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08. Dezember 2017

Ehrenbürger in dem Ort, der zur Heimat wurde

Pfarrer Eduard Schmidt wird am Ehrenamtstag zum Ehrenbürger ernannt / Zwei goldene und vier silberne Ehrenzeichen vergeben / Erstmals eine Gruppe geehrt.

  1. Der neue Ehrenbürger Eduard Schmidt neben seinem Porträt für die Ehrenbürgergalerie. Goldene und silberne Ehrenzeichen verlieh (von links) Bürgermeister Bernhard Fehrenbach an Hubert Triebswetter (Silber), Günther Waldhauser (Silber), Herbert Paulin (Gold), Joseph Zimmermann (Silber), Gerlinde Bußmann (Gold) und Klaus Benz (Silber). Foto: Sabine Model

  2. Foto: Sabine Model

BALLRECHTEN-DOTTINGEN. Seit 1968 hat die Gemeinde sechs Persönlichkeiten zu Ehrenbürgern ernannt. Jetzt gibt es einen siebten: Pfarrer Eduard Schmidt. Seit Anfang 2017 lebt der 82-Jährige zwar im St. Margarethen in Staufen. "Aber meine Heimat ist hier", versicherte er gerührt über die Ehrung. "Mit dieser höchsten Auszeichnung, die ein Gemeinderat verleihen kann, möchten wir etwas von dem zurückgeben, was in unserer Gemeinde seit 20 Jahren mit dem Namen Eduard Schmidt verbunden ist", begründete Bürgermeister Bernhard Fehrenbach.

Festlich schmetterte der interkommunale Schulchor Su-Ba-Do-La die frohe Botschaft von Weihnachten und Frieden in den Abend, dirigiert von Heidrun Zimmermann, auf dem Akkordeon begleitet von Elisabeth Wacker. Bürgermeister Bernhard Fehrenbach freute sich über eine illustre Gesellschaft am zweiten Ehrenamtstag in der Markgräfler Stube. Sie sei Gradmesser für die Wertschätzung von Eduard Schmidt und allen ehrenamtlich Tätigen, die an diesem Abend ebenfalls eine Auszeichnung erhielten.

"Gut sein und ein gutes Leben führen, bedeutet, anderen mehr geben, als man von ihnen nimmt", sei das Tolstoi-Lebensmotto von Eduard Schmidt gewesen, so Fehrenbach. Seinem Engagement verdanke man die renovierten Gotteshäuser in Ballrechten, Dottingen und Sulzburg. Vor allem aber festigte der Seelsorger seit 1995 das innere Gefüge der Gemeinde und stand manche Fasnacht in der Bütt. Sein goldenes Priesterjubiläum wurde 2010 mit dem Patrozinium gefeiert.

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Das Porträt für die Ehrenbürgergalerie im Foyer der Castellberghalle hatte die kanadische Künstlerin Horta van Hoye gemalt. Aufgrund ihrer besondere Beziehung zu Ballrechten-Dottingen porträtierte sie schon mehrere Ehrenbürger. "Bild und Anerkennung bleiben", freute sich der neue Ehrenbürger. Er habe immer versucht, allen Menschen als Bruder und Schwester zu begegnen, betonte er. "Ich vergesse viel. Das macht mich klein. Aber dieser Moment macht mich groß." Amtskollege Erwin Seifried gratulierte namens der Seelsorgeeinheit: "Mit dieser Ehrung hat man dir ein Stück Heimat geschenkt."

Die Ehrenordnung der Gemeinde sieht Ehrenamt-Ehrenzeichen in Bronze, Silber und Gold vor. Auf die schlichte Frage "Was wäre eine Gesellschaft ohne ehrenamtliches Engagement?", fand Fehrenbach die knappe Antwort: "Arm dran." Ehrenamt sei das, wodurch sich ein aktives Gemeinwesen auszeichne, woraus es seine Kraft beziehe und worauf man stolz sein könne. Ehrenamt sei keine Selbstverständlichkeit, aber notwendiger Bestandteil des Zusammenlebens und Garant für mehr Lebensqualität. Ehrenamt habe einen hohen Stellenwert, mit dem man sorgsam und verantwortungsbewusst umgehen müsse. Deshalb, so Fehrenbach weiter, sprach eine eigene Arbeitsgruppe mit Patrick Becker, Wolfgang Spranger, Beate Jacob, Gonda Bakker, Richard Löffler und Werner Bußmann Empfehlungen für die Auszeichnungen aus, denen der Gemeinderat einstimmig folgte.

Das Ehrenzeichen in Gold erhielt Gerlinde Bußmann, die seit 15 Jahren das Altenwerk "Seniorentreff" leitet. Mit Fingerspitzengefühl und viel Verständnis ist sie überdies Ansprechpartnerin für persönliche Belange vieler älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Dieselbe Auszeichnung erhielt auch Herbert Paulin für sein verantwortungsvolles Engagement im Förderverein Sonnenbergschule und in der Fördergemeinschaft der Sulzbachtalchöre. Zudem war er von 1982 bis 2009 SPD-Gemeinderat. Davon zehn Jahre als Bürgermeisterstellvertreter.

Das silberne Ehrenzeichen wurde vier Mal vergeben. Der Diplomingenieur im Ruhestand, Günther Waldhauser, erhielt es, weil er als "ehrenamtlicher Ortsbaumeister" fachliches Wissen und Erfahrung bei allen Tief- und Straßenbaumaßnamen einbringt. Klaus Benz wurde damit geehrt als langjähriger Vorsitzender der Trachtengruppe, unermüdlicher Mitorganisator des Dorfhocks und für zwölf Jahre Aktivität im Winzerkreis. Führend im DRK Sulzbachtal ist Josef Zimmermann bei Veranstaltungen, Notfällen und Blutspende-Terminen stets zur Stelle. Zudem war er von 1989 bis 2013 CDU-Gemeinderat. Als "Tausendsassa" und Helfer bei allen Baumaßnahmen des Sportvereins, beim Umbau der Pfarrscheune und als Betreuer der St. Arbogast-Kapelle hatte sich Hubert Triebswetter das Ehrenzeichen erworben. Zur Auszeichnung gab es Wein oder Blumen, auch für die unterstützenden Partnerinnen und Partner.

Erstmals wurde mit der Flüchtlingsinitiative eine Gruppe mit Urkunden und Weinpräsenten geehrt. Sie kümmert sich um die bisher 41 Flüchtlinge in der Gemeinde in allen Lebenslagen mit viel Kreativität, Improvisation und Geduld. Mit dabei sind: Veronika Baur, Monika Boll, Brigitte und Martin Eberhard, Dorothee und Hermann Gesing, Christa Gohlke-Bärwolf, Klaus Katzfuss-Krakau, Bärbel und Heinrich Merz, Maria Niederndorfer, Ilse und Walter Peuster, Ingeborg Quizinski, Angela Reusch, Ingrid Rüde, Waltraud Schwendel, Anita und Klaus Seywald sowie Ursula Wasmer. Ihr Sprecher Klaus Katzfuß-Krakau dankte für die Ehrung, aber auch für die Unterstützung aus der Bevölkerung mit Geld- und Sachspenden sowie mit der Vermietung von privatem Wohnraum an inzwischen 25 Flüchtlinge. Zum Abschluss trugen sich alle Geehrten ins Goldene Buch ein und ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Autor: Sabine Model