BALLALAIKA: Das neue Prämien-Sparen

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Sa, 30. Juni 2018

Fußball-WM

Was der DFB mit acht Millionen Euro machen sollte /.

Das frühe WM-Aus in Russland mag für die 23 deutschen Kicker um den Weltmeister, Ex-Freiburger und Rekord-Bankdrücker Matthias Ginter (2014 und 2018 bei insgesamt zehn WM-Spielen keine Minute eingesetzt) sehr unbefriedigend gewesen sein. Wenn man aber die wirtschaftliche Seite unter die Lupe nimmt, dann ist das doch gar nicht so schlimm. Gut, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) rechnet uns jetzt vor, dass er die Weltmeisterschaft mit einem Minus abschließt, weil Vorbereitung und Russland-Reise 10,8 Millionen Euro gekostet haben sollen und die Mannschaft für einen Sieg und zwei Niederlagen lediglich schlappe 9,1 Millionen Euro vom Weltverband (Fifa) an Prämien überwiesen bekommt. Aber vielleicht haben diese Zahlen ja den gleichen Wahrheitsgehalt wie der wohl in geistiger Umnachtung entstandene Werbeslogan "#Zsmmn", der Zusammengehörigkeitsgefühl signalisieren sollte. Oder die deplatzierte Sponsoren-Kampagne "Best never rest", die offensichtlich suggerieren sollte, der Beste würde sich niemals ausruhen.

Dass die Deutschen bei der WM so früh den Abflug gemacht haben, ist kein wirtschaftliches Desaster. Es ist eine Chance. Denn der DFB spart rund acht Millionen Euro an Prämien. So teuer wäre es für ihn geworden, wenn das Team den Titel verteidigt und jeder Spieler dafür 350 000 Euro erhalten hätte. Die acht Millionen Euro kann der DFB jetzt für andere, wichtigere Projekte einsetzen. Als Schweigegeld für die ewigen Nörgler Mario Basler und Lothar Matthäus. Als Spende (aber bitte mit Quittung!) für die Deutsche Fußball-Liga, damit der Videobeweis nicht nur in Russland bei der WM, sondern auch in der Bundesliga funktioniert. Als Investition in ein mobiles Luxus-Hotel, damit sich Watutinki nie mehr wiederholt. Als Rücklagen, falls nochmal Nachzahlungen nötig sind bei der Aufarbeitung des Sommermärchens 2006, das immer mehr zum Albtraum mutiert. Schließlich weiß doch keiner besser als der DFB: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.