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23. Februar 2017

Für Auslichtung des Thermenzugangs

Badenweilers Bürgermeister Engler nimmt Stellung zur Fällung der Magnolie vor der Therme.

  1. Der Stumpf der gefällten Magnolie vor dem Eingang der Cassiopeia-Therme, im Hintergrund ihre Baumschwester Foto: Silke Hartenstein

BADENWEILER (sil/mib/BZ). Die gefällte Magnolie vor dem Eingang zur Cassiopeia-Therme erregt die Gemüter in Badenweiler. Auf BZ-Anfrage hatte Bürgermeister Karl-Eugen Engler vergangene Woche die Verantwortung hierfür von sich gewiesen mit dem Vermerk, es gebe einen Kreis von Verantwortlichen, in dem solche Dinge besprochen werden.

Auf entsprechende Anfrage eines Vertreters des Bürgerforums im Gemeinderat antwortete Engler nun, der Kreis der Verantwortlichen setze sich zusammen aus Vertretern der Naturschutzbehörde, Denkmalpflege, Baumpflege, Gemeinde und Badenweiler Thermen und Touristik GmbH (BTT). Eigentümer der gefällten Magnolie sei das Land Baden-Württemberg, zuständig für deren Pflege sei die BTT gewesen. Laut Vertreter des Bürgerforums weise der Stumpf der Magnolie einen Stammumfang von 1,10 Meter auf. Nun wollte er wissen, ob der Baum unter Schutz stand. Hierzu stellte Engler fest, die Baumschutzverordnung der Gemeinde schreibe Ersatzpflanzungen für Bäume vor, deren Stamm in einem Meter Höhe mindestens einen Meter Umfang aufweise. Dies sei seiner Meinung nach bei der gefällten Magnolie nicht der Fall gewesen.

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Engler machte keinen Hehl daraus, dass er selbst dem Baum nicht nachtrauere. Zu den Bäumen, die unlängst bei der Burgruine gefällt wurden, sagte er, nun sei die Ruine vom Schlossplatz aus besser zu sehen: "Ich hab’ mich gefreut, dass endlich auch die Burgruine ein Stück weit frei gestellt wurde." Er könne sich kaum vorstellen, dass der damalige Burgherr die Burg hinter Gebüsch hätte verschwinden lassen wollen.

Später, bei der Vorstellung der Pläne zur Cassiopeia-Erweiterung (wir berichteten), äußerte sich auch Ministerialdirigent Rolf Sutter zum Thema Bäume und Sträucher in Badenweiler. Ihm sei aufgefallen, so Sutter, dass im Bereich der Therme alles zugewachsen sei. Streng fiel sein Urteil zum angrenzenden Bereich Kaiserstraße 1 und 3 aus: "Eine echte Hinterhofsituation, die dem Wert der Therme nicht entspricht."

Unterdessen hat Bürgermeister Engler in einer ausführlichen schriftlichen Stellungnahme auf Fragen der Badischen Zeitung nach dem Grund der Fällung der Magnolie und danach, wer diese Fällung veranlasst hat, geantwortet. Darin heißt es, "dass nicht nur ich (seit Jahren unter anderem in vielerlei Veröffentlichungen und Äußerungen) die zusehends üppiger werdende Vegetation, sowohl im öffentlichen als auch privaten Raum in Badenweiler und in den Ortsteilen, beklage." Blickbeziehungen, Landschaftserlebnisse und Solitäre litten darunter, so der Bürgermeister weiter. Und oft seien auch Fragen der Verkehrssicherungspflicht betroffen. Eine Initiative im Ortsteil Schweighof schreibe der zunehmenden "Verwaldung" sogar den Verlust von Lebensqualität zu.

Weiter heißt es, bauliche Alleinstellungsmerkmale im Kurort wie die Burgruine, die Therme und das Kurhaus seien in den vergangenen Jahren "zugewuchert". Von vielen Besuchern werde dieses kritisiert und von ihm, Engler, "seit langem" thematisiert. Zudem könne er berichten, "dass mich in den ,durchgrünten’ Sommermonaten immer wieder Gäste, die an der Ernst-Eisenlohr-Straße unmittelbar vor der Cassiopeia-Therme stehen, ansprechen und nach derselben befragen, weil sie den hinter Buschwerk verstecken Thermen-Eingang nicht sehen".

So hätten sich im vergangenen Herbst Vertreter der Naturschutzbehörde, der Denkmalpflege, Baumsachverständige, von Vermögen und Bau, der BTT und Gemeinde getroffen und sich "intensiv" mit dem Kurpark und der Burgruine befasst.

Weiter führt Engler, der auch Vorsitzender des BTT-Aufsichtsrates ist, aus, dass er die Parkpflegearbeiten der vergangenen Wochen begrüße, "welche die Burgruine endlich – zumindest vom Schlossplatz her – wieder sichtbarer erscheinen lassen. Ebenso befürworte ich die stattgefundene Auslichtung des Thermenzugangs." Der Kurpark insgesamt sei weder Naturpark noch ein sich selbst überlassener Naturraum, "sondern eine durch die Kurparkgärtnerei – im Übrigen sehr schön – gestaltete, unterhaltene und intensiv gepflegte Anlage".

Für den Bürgermeister ist "wenig zielführend, eine Diskussion nach Zuständigkeiten oder Verantwortlichkeiten zu eröffnen". Beides stelle sich eindeutig dar. Und: Angesichts der Tatsache, dass er, Engler, im Fokus der bisherigen Berichterstattung und Leserbriefe gestanden habe, werde die Kritiker diese Antwort "wenig zufriedenstellen." Von daher habe er kein Problem damit, wenn diese "meine persönlich (und im Namen vieler Gäste) geäußerte Meinung für ,zuständig’ und ,verantwortlich’ erklären wollen." Und wenn mit "meiner Meinung sicher nicht immer jeder konform geht, habe ich eine solche und das Recht dieselbe auch zu äußern. Dies gilt auch für diesen Fall".

Auf BZ-Anfrage erklärte BTT-Geschäftsführer Alexander Horr, die betreffende Magnolie stand auf vom Land Baden-Württemberg gepachteten Grund. So war die BTT für die Pflege zuständig. Wer die Fällung des Baums entschieden hat, darüber bestehe noch intern Klärungsbedarf.

Autor: sil