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10. Dezember 2011

AUCH DAS NOCH: Wetten, dass?

Bürgermeister brauchen kommunalpolitisches Feeling. Bernd Gassenschmidt hat es in drei Amtsperioden als Rathauschef von Ballrechten-Dottingen daran nie gemangelt. Obwohl er im Mai sein Amt abgab, verfolgt er gespannt, wie die von ihm angezettelte Schlacht um die Ansiedlung eines Lebensmittel-Frischemarktes in Ballrechten-Dottingen ausgeht. Jeden Freitag hat er in einer kleinen unpolitischen Herrenrunde das Ohr am Bürger.

Vor der Bürgerbefragung zum Markt forderte er die sechs Stammbrüder aus Ballrechten-Dottingen und Sulzburg auf, einen Tipp zu den Prozentzahlen der Gesamtwahlbeteiligung beider Gemeinden, der Zustimmung in Ballrechten-Dottingen und in Sulzburg abzugeben. Mit 70-80-70 lag Bernd Gassenschmidt vorne und wich mit nur 4,81 Punkten von der Gesamtsumme der drei Ergebnisse ab. Der Zweitbeste lag mit 45-82-68 lediglich 29,81 Punkte daneben. Die schlechteste Prognose mit 55-30-30 verfehlte das Wahlverhalten indes um 109,81 Punkte.

Der langjährige medienbewusste Kommunalpolitiker Bernd Gassenschmidt witterte sofort die Chance, sich mit seinem Wett-Sieg pressemäßig zu platzieren. Kann man doch so gleich nochmals betonen, dass Konzeption, Standort, Marktgröße und Betreiberauswahl von ihm einfach perfekt eingefädelt waren. Mit dem richtigen Riecher für Erfolg steht er im Ranking der besten Ex-Bürgermeister im Markgräflerland ganz oben. Da fiel es nicht schwer, den Schampus zu zahlen, den die beiden Gewinner der Wettrunde spendieren mussten. Der Kandidat erhält 99 Punkte. Warum ein Punkt Abzug? Ganz einfach: Ein halber Punkt für die Tatsache, dass wetten süchtig macht und immer wieder mit Rückfällen gerechnet werden muss. Ein weiterer halber Punkt, weil er sich gewiss nicht gemeldet hätte, wenn das Resultat nicht so glanzvoll zu seinen Gunsten ausgefallen wäre. Wetten, dass?

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Autor: mod