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29. März 2010
Basler Casino kaltblütig ausgeraubt
In einem spektakulären Coup erbeutet eine etwa zehnköpfige Bande mehrere Hunderttausend Franken / Flucht nach Frankreich.
BASEL (sda/alb). Etwa zehn vermummte und bewaffnete Männer haben am Sonntag zu nachtschlafener Zeit kurz nach vier Uhr das Grand Casino Basel überfallen und mehrere 100 000 Franken erbeutet. Obwohl die Täter "kaltblütig" und brutal vorgingen und mehrfach ihre Schusswaffen einsetzten, wurde keiner der zu Zeit anwesenden etwa 600 Gäste getroffen. "Das waren absolute Profis", beschrieb Peter Gill, Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel, das Vorgehen auf BZ-Anfrage. Konkretere Angaben zu nach Frankreich geflüchteten Tätern konnte und wollte die Kantonspolizei gestern aber nicht machen.
Die mit Sturmhauben vermummten und schwarz gekleideten Männer fuhren nach Angaben Gills mit zwei silbergrauen Audis mit französischem Kennzeichen vor dem aus – Basler Sicht – direkt an der französischen Grenze auf dem Weg zum Euro-Airport gelegenen Casino vor und stürmten dieses. Während einer der Täter mit einem Vorschlaghammer die Eingangstüren zertrümmerte, rannten die mit Maschinenpistolen und Pistolen bewaffneten anderen in den Eingangsbereich. Dort bedrohten sie Gäste und Angestellte, die sich auf den Boden warfen, und teilten sich: Eine Gruppe stürmte ins Untergeschoss und überfiel die Kasse. Dabei fielen mehrere Schüsse, als versucht wurde, die Zugangstüren zum Tresor zu öffnen, was jedoch nicht gelang. Eine zweite Gruppe begab sich ins Obergeschoss und raubte dort die Kasse aus.Werbung
Es sei ein Glück, dass niemand von einer Kugel getroffen worden sei, schildert Gill. Allerdings wurden einige Gäste und ein Security-Mitarbeiter durch Schläge und Fußtritte leicht verletzt. Gäste und Personal wurden vom Care-Team der Polizei betreut. Der ganze Überfall habe sich in sehr kurzer Zeit abgespielt – was darauf hindeute, dass die Täter gut vorbereitet waren und professionell operierten.
Nach dem Überfall flüchteten die Täter mit ihrer Beute in den zwei – so vermutet die Polizei – gestohlen Fahrzeugen. Eine Frau, die sich bei der Ausfahrt mit ihrem Fahrzeug zwischen den beiden Audis befand, sei aus dem Wagen gezerrt und geschlagen worden, so dass der Fluchtweg frei war. Anschließend flüchteten die Täter mit hoher Geschwindigkeit Richtung Flughafenstraße, also nach Frankreich. Möglicherweise haben sie bei ihrer Flucht auch auf ein anderes Fahrzeug geschossen. Wie die Täter die weitgehend eingezäunte Straße zum Euro-Airport, die sich auf französischem Gebiet befindet, verlassen konnten, ist eine Frage der Ermittlungen. Diese führen die Schweizerischen und die französischen Behörden gemeinsam, schildert Gill. Vorerst werden unter anderm Überwachungsvideos gesichtet und Zeugen befragt. Von den zwei Autos und den Täter fehlte dagegen bis gestern am späten Nachmittag noch jede Spur. Klar scheint nur, dass die Bande aus dem französischsprachigen Raum stammt – zumindest habe sie während des Überfalls Französisch gesprochen – und einen der spektakulärsten und größten Raubüberfälle in der Region verantwortet. Gill zumindest kann sich an keinen vergleichbaren Fall erinnern.
Autor: sda
