Leserbriefe

Dorothea Bernhard, Müllheim

Von Dorothea Bernhard & Müllheim

Do, 23. Februar 2017

Badenweiler

MAGNOLIENFÄLLUNG

Mir kamen die Tränen
Zur Berichterstattung über die Fällung der Magnolie vor der Cassiopeia-Therme in Badenweiler errichten uns weitere Leserbriefe. Die BZ-Redaktion Müllheim möchte darauf hinweisen, dass zu dem Thema keine weiteren Leserbriefe mehr veröffentlicht werden. Neue Gesichtspunkte sind nicht zu erwarten.
Als ich das Foto in der Badischen Zeitung sah, kamen mir die Tränen. Als treue langjährige Badbesucherin saß ich oft am Eingang mit Einheimischen, Freunden aus dem Elsass und Auswärtigen, die herrlichen Blüten bewundernd. Trostloses Nichts ist nun an dieser Stelle.

Dorothea Bernhard, Müllheim

Fehlentscheidung von "ganz oben"
Diese völlig gesunde Magnolie vor der Therme hat jedes Jahr wunderschön geblüht und war ein Schmuckstück für Badenweiler und ein angenehmer Schattenspender für die Gäste, die auf der Bank unter ihr saßen. Unser Gärtnermeister Schwanz hätte diesen Baum von sich aus bestimmt nicht abgesägt. Diese Fehlentscheidung kam nur von "ganz oben" gekommen sein und muss autoritären Charakter gehabt haben. Mir ist bekannt, dass unser Bürgermeister Engler diese Magnolie vor der Therme schon seit geraumer Zeit weghaben wollte, und das bestätigt er ja jetzt selbst indirekt, indem er die Fällung gut heißt. Seine Aussage es gebe einen Kreis von Verantwortlichen, in dem solche Dinge besprochen werden, empfinde ich als Fluchtversuch, als fadenscheinige Ausrede. Dieses Vorkommnis ist ein schwerer Ansehensverlust für Badenweiler! Ich hoffe, dass der Entscheider seinen Fehler einsieht und als Ersatz für denselben Platz eine neue Magnolie soulangiana spendet.

Friedrich Stifter, Badenweiler

Roß und Reiter nennen
Als ehemalige Bürgerin von Badenweiler habe ich nun doch das Bedürfnis, zu fragen: Wer hat denn wen überrumpelt, dass die so schöne – und den Berichten nach – gesunde Magnolie gefällt wurde? Die Aussage von Bürgermeister Engler, dass der Kurpark zuwuchere, ist wohl nur eine Aussage zu seiner Beruhigung. Der Kurpark wird von den noch übrig gebliebenen Gärtnern mit großer Sorgfalt und Liebe zur Natur gepflegt und gehegt. Als ich nach Badenweiler kam, 1955, waren es an die 30, in Worten: dreißig, Gärtner, die den Kurpark pflegten, dies zu Zeiten von Herrn Müller! Sehr viel Gehölz wurde auch vom Großherzog in den Kurpark eingebracht, und dieser Kurpark sucht seinesgleichen in ganz Deutschland. Herrn Engler ist es wohl gar nicht bewusst, welches Kleinod er in seiner Gemeinde beherbergt. Aber es wäre wohl an der Tagesordnung, egal von wem, aber dennoch, Roß und Reiter zu nennen, wer die Verantwortung für die Fällung dieser wunderschönen Magnolie zu übernehmen hat. Ich hatte vor sehr vielen Jahren, als wir eine von uns gepflanzte Birke am Birkenweg an der Einfahrt zur Ernst-Eisenlohr-Straße der Sicht wegen gefällt haben, auf dem Rathaus Rede und Antwort stehen müssen, warum, weshalb und wieso wir diese Birke – sie war noch nicht so groß – gefällt haben. Warum muss nun niemand für diese Fällung am Eingang zur Therme geradestehen? Ist es Feigheit oder was auch immer, es ist einfach unglaublich. Auch ist es sehr verwunderlich, dass die "Ureinwohner" von Badenweiler dieses Ereignis einfach hinnehmen, es sieht aus wie Resignation vor allem, was in Badenweiler geschieht.
Ruth Hemberger-Kortner, Müllheim

Die Kirche im Dorf lassen
Heute habe ich in Ihrer Ausgabe einen weiteren Leserbrief zur Fällung der Magnolie in Badenweiler gelesen. Natürlich ist es schade, dass ein optisch wunderbarer Baum (wenn er blüht) gefällt wird. Leider blüht er aber nicht, wie einige Briefeschreiber glauben mögen, einige Monate, sondern nur so lange, bis der erste Regen darauf fällt. Ich denke, dass die Bürgerinnen und Bürger von Badenweiler gerne einmal "die Kirche im Dorf" lassen dürfen und nicht bei jedem Baum, der (meist aus krankheitsbedingten Gründen) gefällt wird, eine Flut von Leserbriefen an die BZ schicken müssen. Ich habe den Eindruck, dass manche sich eine "SOKO Baum" von der Polizei wünschen, um endlich die Verantwortlichen dingfest zu machen. Bernd Martin, Müllheim