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23. Februar 2012 07:42 Uhr

Champions League

Basel schlägt Bayern mit 1:0 – Kehrausstimmung in München

Der FC Basel hat Bayern München im Hinspiel des Achtelfinales der Champions League 1:0 geschlagen. Die Krisenstimmung in München hält somit an. Basel freut sich über die gute Ausgangsposition für das Rückspiel.

Der Groll der Verantwortlichen aus der Führungsetage des FC Bayern München dürfte nach diesem Auftritt in der Champions League nicht verstummen. Beim FC Basel kassierten die Bayern am Mittwochabend eine 0:1 (0:0)-Niederlage. Der eingewechselte Valentin Stocker traf zum nicht unverdienten Heimerfolg für den Schweizer Meister im Basler St. Jakob-Park in der 86. Minute.

Müller darf erst einmal nicht mitspielen

Gerne vagabundiert Thomas Müller als rastloser Filou im offensiven Mittelfeld der Bayern von links nach rechts. Am Mittwochabend rochierte der Nationalspieler jedoch erst einmal auf die Ersatzbank. Weit vor allen anderen Reservisten nahm Müller im Basler Joggeli auf den Sitzschalen am Spielfeldrand Platz.

Wie erwartet hatte Trainer Jupp Heynckes Arjen Robben auf der linken Seite den Vorzug gegeben, doch Robbens Entfaltungskraft erschöpfte sich vor der Pause in einem passgenauen Anspiel auf den quer durchgestarteten Franck Ribéry (3.), der jedoch am sehr aufmerksamen Basler Torhüter Yann Sommer scheiterte. Neun Minuten später vergab Ribéry eine weitere gute Möglichkeit.

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Mehr Wirkung entfaltete die zweite Hereinnahme von Heynckes: Anatoli Timoschtschuk, nach dem enttäuschenden 0:0 beim SC Freiburg für Luiz Gustavo in die Mannschaft gerückt, behinderte als Störenfried im defensiven Mittelfeld oftmals das Basler Aufbauspiel.

Xhaka sticht Shaqiri aus

Auf der Gegenseite sorgte nicht etwa der zukünftige Münchner Kraftzweg Xherdan Shaqiri für Akzente, sondern Granit Xhaka. Der ebenfalls von der Bundesliga umworbene Basler Youngster bediente mit einem langen Pass Markus Steinhöfer, dessen Flanke Shaqiri aber nicht unter Kontrolle bringen konnte (8.). Der Mut der Basler war nun aber geweckt. Die Münchner Innenverteidigung bekam davon zunächst aber nicht viel mit, denn erst köpfte Aleksandar Dragovic im Sechszehner völlig frei den Ball auf das Gehäuse von Manuel Neuer, der für seine Rettungstat die Mithilfe des Pfostens benötigte (17.). Dann endete die größte Basler Chance an der Querlatte: Alex Frei zielte nach Pass von Joo Ho Park mit einem Drehschuss aus elf Metern etwas zu hoch (19.).

Pfosten, Latte – das beeindruckte die Bayern, die bis zur Pause aus ihrem unbeweglichen Passspiel kaum noch Torgefahr entwickelten. Nun wirkte das Spiel des deutschen Rekordmeisters wieder so berechenbar wie das Datum des Basler Morgestraichs – der Montag nach Rosenmontag.

Duett der Einwechselspieler

Zu karnevalistischen Schunkeleien gab die Leistung des Gäste auch nach dem Wechsel weiterhin kaum Anlass. Ein Freistoß von Robben an der Strafraumkante verpuffte in der Basler Mauer. Dann scheiterte Mario Gomez, der kurz vor der Pause zweimal seine Torgefährlichkeit wenigstens angedeutet hatte, am hervorragenden Sommer.

Basel hingegen kämpfte aufopferungsvoll und wartete geduldig auf seine Chance – und sie kam: Wie ein Kreisläufer im Handball lief Jacques Zoua an den Abwehrspielern der Bayern vorbei und legte auf Stocker, der die Kombination der Einwechselspieler mit einem Schuss durch die Beine von Neuer erfolgreich beendete.

Stumpf blieben anschließend die Bemühungen des vermeintlich großen FCB. Thomas Müller fand zwar noch den Weg aufs Spielfeld, bezeichnend allerdings die Situation, mit der er einzig für Aufsehen sorgte: eine Gelbe Karte nach Rempler an Sommer.

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Autor: Matthias Kaufhold