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20. Juni 2012
Badenweilers Beziehung zum Wasser sichtbar machen
Der Gemeinderat nimmt die Idee des Bürgerforums auf und begrüßt die Pläne zur Neugestaltung des Inhalatoriums.
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Heute ist das Inhalatorium (links) optisch keine gute Visitenkarte für die Luisenstraße in Badenweiler. Das soll sich ändern. Das Modell (rechts) zeigt, was baulich machbar ist. Neben der breiten, neu gebauten Treppe könnte über die bestehenden Stufen Wasser in einem Kreislauf fließen. Foto: Sigrid Umiger
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Foto: sigrid umiger
BADENWEILER. Vor 2000 Jahren haben die Römer die Lebensader Badenweilers entdeckt und den Ort wegen seiner Thermalquellen "Aquae Villae" genannt. Heute ist von der Wasserstadt kaum etwas zu sehen. Das soll sich ändern. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montag einstimmig den Grundsatzbeschluss zur Neugestaltung des Inhalatoriums gefasst.
Das achteckige Gebäude gegenüber dem Rathaus von Badenweiler wurde 1912 vom Großherzoglichen Ministerium in Karlsruhe im Stil des Neobarock gebaut und von 1921 bis 1999 als Inhalatorium genutzt. Darunter befinden sich die Quellstollen mit Puffer- und Verteilerstation für das Thermalwasser. Hätte man 1820 die Pläne des Architekten Friedrich Weinbrenner realisiert, stünde statt des Inhalatoriums ein Quell-Tempel in der Luisenstraße. Ähnliche Pläne verfolgt heute das Bürgerforum Badenweiler – im Einklang mit dem Gemeinderat, der sich seit 2005 mit einer Sanierung und Umnutzung des Inhalatoriums beschäftigt.
Wasser ist der Lebensnerv Badenweilers. Dies soll beim Umbau des Inhalatoriums gewürdigt und sichtbar gemacht werden. Landschaftsarchitekt Herbert Dreiseitl, der Büros in Überlingen, Peking, Singapur und Portland (USA) hat, präsentierte die Vorentwurfsstudie, die er im Auftrag des Bürgerforums und finanziert von Irmfried Brendel erstellt hat. Über die heutige Treppe könnte Wasser im Kreislauf ohne Wasserverlust fließen und rechts daneben (nahe der Volksbank) eine neue Treppe gebaut werden. Barrierefrei auch für Rollstuhlfahrer zugänglich wird das Gebäude ohne Stufen vom Waldweg aus. Den rund 67 Quadratmeter großen Innenraum will Dreiseitl ohne Zwischendecke nach oben öffnen, Stufen mit einem kleinen Wasserbecken am Boden einlassen und Sitzgelegenheiten anordnen – für Entspannungsmomente in einer Wasser-Lichtspiel-Atmosphäre. Als Ausstellungsort sei der Raum zu klein: "Man darf ihn nicht überfrachten", mahnte Herbert Dreiseitl.
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Hinter dem zu modifizierenden Entwurf stehe neben dem Gemeinderat auch das Land als Eigner und die Pächterin BTT (Badenweiler-Thermen-Touristik), sagte Bürgermeister Karl-Eugen Engler. Derzeit laufen Voruntersuchungen des Denkmalamtes wegen einer eventuellen Rücknahme der ebenerdigen Bauten, in denen heute Geschäfte sind. Zur Sicherung der Finanzierung – laut Engler 500 000 bis 700 000 Euro – müsste ein Spon soring gebildet werden, so der Bürgermeister. Das "Dreigestirn" Land, Gemeinde, Bürgerforum sei nun gefordert, auf der Basis des Dreiseitl-Entwurfs gemeinsam eine klare Linie zu finden, ohne die Pläne zu zerreden, meinte er.
Aus den Reihen des Gemeinderats gab es viel Lob für ein "faszinierende Projekt" und ein "Paradebeispiel für eine Bürgerbeteiligung". Entscheidend sei die Wirkung auf den Eingangsbereich der Luisenstraße sowohl optisch als auch im Sinne einer Platzgestaltung mit Verkehrsberuhigung, befand Roland Nußbaumer. Um noch mehr Bürger mit ins Boot zu nehmen, bot Herbert Dreiseitl einen Wasser-Workshop an, um alle Einwohner, auch Jugendliche, zu Ideen – "die man aufgreifen kann" – anzuregen. Auch diesen Vorschlag nahm der Gemeinderat gerne an.
Autor: Sigrid Umiger





