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05. Oktober 2010
Eine Grande Dame verlässt die Kunst-Bühne
Ursula Menzel ist gestorben.
BALLRECHTEN-DOTTINGEN (mod). Das Markgräflerland hat eine Grand-Dame unter den Privatgaleristen verloren. Am vergangenen Freitag trat Ursula Menzel mit 78 Jahren für immer von ihrer geliebten Kunst-Bühne ab. Die Flyer für die 18. Ausstellung im November und Dezember in ihrer Privatgalerie waren bereits gedruckt. Sie sollte der Müllheimer Künstlerin Marie-Luise Krapp gewidmet werden, die im Frühjahr ebenfalls im Alter von 78 Jahren gestorben ist. Seit vielen Jahren waren Bilder von ihr bei Ursula Menzel zu sehen.
Vor 28 Jahren zog die Privatgaleristin nach Ballrechten-Dottingen. Aus der Pharma- und Kosmetikindustrie kommend, galt ihr Interesse schon immer schöngeistigen Dingen. Belesen, weit gereist, fotografisch versiert und immer neugierig, ließ sie sich kurz vor dem Ruhestand auf das Abenteuer Kunst ein. Sie begann 1994 mit Ausstellungen in ihrer 110 Quadratmeter großen Dachwohnung. Mehr als 400 Unikate von mehr als 25 Künstlertalenten zwischen Island, Tel Aviv, Paris und Sardinien drapierte die Art-Lady mit dem Blick für Details und harmonische Kompositionen alljährlich in Fluren und Ecken, in Zimmern, an Fenstern und auf Tischchen und lud sechs Wochen lang Kunstfreunde zu sich ein. Das hielt sie jung.
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Ihr Netzwerk war weitläufig, intensiv und freundschaftlich. Auch in der Region. Zwischen Elsass und Hochschwarzwald, von Müllheim bis Freiburg war sie Anlaufstelle für erfahrene Künstler, aber auch für junge, dynamische Anfänger, deren Talent sie entdeckte und förderte. Bei ihr ausstellen zu dürfen, galt in einschlägigen Kreisen längst als Qualitätsmerkmal und Auszeichnung. "Ich brauche diese Kontakte und die Kunst und pflege beides, solange ich kann", hat Ursula Menzel einmal gesagt. "Bei mir steht nicht Kommerz im Vordergrund, sondern Kunst zum Leben. Manchmal vergesse ich dabei mein Alter und auch Pausen zu machen."
Ursula Menzel liebte Vielfalt und Visionen, hatte bis zuletzt Pläne und Profil. In einem Interview vor einem Jahr zog sie Bilanz: "Ich habe viel gemacht, bin viel gereist, habe viel erlebt. Das ist eine gute Grundlage, um zufrieden zu sein. Geschichte, Kunst und Stätten dieser Welt, die das vereinen, faszinieren mich. Dadurch war mein Leben nie langweilig. Und das war genau das Richtige für mich." Jetzt geht sie auf ihre letzte Reise. Im Kreis von Freunden wird ihre Asche im Elsass ausgestreut.
Autor: mod
