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28. Juli 2015

Offene Türen und zwei Taufen

Kurparkgärtnerei Badenweiler lädt zum Sommerfest / Weinprinzessin tauft Magnolien.

  1. Bunte Pracht beim Sommerfest und Tag der offenen Tür in der Kur- und Schlossparkgärtnerei in Badenweiler Foto: Volker Münch

BADENWEILER. Die Namenstaufe zweier neu gezüchteter Magnolien war der Höhepunkt des Sommerfestes der Kurparkgärtnerei im Schlosspark Badenweiler. Eine der beiden Neuzüchtungen trägt nun den Namen "Badenweiler", die andere ist einer großen Mäzenin der Kurparkgärtnerei gewidmet. Die Taufe nahm die badische Weinprinzessin Melissa Fünfgeld vor.

Für Garten- und Pflanzenfreunde herrschte am Sonntag wahres Bilderbuchwetter, das den Aufenthalt zwischen den Raritäten der Kurparkgärtnerei, die Grünflächen und Pflanzen der Badenweiler Thermen und Touristik GmbH pflegt, zu einem Vergnügen machte. Gemeinsam mit Partnerbetrieben, bei denen die Besucher auch Pflanzen kaufen konnten, hatte Betriebsleiter und Gärtnermeister Harald Schwanz das Event organisiert. Der letzte Tag der offenen Tür lag bereits fünf Jahre zurück, so dass die Belegschaft – neben Harald Schwanz arbeiten weitere fünf Mitarbeiter bei der Kurparkgärtnerei – entschieden hatte, in diesem Jahr mit dem Sommerfest "nachzulegen".

Auf der Entdeckungstour durch das Betriebsgelände am Schlosspark gab es viel zu sehen. Da wurden Pflanzenraritäten vorgestellt, die zu einem großen Teil selbst nachgezogen wurden. "Wir produzieren jährlich rund 80 000 Pflanzen für unsere Anlagen", berichtete Betriebsleiter Schwanz nicht ohne Stolz. Darunter sind Gehölze und Stauden in ganz unterschiedlichen Arten und Sorten, die für die rund 20 Hektar große Gesamtfläche gedacht sind. Das Sommerfest sollte, so Harald Schwanz weiter, auch der Startschuss für die Spendensammlung für ein Kurpark-Museum sein, das im Laufe des kommenden Jahres im Kurhaus in den ehemaligen Räumen des Tschechow-Salons eingerichtet werden soll. Unter anderem sollen dort über 300 Exponate an fossilen Hölzern, des örtlichen Bergbaus und zur Entwicklung Badenweilers vom Dorf zu einem florierenden Kurort gezeigt werden. "Künftig soll unser Sommerfest im Wechsel mit dem Burgfest stattfinden", berichtete Schwanz weiter.

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Der großen Magnoliensammlung wurden nun zwei weitere Exemplare hinzugefügt, die als eigenständige Züchtung vorgestellt wurden. Mit charmanten Worten nahm die badische Weinprinzessin Melissa Fünfgeld die Namenstaufe der beiden Magnolien vor. Und damit das Wachstum richtig in die Gänge kommt, erhielten beide Pflanzen einen Tropfen Rosé-Winzersekt. Die eine Magnolienhybride erhielt den Namen "Badenweiler". Etwas spröde kommt allerdings die Kennung des Sämlings daher: Er wurde unter der Registrierungsnummer "C-1556-03 MG" in die Datenbank aufgenommen. Der Züchter Michael Gottschalk aus Kelkheim hatte im April 2004 die erste Bestäubung vorgenommen. Die Hybride ist die "Tochter" der Muttersorte "Magnolia Deep Purple Dream" und der Vatersorte "Star Wars". Die zweite Sorte erhielt den Namen "Eleonore Speer". Die Namensgeberin ist eine Mäzenin der Kurparkgärtnerei, die vor wenigen Jahren eine Stiftung ins Leben gerufen und diese mit einem namhaften Grundkapital ausgestattet hat. Nutznießer ist der Förderverein des Kurparks. "Sie ist eine große Freundin unserer Arbeit, sie schätzt die Grünanlagen und wollte uns etwas Gutes tun", freut sich Schwanz. Auch diese Hybride ist das Ergebnis einer gezielten Handbestäubung wie bei der Magnolie "Badenweiler". Ihre Elternsorten heißen "Manchu Fan" und "Vulcan".

Autor: Volker Münch