Theater

Barbara Mundel soll Intendantin der Münchner Kammerspiele werden

Alexander Dick/BZ

Von Alexander Dick & BZ-Redaktion

Do, 20. September 2018 um 18:42 Uhr

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Freiburg wollte sie nicht mehr als Kuratorin für das Stadtjubiläumsjahr 2020. Nun schlägt München zu. Dort soll Barbara Mundel Intendantin der Kammerspiele werden.

Barbara Mundel (59) soll in der Spielzeit 2020/2021 die Intendanz der Münchner Kammerspiele übernehmen. Auf Vorschlag von Kulturreferent Hans-Georg Küppers soll der Münchner Stadtrat einen Fünfjahres-Vertrag mit der Theatermacherin abschließen, die vom Herbst 2006 bis zum Sommer 2017 Intendantin am Theater Freiburg war. Mundel sei "eine versierte, bekannte, erfolgreiche und gut vernetzte Intendantin, die die Münchner Kammerspiele bereits kennt", so Küppers in einer Pressemitteilung. In der Spielzeit 2005/2006 war die gebürtige Hildesheimerin Chefdramaturgin an den Kammerspielen unter Frank Baumbauer.

Mundels Ruf an die Münchner Bühne kommt nicht ganz überraschend. Nachdem der derzeitige Intendant Mathias Lilienthal bekanntgegeben hatte, seinen Vertrag über 2020 hinaus nicht zu verlängern, begann sich das Kandidatenkarussell zu drehen. Ein schwieriger Akt, zumal der sich politisch klar positionierende Lilienthal seitens der CSU-Stadtratsfraktion unter Dauerbeschuss stand, der SPD-Kulturreferent aber auf keinen Fall die städtischen Kammerspiele für einen künstlerisch konservativeren Kurs öffnen wollte.

Theaterrivalität vom Oberrhein dürfte Fortsetzung an der Isar finden

Diplomatisch liest sich Küppers Begründung: Mundel stehe "für eine umsichtige Öffnung des Stadttheaters, was Inhalte, Formate und Zielgruppen angeht. (...)Barbara Mundel wird an die traditionsreiche und stets nach vorne gerichtete Linie der Münchner Kammerspiele anknüpfen".

Die Konstellation ist auch aus einem anderen Grund charmant: Am anderen großen Sprechtheater Münchens, dem Bayerischen Staatsschauspiel, wird Mundel in Andreas Beck auf ihren Intendantenkollegen aus Basel als Chef treffen. Die Theaterrivalität vom Oberrhein dürfte so ihre Fortsetzung an der Isar finden.