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17. Dezember 2011
Das Amtsblatt gibt’s kostenlos und für alle Haushalte
Ballrechten-Dottinger Gemeinderat votiert einstimmig für eine Neuregelung von 1. Januar an.
BALLRECHTEN-DOTTINGEN. Von 1. Januar an bekommt jeder Haushalt in Ballrechten-Dottingen das Amtsblatt kostenlos zugestellt. Diesen Beschluss fasste der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig, gleichsam als Weihnachtsgeschenk an die Bürgerinnen und Bürger. Bisher bezogen nur 60 Prozent der Haushalte das amtliche Mitteilungsblatt für 13 Euro im Jahr.
Jetzt sei es möglich, begründete Bürgermeister Bernhard Fehrenbach, dass die Mitteilungen der Gemeinde und Vereine alle Bürgerinnen und Bürger zeitnah erreichen und nicht erst Tage später auf der Homepage erscheinen. Schon vor einem Jahr, als er sich auf die Bürgermeisterwahl vorbereitete, habe ihn dieses Thema begleitet. Weil die Verbreitung des Amtsblattes bisher über Abonnements lief, konnte es erst im Internet veröffentlicht werden, wenn die nächste Ausgabe bereits zur Verteilung anstand.
In unbegrenztem redaktionellem Umfang finanziert sich das Blatt seit Jahren über Werbung und Abos. Die Gemeinde war in ihrem Bild- und Textanteil unbeschränkt. Seit dem Amtsantritt von Bernhard Fehrenbach am 1. Mai waren im Durchschnitt 9,7 Seiten damit belegt. In Gesprächen mit dem Verlag sei nun vereinbart worden, dass bei kostenlosem Bezug für alle Haushalte der redaktionelle Umfang auf acht Seiten pro Ausgabe oder 400 Seiten pro Jahr reduziert werden müsse, so Fehrenbach. Die Anzeigenakquise ist Risiko des Verlags. Zeitgleich können dann die Mitteilungen auf der Webpage der Gemeinde stehen. Er sei zuversichtlich, so der Bürgermeister, dass eine Beschränkung auf acht Redaktionsseiten möglich ist. Sollten mehr Seiten erforderlich werden, fallen pro halbe Seite Zusatzkosten von 18 Euro für die Gemeinde an, ließ Fehrenbach wissen. Weil das erste Blatt für die Vorder- und Rückseite in Farbe gedruckt wird, sei die letzte Seite werblich interessant und stehe nicht mehr für kirchliche Nachrichten zur Verfügung. Diese würden deshalb unmittelbar nach dem redaktionellen Teil platziert. Dass habe er mit den Pfarreien so abgestimmt. Zwanzig Mal im Jahr sei geplant, ein zweites Blatt farbig zu gestalten. Infoblatteinlagen in das Mitteilungsblatt seien wie gehabt jederzeit kostenpflichtig möglich. Die Anzeigenakquise ist Risiko des Verlags.
Werbung
Das hätte schon viel früher kalkuliert werden können, fand Gemeinderätin Jutta Kaltenbach. Vorteile für alle sah Ratskollegin Barbara Burgert: "Jeder ist informiert und die Werbewirksamkeit durch mehr Leser deutlich erhöht". Man möge jedoch die Vereine aufrufen, sich mit ihren Eigenberichten etwas zu beschränken. Ratsherr Wolfgang Löffler wollte sicherstellen, dass sich das Blatt nicht zu einem reinen Werbeträger entwickle und die Information zu kurz komme. Josef Zimmermann sah Potenzial, die Texte zu straffen, wollte aber die Schriftgröße deshalb nicht verändert wissen, um die Lesbarkeit für alle zu garantieren. Sie habe nie verstanden, warum ein kostenpflichtiges Gemeindeblatt in vielen Kommunen, nur nicht in Ballrechten-Dottingen möglich ist, begrüßte Brigitte Keller-Hirning den Vorschlag. Sie bat aber darum, in einem Jahr "nochmal drauf zu schauen", ob die Rechnung aufgehe.
Autor: Sabine Model
