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13. November 2009

Wurzeln und Stämme lenken den Fluss

Beim Gewässernachbarschaftstag in Bahlingen wurden einfache Maßnahmen vorgestellt.

BAHLINGEN. Um die "Strukturelle Vielfalt an Gewässern" ging es am Mittwoch beim 17. Gewässernachbarschaftstag, zu dem rund 60 Teilnehmer in den Schulungsraum der Bahlinger Feuerwehr gekommen waren. Im Wesentlichen waren es Bauhofleiter und Mitarbeiter von Gemeindebauhöfen im Kreis Emmendingen, dazu auch noch Gäste von der "Interessengemeinschaft Dreisam" (IG Dreisam), in der die Angelsportvereine entlang der Dreisam von Riegel bis Freiburg zusammengeschlossen sind.

"Hilfe zur Selbsthilfe" sollen diese alljährlichen Zusammenkünfte den Gemeinden bieten, so Flussmeister Bernd Walser vom Regierungspräsidium Freiburg, der die Veranstaltung leitete. In Bahlingen wolle man den Teilnehmern zeigen, dass strukturelle Änderungen recht kostengünstig zu erreichen sind, denn für die Strömungslenker und Buhnen benötige man nur Baumwurzeln, Baumstämme und Weidenbündel. Auch würden solche Treffen den gegenseitigen Erfahrungsaustausch fördern und könnten neue Gedanken oder auch Gesetzesänderungen vermittelt werden. Die Themen, so Walser, hießen Gehölzpflege oder Durchgängigkeit oder, wie am Mittwoch, Gewässerstruktur.

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Nach dem Grußwort von Bürgermeister Harald Lotis informierte Felix Kühnemund, staatlicher Fischereiaufseher beim Regierungspräsidium Freiburg, wie wichtig eine geeignete Gewässerstruktur für die Fische ist. Fische müssten sich wohlfühlen, nur dann vermehren sie sich auch. Oft werde Klage geführt, dass kaum Fische im Gewässer sind, und werde voreilig dem Kormoran die Schuld gegeben, obwohl nicht selten ungünstige strukturelle Bedingungen die Ursache sind.

Fabian Mayer, Eichstetten, Vorsitzender der IG Dreisam, hatte schöne alte Fotos und Karten mitgebracht und zeigte, dass die Alte Dreisam noch gar nicht so alt ist. Ursprünglich habe die Dreisam ihren Lauf über viele Schleifen, sogenannte Mäander, genommen. Das heutige Gesicht habe der Fluss in den Jahren 1926 und 1927 erhalten, als er begradigt wurde.

Nach der Mittagspause kam die Praxis zu ihrem Recht. Zwischen der neuen Fußgängerbrücke und der sogenannten "Schließe" waren am 31. Oktober auf einer Strecke von 200 Metern eine ganze Reihe von Strömungslenkern in das Gewässer eingebaut worden. Bernd Walser und Fabian Mayer erklärten den Teilnehmern Sinn und Zweck der Maßnahmen, durch die erreicht wird, dass das Wasser an manchen Stellen schneller fließt, aber andererseits auch Ruhebereiche entstanden. Vor allem die Buhnen schützen die Ufer vor der Unterspülung. Sie dürfen aber nicht zu hoch eingebaut werden, so Walser. Es schade ihnen nicht, wenn sie bei Hochwasser überspült werden.

Anschließend wurde der Bau von Buhnen und Strömungslenkern den Teilnehmern auch praktisch gezeigt. "Die Teilnehmer sind Praktiker", meinte Walser. Sie seien in der Lage, das Gesehene in ihrer Gemeinde umzusetzen. Am Ende trafen sich die Teilnehmer zur Abschlussdiskussion im Heim des Angelsportvereins, wo auch zum 18. Nachbarschaftstag nächstes Jahr in Emmendingen eingeladen wurde.

Autor: Alfred Peter