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02. November 2009

Einsatz gegen die Erosion

Strömungslenker sollen die Alte Dreisam bei Bahlingen ökologisch aufwerten

  1. Strömungslenker wurden in die Alte Dreisam eingebaut. Beim Gewässertag am 11. November gibt es dazu Anschauungsobjekte. Foto: Alfred Peter

BAHLINGEN. Nur sechs Plusgrade zeigte am Samstag um zehn Uhr vormittags das Thermometer, und neun Grad plus hatte das Wasser der Alten Dreisam. Trotzdem waren dort im Bereich des "Gänsmättle" im Wasser und am Ufer Menschen für den Naturschutz und eine ökologische Aufwertung des Gewässers tätig: Es wurden Strömungslenker eingebaut.

Die Initiative war von Bernd Walser ausgegangen, Flussmeister beim Regierungspräsidium Freiburg und zuständig für Gewässer 1. Ordnung wie Elz, Dreisam- und Leopoldskanal. Er lädt am 11. November zum alljährlichen Gewässertag mit dem Thema "Vielfalt am Gewässer – Strukturen für Fische" ins Bahlinger Feuerwehrhaus ein, vor allem Mitarbeiter von Gemeindebauhöfen und in diesem Fall auch Vorstandsmitglieder und Gewässerwarte der IG Dreisam. Wegen der Veranstaltung befasste er sich ausnahmsweise mit der Alten Dreisam, denn die ist ein Gewässer 2. Ordnung.

Die Strömungslenker wurden aus Baumstrünken und -wurzeln zusammengefügt oder als Weidenbündel angelegt. Sie sollen am 11. November als Anschauungsobjekte zeigen, wie preisgünstig ihr Bau ist. Denn kaufen muss man nur Pfähle und Draht, mit denen die Hindernisse an Ort und Stelle verankert werden, so Walser.

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Die freiwilligen Helfer stellte vor allem der ASV Bahlingen mit dem Vorsitzenden Thomas Adler an der Spitze, aber auch aus Bötzingen waren Helfer gekommen, sogar mit einer Gewässerwartin. Dank maschineller Hilfe, hier engagierte sich auch Bauhofleiter Dieter Adler, und einem Bagger gingen die Arbeiten schnell vonstatten.

Wie Flussmeister Walser, so wiesen auch der Eichstetter Fabian Mayer, Vorsitzender der IG Dreisam, und sein Stellvertreter Harry Goldschmidt, Gewässerwart beim ASV Bahlingen, darauf hin, dass die Alte Dreisam stetig an ihren Ufern nagt und ihr Bett auf jeder Seite bis zu zwei Meter verbreitert hat. Mehrere der ursprünglich mit dem nötigen Abstand gepflanzten Bäume drohen in das Flussbett zu stürzen. Vor allem die Weidenbündel (Faschinen) sollen die Erosion unterbinden und für eine Verlandung der Uferbereiche sorgen. Gleichzeitig soll die Strömung in anderen Bereichen des Flussbettes den Schlamm wegspülen und den darunter liegende Kies wieder freilegen.

Auch Bürgermeister Harald Lotis verschaffte sich einen Überblick über die Arbeiten, in seiner Begleitung die Sachbearbeiterin Ursula Weis, die auch das willkommene Vesper für die Helfer mitbrachte. Für den Bürgermeister war klar, dass die Maßnahmen nur ein Anfang sein können und in den nächsten Jahren weitergeführt werden müssen. Er lobte das ehrenamtliche Engagement der Helfer, ohne ihren Einsatz sei die Aufgabe nicht zu meistern. Gefroren haben die im Wasser tätigen Helfer übrigens nicht, wie sie versicherten. Es sei ihnen sogar warm geworden, denn sie trugen sogenannte Wat-Hosen, die gut isoliert sind. Auch profitierten sie bei der Arbeit davon, dass wegen der geringen Niederschläge der vergangenen Monate der Wasserstand 20 bis 30 Zentimeter unter normal liegt.

Autor: Alfred Peter