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24. Dezember 2011
Der Wald ist voller Dynamik
Im Ballrechten-Dottinger Forstbetriebsplan 2012 wird die Einschlagsmenge etwas zurückgefahren.
BALLRECHTEN-DOTTINGEN (mod). Badische Förster haben sich seit 170 Jahren auf die Fahne geschrieben, immer nur so viel Holz zu ernten, wie dem Wald zuwächst und so viel altes Holz zu schlagen, wie der junge Wald an Platz braucht. Wichtig ist Förster Hans-Peter Stoll dabei eine nachhaltige, naturnahe und vielfältige Bewirtschaftung. Als Ergebnis daraus hat er 2010 und 2011 "wertvolles Holz aus dem gepflegten Ballrechten-Dottinger Wald zu guten Preisen verkauft", wie er und sein Forst-Trainee Heinrich Kobras dem Gemeinderat belegten.
Der Wald ist voller Dynamik und Veränderung, so Stoll. Trotzdem, weiß er, erwarten die Besucher stets ordentliche Waldwege und ausgewiesene Erholungsachsen mit freigehaltenen Aussichtsfenstern, Brunnen, Hütten, Bächen, Biotopen, Steinbrüchen und Felsen. All das habe der Ballrechten-Dottinger Wald zu bieten. Gesunde Strukturen setzen jedoch kontinuierliche Pflege, Durchforstungsarbeiten und Pflanzungen voraus.Das Forsteinrichtungswerk hat für die zehn Jahre von 2007 bis 2016 auf einer Holzbodenfläche von 241 Hektar eine Gesamtnutzung von 26 000 Erntefestmetern festgelegt. Weil in den letzten fünf Jahren bereits 15 000 Festmeter geschlagen wurden, verbleiben für die zweite Zyklushälfte nur noch 11 000 Festmeter. Ein Grund, die jährliche Einschlagmenge etwas zurückzufahren. Im Jahr 2010 verminderte sie sich auf 2432 Festmeter. Das Holz kam aus Jungdurchforstung am Steilhang und aus Douglasienbeständen, die sich am Markt sehr gut verkauften. Investiert wurde in Wegeneubau zur Erschließung der Bestände und naturnahen Bewirtschaftung. "Neue Wege werden bei uns eingesät und tragen damit zur Vielfalt des Waldes bei", berichtete Stoll.
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Als angehender Revierleiter übernahm Heinrich Kobras die Darstellung des Zwischenberichtes für 2011. "Es wird ein gutes Betriebsergebnis herauskommen", kündigte er an. Der Holzmarkt sei so gut gewesen wie noch nie, begründete er den erhöhten Holzeinschlag von 500 Erntefestmetern über dem Soll. Es seien Sondersortimente wie Strommasten geliefert worden. Der ältere Wald sei für gute Erlöse genutzt worden. Und doch hatte Kobras von Stoll eines gelernt: "Guter Wald ist mehr als Festmeter und Euro." Deshalb war auch Wegebau und Wegeinstandhaltung ein wichtiger Aspekt im Arbeitsplan 2011. Zur Waldpflege und zum Walderhalt dienten Pflanzungen und Pflege der Kulturen. Man müsse auch reinvestieren und nicht nur aus dem Wald herausholen, so Kobras. Für den Naturschutz und die Landschaftspflege förderte man im Schonwald am Fohrenberg das Laubholz. Am Castellberg wurde der Flaumeiche Raum geschaffen und ein Steinbruch freigelegt, der Lebensraum für viele Tierarten bietet. Im internationalen Jahr des Waldes 2011 gab es einige Sonderaktionen. Unter anderem wurde mit einer Grundschulklasse ein Waldlehrpfad angelegt. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit gab es geführte Waldbegehungen. Für den Plan 2012 und die Restlaufzeit des Forsteinrichtungswerkes avisierte Kobras eine Einschlagreduktion auf 2200 Festmeter. Trotzdem werde man aufgrund der Marktsituation gute Erlöse erzielen. Weil die Wege in gutem Zustand sind, wird bei der Instandhaltung ebenfalls etwas zurückgefahren. Die Kulturkosten zur Sicherung und Pflege der Bestände sollen ebenfalls halbiert werden. Das kalkulierte Ergebnis kann sich mit 28 000 Euro dennoch sehen lassen. Als Arbeiten auf der Liste stehen die Instandsetzung einer Brücke und die Wasserableitung am steilen Kaibenweg. Bürgermeister Bernhard Fehrenbach hatte sich selbst vom Toppzustand des Waldes überzeugt, er zeigte sich dankbar für das gute finanzielle Ergebnis und ein unfallfreies Jahr.
Autor: mod
