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30. Dezember 2008 19:30 Uhr
In Basels Markthalle entsteht ein Indoor-Strand
Basel rückt ein bisschen näher ans Meer
Wenn Frankreich nicht wär’, läg’ Basel am Meer. Doch so gibt es in der Stadt am Rhein keine breiten Sandstrände mit Palmen. In diesem eisigen Winter soll sich das ändern. Im Januar öffnet in der Markthalle am Bahnhof SBB der erste Schweizer Indoor-Strand.
Auf die verfrorenen Besucher warten in der 2500 Quadratmeter großen Markthalle 400 Tonnen Sand und 99 echte Palmen. "Wir wollen eine warme Oase bieten – ein Stückchen Sommer mitten im Winter", sagt Thomas Merian, Eventmanager und Initiator des Projekts. Dafür wird die Halle auf 20 Grad geheizt. Pool und Whirlpool werden nicht erwärmt, sind also eher etwas für Hartgesottene. Der 27-jährige Basler Merian hat sich bei einem Besuch in den Hamburger Stadtstrand verliebt. Am liebsten hätte er den Sand im Sommer am Basler Rheinufer aufschütten lassen, hat aber keinen passenden Platz gefunden. "Dafür sind wir jetzt zentral und unter einem wunderschönen Dach", sagt Merian und blickt nach oben.
Die Kuppel der Markthalle ist eindrucksvoll. Mit 60 Meter Durchmesser war sie bei ihrer Eröffnung 1929 die drittgrößte Kuppelkonstruktion der Welt. Heute ist sie sanierungsbedürftig. Längst sollten die Bauarbeiten für ein Einkaufs- und Freizeitzentrum beginnen, aber wegen der Erdbebengefahr und der komplexen Statik verzögert sich das wohl bis in den Spätsommer 2009. Bis dahin steht die Halle zur Verfügung. Merian und die Eventagentur First Soirée wollen sie bis mindestens Ende März belegen.
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Der Strand bietet 2000 Menschen Platz. In Bambus-Umkleidekabinen kann man sich sommerlich anziehen, um es sich dann mit einem Cocktail und thailändischem Essen auf Matratzen gemütlich zu machen. Das kostet keinen Eintritt – die Jacke muss allerdings kostenpflichtig abgegeben werden. Sportfreunde können zahlreiche geplante Events besuchen: Beachvolleyballturniere mit den Schweizer Olympiasiegern, Kicken mit FC-Spielern, Yoga und Massage. Auch Konzerte und Partys sind geplant. "Basel fehlt so ein Lifestyle-Ort", sagt Merian.
In Luzern hat First Soirée mit dem Beachkonzept bereits unter freiem Himmel Erfolg gehabt. Und der deutsche Sand, der jetzt in der Basler Markthalle liegt, hat eine Reise durch die Schweiz vor sich: Im Sommer 2009 steht Zürich auf dem Plan, später Genf. Die Kosten für die künstlichen Strände werden zum größten Teil durch Sponsoren gedeckt.
Bis in Basel die Strandmatten ausgerollt werden können, haben Schreiner, Elektriker und die vielen studentischen Helfer aber noch einiges vor sich. Sie sollen die riesige Markthalle in nur acht Werktagen in ein Paradies verwandeln. Noch ist der Pool leer, die Luft kalt und die Bar ein nacktes Holzgerüst. "Apropos: Hält der ganze Bambus da oben auf dem Dach?", fragt Merian und blickt zum Architekten. Der nickt beruhigend.
Indoor-Citybeach: Ab 10. Januar, 11 Uhr. Öffnungszeiten: donnerstags, freitags ab 16 Uhr, samstags ab 11 Uhr, je bis Mitternacht. Die Halle kann auch gemietet werden. Veranstaltungskalender demnächst unter http://www.city-beach.ch
Autor: Bianca Fritz


