Basler Claraspital punktet in Südbaden

Michael Baas

Von Michael Baas

Di, 17. April 2018

Basel

Rund sieben Prozent der Patienten aus Südbaden / Kooperation mit Unispital in der Bauchchirurgie soll nationalen Champion schaffen.

BASEL. Die Schweizer Krankenhauslandschaft bleibt im Umbrauch. Das Basler Claraspital aber sieht sich gut aufgestellt für diese Prozesse. "Wir sind kerngesund", betonte Direktor Peter Eichenberger am Montag bei der Vorlage des Jahresergebnisses. So behandelte das 240-Betten-Krankenhaus im rechtsrheinischen Kleinbasel 2017 im stationären Bereich 10 866 Patienten knapp 100 mehr als 2016. Angesichts der insgesamt flachen Entwicklung der Schweizer Kliniken, der Aufgabe der Orthopädie und der baubedingt schlechten Erreichbarkeit sei das "kein schlechtes Ergebnis", sagte Eichenberger – zumal die Zahlen im ersten Quartal angezogen haben und das private, letztlich kirchlich getragene Haus im Vergleich zu 2017 allein im Stationären bereits ein Plus von elf Prozent verzeichnet.

Wirtschaftlich erreichte die Klinik bei einem Aufwand von knapp 204 Millionen Franken einen kleinen Gewinn von 700 000 Franken. Infolge einmaliger Sonderabschreibungen für die 2015 begonnene, 200 Millionen Franken teure Modernisierung, wo die dieser Tage die Rohbauarbeiten des neuen Hirzbrunnenhauses beginnen, stand unter dem Strich indes ein Minus von knapp 3,5 Millionen Franken. Mehr als die Hälfte des Aufwands oder rund 117 Millionen Franken sind die Personalkosten für die rund 1200 Mitarbeitenden, darunter 152 Ärzte und Ärztinnen und 561 Pflegekräfte. Rund 30 Prozent der Belegschaft stammt übrigens aus Deutschland, drei Prozent aus Frankreich. Der Anteil der Grenzgänger liegt nach Angaben des Spitals konstant bei 22,6 Prozent oder in absoluten Zahlen bei rund 270 Beschäftigten.

Verschiebungen gibt’s dagegen bei den Patientenströmen. Zwar stammt nach wie vor gut die Hälfte stationärer Patienten aus Basel. Doch während es 2017 im Stadtkanton bröckelte, gab’s in den umliegenden Kantonen vom Jura bis in den Aargau Zuwächse, vor allem in Baselland. Auch hierzulande verzeichnete das Haus "ein schönes Plus" (Eichenberger). So kamen rund 760 Patienten (2016: 700), also gut sieben Prozent der stationären Fälle, aus Südbaden. Das wiederum seien fast nur Privat- und Zusatzversicherte – also eine Klientel, die Kliniken auch hierzulande umwerben, um die es "Wettbewerb gibt", räumte der Spitaldirektor ein. Angesichts der vergleichsweise komfortablen Pflegeleistungen – so kommt im Claraspital eine Kraft auf sechs bis sieben Patienten, hierzulande sind es locker doppelt so viele – sieht er sein Haus da aber gut aufgestellt und will diese Karte künftig aktiver spielen. Denn auch für Schweizer Kliniken werden Zusatzversicherte angesichts der politisch betriebenen Senkung der Standardtarife immer wichtiger. Diese koste allein das Claraspital unter dem Strich vier Millionen Franken im Jahr und münde ohne Korrekturen mittelfristig in ein Spitalsterben in der Schweiz, prognostiziert Eichenberger.

Was das Profil angeht, setzt der Direktor angesichts dessen weiter auf die Stärkung der Stärken. Dazu gehören Gastroenterologie und Viszeralchirurgie samt Bauch- und Tumorzentrum, auf die rund 65 Prozent der stationären Fälle entfallen. Wichtig seien aber auch Urologie und Kardiologe mit jeweils etwa zehn Prozent, Lungenheilkunde und die neue gynäkologische Onkologie. Gleichwohl sind weitere Profilschärfungen im Köcher: So wird in der Bauchchirurgie eine Kooperation mit dem Unispital Basel geprüft. Ziel sei es, bei hochspezialisierten Eingriffen wie Teilentfernungen von Leber, Bauchspeicheldrüse oder Speiseröhre eine nationale Spitzenposition zu erreichen und so eine Stellung, mit der nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Südbaden weiter gepunktet werden kann. Ergebnisse soll es bis zum Jahresende geben.