Gemeinsam effektiver und kostengünstiger

Jennifer Ruh

Von Jennifer Ruh

Fr, 27. Juli 2018

Ballrechten-Dottingen

Gemeinde Ballrechten-Dottingen und Stadt Sulzburg wollen Interkommunale Gemeinbedarfsfläche entwickeln.

BALLRECHTEN-DOTTINGEN (ruh). Vor allem für kleinere Gemeinden und bei immer komplexeren Aufgaben gewinnt die interkommunale Zusammenarbeit an Bedeutung. Daher hat der Gemeinderat Ballrechten-Dottingen in seiner jüngsten Sitzung die Interkommunale Gemeinbedarfsfläche mit Sulzburg neu beschlossen.

Die Gemeinde Ballrechten-Dottingen und die Stadt Sulzburg beabsichtigen, eine Interkommunale Gemeinbedarfsfläche zu entwickeln, die Standort für Bauhof, Forst, Feuerwehr, Bergwacht und Sportanlagen sein soll. Die "Rahmenvereinbarung Interkommunale Zusammenarbeit" haben die Gemeinden bereits vor über sieben Jahren geschlossen. Ziele dieser Zusammenarbeit sollen in erster Linie solche Themenfelder sein, bei denen es primär auf die räumliche Nähe und nicht auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Verwaltungsgemeinschaft ankommt. So könne, vor allem in Zeiten knapper Haushaltskassen, gemeinsam in sozial verträglicher Weise eine effektivere und kostengünstigere Erfüllung einzelner Aufgaben ermöglicht werden.

Die Zusammenarbeit, so heißt es weiter in der Vereinbarung, soll jeweils rechtlich und organisatorisch so ausgestaltet werden, wie es den individuellen Bedürfnissen beider Kommunen am besten entspricht, inklusive hinreichendem Mitspracherecht und eine angemessene Kosten- und Lastenverteilung. Außerdem soll dazu beigetragen werden, dass beiden Kommunen ein Höchstmaß an Eigenständigkeit erhalten bleibt. So wurde in einem ersten Schritt ein Interkommunaler Lebensmittelmarkt planerisch ermöglicht und am 22. Januar 2014 eröffnet. Gleichzeitig habe man, so Bürgermeister Bernhard Fehrenbach, eine Interkommunale Gemeinbedarfsfläche für Bauhof, Forst, Feuerwehr und Bergwacht gesucht. Hier besteht infolge maroder Bausubstanz beziehungsweise aus Platzgründen teilweise erhöhter Handlungsbedarf. "Die Standortsuche hat sich als äußerst schwierig gestaltet, über viele Jahre hinweg", so Fehrenbach weiter. Insgesamt wurden sieben potentielle Flächen, alle auf der Gemarkung Ballrechten-Dottingen, geprüft, hinsichtlich Größe, Erschließbarkeit, Lage, Erreichbarkeit und vor allem Verfügbarkeit. Ein besonders vielversprechender Kandidat war die Fläche S 5 westlich des Sulzburger Sportplatzes.

"Leider ist diese Unternehmung letztendlich gescheitert", erklärte Fehrenbach. Dies lag unter anderem an den Bedenken sowohl hinsichtlich der teuren Erschließung – mit einer neuen Brücke über den Sulzbach – als auch des Biotops am Sulzbach. Das habe zu der Idee geführt, den Sulzburger Sportplatz auf einen Teil der S 5-Fläche zu verlagern und damit eine neue Fläche zu schaffen (S 5 neu), bei der eine Brücke nicht neu errichtet werden müsste, die Erschließung über die bestehende Brücke der Gebrüder-Spreng-Straße vorhanden ist und aus naturschutzrechtlicher Sicht keine Bedenken bestehen. Die Fläche des jetzigen Sportplatzes befindet sich im Eigentum der Stadt Sulzburg. Auf die beiden westlich angrenzenden Grundstücke – mit einer Größe von 2,75 Hektar – hat Sulzburg eine Kaufoption. Der Gemeinderat begrüßte die Entwicklung der Interkommunalen Zusammenarbeit und bezeichnete den Vorschlag der Verwaltung für die Gemeinbedarfsfläche S 5 neu als "bestmöglichen Kompromiss". Es gab eine Enthaltung.