und Dach saniert. Kosten: 5 Mio. Euro.
2. Bauabschnitt (5/2014 bis 4/2015): Annette-Kolb-Saal (Platz für rund 180 Personen) komplett innen und Oberflächen erneuert, Verbesserung der Akustik, Medientechnik erneuert. Tourist-Info und Bistro Carpe Diem (innen 60 Sitzplätze) saniert. Innerhalb der großen Küche eine kleine fürs Bistro eingebaut. Großer Saal "Le Jardin" (Platz für rund 250 Personen) für vielerlei Veranstaltungen hergerichtet; mit neu ausgestatteter Cateringküche. Kosten: 2,5 Mio. Euro.
Geplant ist ein 3. Bauabschnitt: Sanierung des großen Theatersaals (René-Schickele-Saal) einschließlich der kompletten Technikzentrale. Geplante Umsetzung: 2017. Veranschlagte Kosten: 4 Mio. Euro.  

Autor: mib

Autor: Michael Behrendt