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04. Februar 2012
Fürsorge, Hingabe und Zuwendung
Warmer Abschied für Marianne Fischer, die 44 Jahre lang Kindergartenleiterin in Badenweiler war.
BADENWEILER. "Ich lasse hier ein Stück meines Herzens zurück", sagte Marianne Fischer, die 44 Jahre lang Kindergartenleiterin in Badenweiler war. Ihr zu Ehren nahmen 200 Kinder und Erwachsene an der Feier zur Verabschiedung in den Ruhestand teil. Viele Kindergarteneltern sind ehemalige Zöglinge von Fischer.
In seiner Laudatio erinnerte Bürgermeister Karl-Eugen Engler daran, dass der örtliche Frauenverein, der bis 1998 Träger des Kindergartens war, Marianne Fischer im Mai 1968 die Leitung übertragen hatte. Er selbst sei erst seit 21 Jahren im Amt, so Engler. Er schätze Marianne Fischer seither als "zuverlässige, kompetente und verantwortungsvolle Mitarbeiterin" – als Chef und als Vater von vier Kindern. Wenn er seinen Sohn in den Kindergarten bringe, sei er immer froh, "im ruhigen Rathaus" arbeiten zu dürfen, scherzte Engler. Marianne Fischer habe den Stellwert der frühkindlichen Erziehung und der Förderung von Begabungen von Anfang erkannt, in ein Konzept eingebunden und Generationen von Einwohnern maßgeblich geprägt, lobte der Bürgermeister.
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Im Kindergarten in Oberweiler werden 75 Zöglinge in drei Regelgruppen und zehn in der Kleinkindergruppe betreut. Als alle ihre Leiterin auf dem Thron, einem geschmückten Sessel, platzierten, kamen Marianne Fischer die ersten Tränen der Rührung und Wehmut. Dann sangen die Kleinsten das Gute-Wünsche-Lied "Jeden Tag ein bisschen Freude" und übergaben gebastelte Geschenke und Blumen – alles in Lila, der Lieblingsfarbe der Leiterin. Auch Grundschüler gratulierten der Frau, die sie einfühlsam auf ihr Schülerleben vorbereitet hatte, mit Songs und Versen. Elternbeiratsvorsitzende Simone Wiesmann hob die Fürsorge und Zuwendung hervor, mit der Marianne Fischer dem Kindergarten eine persönliche Note verliehen habe. Andreas Orendt, Nikolaus und Apfelmann, dankte mit einem kindgerechten Gedicht und versicherte, dass er auch künftig mit den Kindern Apfelsaft pressen werde. Für den Frauenverein erinnerte Vorsitzende Doris Johnsen an "über vier Jahrzehnte des guten Miteinanders" und übergab Blumen samt Gutschein.
Für die bewährte und vertrauensvolle Zusammenarbeit in harmonischer Nachbarschaft dankte der Rektor der René-Schickele-Schule, Ekkehard Wurster. Marianne Fischer könne den Schritt in den Ruhestand mit "größter Zufriedenheit und Gelassenheit" gehen. Das war auch Tenor des Liedes über eine starke Frau, das Erzieherinnen und Eltern zum Abschied sangen. Sie wünschten der scheidenden Leiterin in ihrem Leben nach der Arbeit, auch einmal an einem Strand ohne Kinder relaxen zu dürfen.
Marianne Fischer dankte allen Weggefährten im Rathaus und im Bauhof, Kurparkgärtner Harald Schwanz und Roland Nußbaumer, dem Vorsitzenden des Fördervereins. Der früheren Pfarrerin von Badenweiler, Renate Krüger, die eigens zur Abschiedsfeier gekommen war, sagte Marianne Fischer – unter dem Applaus der Gäste: "Die schöne Zeit unserer gemeinsamen Gottesdienste hat uns sehr gefehlt." An ein Leben ohne Wecker müsse sie sich noch gewöhnen. Denn "mein Beruf war auch meine Berufung", erklärte Marianne Fischer, sichtlich gerührt. Sie sei froh, dass der Kindergarten in ihrer Nachfolgerin Tanja Oktay eine sehr gute, neue Leiterin habe.
Autor: Sigrid Umiger
