Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
08. Februar 2011
Nicht alle Winzer fordern Anbaustopp
SPD-Gespräch in Bahlingen.
BAHLINGEN. Das Thema Anbaustopp stand im Mittelpunkte eines Treffen von Winzern und Vertretern der SPD. Der Kreis im Saal der Winzer vom Silberberg blieb überschaubar. Gerade ein Dutzend Gäste kamen am Freitagabend.
"Qualitätswein und Kulturlandschaft – wie schützen wir den Tourismus und die Weinwirtschaft in der Region", lautete der Titel. Elvira Drobinski-Weiß, SPD-Bundestagsabgeordnete, und Sabine Wölfle, Landtagkandidatin der Sozialdemokraten, informierten über aktuelle Sachstände und befragten die Winzer zu ihrer Meinung. Zur Aufhebung des Anbaustopps, der 2013 kommen sollte, bis 2015 europaweit und bis 2018 national verlängert wurde, läuft gerade eine Bundesratsinitiative. Ziel ist es, dass jedes Land selbst entscheiden kann, wie es mit dem Anbaustopp umgeht und die Frist bis 2025 verlängert wird. Am 11. Februar wird der Bundesrat über das Thema entscheiden."Wir wollen keine Flächenexplosion, lieber ein nachhaltiges Wachstum", sagte Drobinski-Weiß. Sie zeigte sich überrascht, dass in Winzerkreisen keine durchgängige Forderung für den Erhalt des Anbaustopps bestehe. Die unterschiedlichen Meinungen wurden auch in der Runde deutlich.
Werbung
Einig waren sich alle Anwesenden dagegen, dass in der Werbung mehr getan werden muss. Das Erfolgsrezept sehen die Winzer in einer gemeinsamen Strategie, die den Verbraucher auch mit eindeutigen Aussagen erreicht. Gemeinsamkeit ist dabei wichtig. Kommt sie zustande, wie bei einem Winzer aus dem Breisgau, der gemeinsam mit jungen Winzern aus anderen Anbaugebieten auf Messen auftritt und die Werbung gestaltet, zeigten sich auch Erfolge, erzählte er. Dagegen stehen "die Landesgrenzen, die jeder Geschäftsführer für seine eigene WG aufbaut", stellten die Winzer fest. "Ein Konzept wäre besser, aber das ist schwierig."
Da Landwirtschaft und Verbraucherfragen von der EU geprägt werden, soll im Sommer eine Veranstaltung mit einem Europaabgeordneten stattfinden. Dann soll es auch um Pflanzenschutz gehen – bei den Winzern in der Grenzregion immer wieder ein Reizthema.
Autor: Ilona Hüge
