Basler Behörden finden giftigen Lindan-Staub

sda

Von sda

Di, 17. September 2013

Basel

Unter den Prüfwerten.

BASEL (sda). Das baselstädtische Amt für Umwelt und Energie (AUE) hat in Basel Lindan-Staub gefunden. Dieser rührt von der Sanierung einer Giftgrube im französischen Grenzort Hüningen her. Die Messwerte lägen jedoch deutlich unter einem vom Bund festgelegten Prüfwert, teilte das AUE am Montag mit. Das AUE war aktiv geworden, nachdem der Basler Altlastenexperte Martin Forter publik gemacht hatte, dass es in Kleinbasel immer wieder stinke. Als Ursache vermutete Forter die laufende Sanierung auf dem Gelände der früheren Industriekläranlage in Hüningen, von wo Staub nach Basel verweht werde.

Drei Staubproben vom folgenden Tag ergaben im – öffentlich nicht zugänglichen – früheren Hafen St. Johann erhöhte Werte und an der Uferstraße in Kleinbasel leicht erhöhte Werte von HCH. Bei HCH handelt es sich um den mit dem hochgiftigen Insektizid Lindan verbundenen Stoff Hexachlorcyclohexan. Auch bei 22 weiteren Proben, die danach erhoben wurden, konnte HCH nachgewiesen werden. Größtenteils bewegten sich die Konzentrationen im Bereich der allgemeinen Hintergrundwerte; an vier Stellen wurden jedoch erhöhte Konzentrationen festgestellt: auf dem früheren Hafenareal St. Johann, in der Einfahrt zum Novartis-Campus, auf einer Splittfläche der Dreirosenanlage und an der Uferstraße. Alle Werte lägen jedoch deutlich unter dem vom Bundesamt für Umwelt in der Wegleitung Bodenaushub von 2001 festgelegten Prüfwert, heißt es in der Mitteilung. Aufgrund einer ersten Einschätzung bestehe daher kein Risiko, hält das AUE weiter fest. Konkrete Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung müssten nicht empfohlen werden.

Die zuständige französische Behörde und die Basler Behörden seien sich einig, dass der Staub kaum aus den Zelten entweiche, in welchen die Sanierung stattfindet. Die Quelle liege eher bei der Verladung von relativ schwach verschmutztem Material auf Schiffe; deren Laderaum ist während der Verladung offen. Auch die Zwischenlagerung von gewaschenem Aushubmaterial im Freien begünstige die Staubverbreitung. Auf dem von Novartis derzeit sanierten Areal in Hüningen hatte die Chemiefirma Ugine Kuhlmann bis 1976 Lindan hergestellt.