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30. Juni 2012

Bäcker-Innung schrumpft weiter

Obermeister Horst Gerber mahnt deutliche Selbstdarstellung an / Jubiläum im nächsten Jahr.

  1. Jessica Joos Foto: Pia Grättinger

KREIS EMMENDINGEN (piz). In Zahlen vorgestellt hat Obermeister Horst Gerber im Rahmen der Jahresversammlung der Bäcker-Innung den Verband des Kreises Emmendingen. Gerade mal 34 Mitglieder, das entspricht der gleichen Zahl an Bäckereien, gehören noch der Innung des Kreises Emmendingen an − 38 waren es noch im vergangenen Jahr. In der Innung organisiert sind damit derzeit nur noch 81 Prozent der Bäcker im Kreis. Diese repräsentieren 88 Gesellen und Bäckermeister sowie 118 Fachverkäuferinnen. Derzeit sind 46 Frauen und Männer in der Ausbildung als Verkäuferinnen und Bäcker.

Da die Zahl der Innungsmitglieder, zum Teil aus Altersgründen, immer weniger werden, forderte Obermeister Gerber die Kollegen auf, rasch zu reagieren. "Geben sie alles, setzen sie sich ein, um Lehrlinge für diesen Beruf zu begeistern. Sie müssen reagieren, machen sie sich bemerkbar, gehen sie auf die Schüler zu und sprechen sie in den Schulen rechtzeitig vor, öffnen sie ihren Betrieb mit einem Tag der offenen Tür", sagte Gerber. Als Beispiel führte er die Bäckerei Dick in Denzlingen an, die mit einer "Nacht des Backens" einen großen Erfolg erzielt habe.

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Gerber ging auch auf schwierige Fälle bei der Ausbildung ein: "Ziehen sie die Zügel an, doch wenn ein Auszubildender das fachliche Wissen nicht hat, dann versuchen sie ihn nicht mit Gewalt durchzubringen." Da passte in die Versammlung die Freisprechung des Wintergesellenprüflings Jessica Joos, sie hat als Beste mit der Note 1,4 und 92 Punkten die Bäckergesellenprüfung bestanden. Prüfungsausschussvorsitzender Matthias Klausmann aus Waldkirch und Obermeister Gerber überreichten die Urkunde. Glückwünsche übergab auch Peter Dufner von der Luckner-Gewerbeschule in Freiburg. Er stellte fest, dass er in seiner ganzen Lehrertätigkeit noch nie eine solch gute Arbeit wie die von Jessica Joos korrigiert habe.

Den älteren Bäckermeistern gab Gerber mit auf den Weg, rechtzeitig einen Nachfolger zu suchen, "denn wir müssen das Backen und die Bäckereien erhalten. Sie haben ihren Betrieb als Unternehmer in der Hand." Jeder Bäckermeister sollte außerdem immer wieder Nischen suchen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Einen übersichtlichen Kassenabschluss für 2011 legte Christel Körner, die Geschäftsführerin der Innung, vor. Sie konnte einen Gewinn von rund 2000 Euro vorweisen. Prüfer Michael Dick (Denzlingen) und Hans Mellert (Freiamt) bescheinigten eine korrekte Kassenführung. Genehmigt wurde der Haushaltsplan 2012. Er bewegt sich in der Höhe des vorhergehenden Etats. In diesen Zusammenhang ging Gerber auf die Erhöhung des Innungsbeitrags ein, der derzeit bei jährlich 440 Euro liegt. Eine Erhöhung werde es erst im nächsten Jahr geben, da unverhofft die Einkaufsgenossenschaft Bäko Südbaden für fünf Jahre die Mietkosten für die Geschäftsstelle an der Hebelstraße übernehmen werde. "Wir sehen dies als kleines Dankeschön für die Mitglieder der Innung Emmendingen an", so der Vorsitzende Rochus Ortlieb und der Obermeister der Freiburger Innung Hermann Aichele. Das sind im Jahr immerhin rund 1440 Euro.

Der Obermeister Gerber informierte schließlich über die Planungen für die 150-Jahr-Feier der Emmendinger Innung im Jahr 2013. Das Fest soll im Kurhaus Freiamt am 20./21. April stattfinden − zusammen mit dem Verbandstag.

Autor: piz