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12. Juni 2012

Badischer Schachkongress: Zum Fluchen geht es vor die Tür

Ruhe ist für die Teilnehmer am 84. Badischen Schachkongress in der Emmendinger Steinberghalle erste Bürgerpflicht.

  1. Hochbetrieb beim Schachkongress in der Steinberghalle Foto: Benedikt Hecht

SCHACH. Es ist 9.05 Uhr am Sonntagmorgen, Oberbürgermeister Stefan Schlatterer hat gerade ein paar Begrüßungsworte an die Menge gerichtet, als der Oberschiedsrichter um Ruhe bittet. Schlagartig wird es ruhig in der Steinberghalle in Emmendingen, kein Murmeln oder Flüstern ist mehr zu vernehmen. Man könnte eine Nadel auf den Boden fallen hören, da wird die neunte und letzte Runde bei der offenen badischen Meisterschaft, bei der offenen badischen Seniorenmeisterschaft und die siebte und letzte Runde bei der baden-württembergischen Amateurmeisterschaft eröffnet. All das im Rahmen des 84. Badische Schachkongress, der hier nach gut einer Woche zu Ende geht.

Starter der offenen badischen Meisterschaft spielen über neun Runden, brauchen mindestens eine DWZ/ELO (deutsche oder internationale Wertungszahl, welche die Spielstärke angibt) von 2000 an. Sie sitzen etwas gesondert in der Halle auf der Empore, insgesamt sind hier 25 Spieler an den Start gegangen. Die jüngsten sind hierbei Maximilian Ruff (Jahrgang 1997) vom SC Brandeckturm Ohlsbach und Andreas Bauer (Jahrgang 1996) vom SC Emmendingen 1937.

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Bei der Amateurmeisterschaft spielen 128 Männer und Frauen in fünf verschieden Leistungsklassen gegeneinander. Es sind alle verschiedenen Altersgruppen vertreten. Männlein spielt gegen Weiblein, Jung gegen Alt. Schnell wird – bevor es losgeht – noch einmal geschaut, dass auch ja das Handy ausgeschaltet ist. Keiner will schließlich seine Partie verlieren, nur weil mittendrin auf einmal ein Anruf oder eine SMS kommt und es in der Hosentasche vibriert oder klingelt. Die Anspannung unter den Teilnehmern ist regelrecht zu fühlen. Äußerst konzentriert wird zu Werke gegangen: Bloß nicht die gute Ausgangsposition verspielen, die man sich in den Partien zuvor geholt hat. Oder ist vielleicht noch eine bessere Platzierung drin? Immer wieder wird mal zu den Nachbarpartien rüber gelinst: Was tut sich da? Auch lässt es sich keiner nehmen, mal herumzulaufen und zu schauen, was sich bei anderen Partien so ergibt.

Alles geht schön ruhig und gesittet vonstatten. Wer sich unterhalten will, geht raus ins Foyer oder vor die Halle in die Sonne, den niemand will ja die anderen in der Konzentration stören. Gefühlsregungen sind nur von den Gesichtern abzulesen, aber nicht zu hören. Zum Fluchen über die eigenen Fehler wird rausgegangen.

Es ist schon eine starke Leistung, was das Team um den Vorsitzenden Thomas Mädler vom Schachclub Emmendingen organisiert hat. Man hört nur Positives von den Teilnehmern.

Die offene badische Meisterschaft gewinnt letztlich Vadim Chernov (Ladenburg) vor Tervel Serafimov (Buchen) und Mikail Ivanov (Bad Mergenthal). Bei den Senioren holt sich nach neun Runden Gottfried Schumacher vom SC Bad Neuenahr vor Peter Hurst vom SK Lahr und Hermann Schrems vom SK Weinheim den Titel.

Ergebnisse der einzelnen Partien: http://www.schachkongress.de

Autor: Benedikt Hecht