Aesch soll seinen Autobahnanschluss bekommen

Michael Baas

Von Michael Baas

Di, 18. September 2018

Basel

Schweizer Regierung übernimmt für die Fortschreibung des Agglomerationsprogramms Basel eine zentrale Forderung der Region.

BASEL (alb). Das Agglomerationsprogramm Basel meldet einen Erfolg im Ringen um Schweizer Geld für den Ausbau der regionalen Verkehrsinfrastruktur. Konkret geht’s um den Vollanschluss der Gemeinde Aesch an die Autobahn zwischen Basel und dem Jura (A 18). Dem räumt die Schweizer Regierung im Beschluss zur dritten Programmgeneration nun, wie von der Region gefordert, höchste Priorität ein. Damit ist der Bau bis 2022/23 realistisch. Im Gegenzug hatte die Region aber auch die Rückstufung zweier zunächst in die höchste Priorität, den A-Horizont, eingestufter Vorhaben, angeboten, und zwar der Mobilitätsdrehscheibe am Zoll zwischen Lörrach und Riehen sowie die Verlegung einer Straße in Laufen. Da diese zusammen ähnlich viel kosten wie der 55 Millionen Franken teure Anschluss in Aesch verändert sich die Gesamtsumme, die die Schweiz mit dem 3. Agglomerationsprogramm in den Ballungsraum pumpt, nur unwesentlich. Konkret steigt sie gegenüber der Vorlage im Frühjahr um drei auf 110 Millionen Franken. Das hat auch damit zu tun, dass ein zweites für die Region prioritäres Projekt, die Tram ins Basler Klybeckareal nicht wie erwünscht hochgestuft wurde.

Dennoch sei die Gestalt des Programms für die Region besser geworden, findet der Geschäftsführer des Trägervereins Agglo Basel Patrick Leypoldt. Immerhin sei es gelungen, zwei Projekte, die bis 2023 nicht realisierbar gewesen wären, zu tauschen gegen ein baureifes. Darüber hinaus sei ein Baubeginn für die Tramstrecke ins Klybeckareal ohnehin erst für das Ende des aktuellen A-Horizonts angedacht gewesen. Dieser könne nahtlos in den des vierten Programms verschoben werden. Das steht inzwischen denn auch im Fokus des Aggloprogramms. Dafür angedachte Projekte wie diese Klybecktram, die Umfahrung von Hésingue im Südelsass oder die Verlängerung der Tram 8 zum Läublinpark in Weil müssten vorangetrieben werden, damit sie wie geplant von 2024 in Bau gehen könnten, appellieren Leypoldt und der Verein Agglo Basel.

Mit der Ende 2016 beim Schweizer Bund eingereichten dritten Programmgeneration hatte die Region im A-Horizont Projekte im Volumen von rund 600 Millionen Franken beantragt. Nach einer Aufstockung der Mittel für alle Programme von 1,2 auf 1,344 Milliarden Franken darf sie nun eine Schweizer Mitfinanzierung von rund 40 Prozent für Projekte im Volumen von 276 Millionen Franken erwarten. Neben dem Vollanschluss Aesch sind darunter die Tram Claragraben in Basel und der Zubringer Dornach mit Investitionen von jeweils mehr als 25 Millionen Franken als große Einzelprojekte.

Im Kreis Lörrach will sich die Schweiz mit insgesamt rund 1,6 Millionen Franken an Projekten beteiligen – vor allem am Bau von zehn Radwegen. Darunter sind einer an der K 6333 in Rheinfelden, die Nordwestumfahrung in Weil am Rhein, eine Optimierung der Pendlerroute in Otterbach, der Radweg rechts der Wiese in Lörrach oder eine Bahnbrücke bei Steinen. Ein weiteres ebenfalls für förderfähig erachtetes Projekt ist die Umgestaltung der Basler Straße in Lörrach zwischen dem Bahnhof Stetten und der Dammstraße. Endgültige Entscheidungen fallen aber erst mit dem Beschluss des Schweizer Parlaments, der im Frühjahr 2019 erwartet wird.