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31. August 2010

ChezVelo: Das Basler Radhaus

ChezVelo ist das erste analoge Veloforum der Schweiz und ein Treffpunkt für Rad-Verrückte.

  1. Selbst in der Badewanne steht im Basler ChezVelo ein Rad. Foto: Martina David-Wenk

BASEL.Touristen verirren sich selten in das Gebiet zwischen Binningen und Allschwil. Hier, wo die zweigeschossigen Wohnhäuser durch kleine Quartierläden ergänzt werden, ist Platz für das erste analoge Veloforum der Schweiz. In einem Haus mit kleinem Garten wohnt das Velo, es badet in der Badewanne, statt des Fernsehgeräts fängt ein Rennrad die Blicke im Wohnzimmer und wo einmal Kinder gespielt haben, stehen jetzt Rennräder von Fredy Rüegg, einer Schweizer Radsportlegende, der sich nach Ende seiner aktiven Zeit fürs Fahrradbauen entschied.

Das Velo feiert hier in der Neuweiler Straße Einzug, mit Bier und Würsten mit Musik und ganz viel Plausch. Andreas Schabbach und Christian Berra, im grün-roten Radtrikot, sie halfen den Fahrrädern – oder bleiben wir hier in Basel beim Velo – beim Einzug, organisierten die Wohnung, den Umzug, ja bestückten die Räume. ChezVelo heißt ihre Firma. Es klingt nach einer kleinen aber feinen Adresse, nach Individualität, vielleicht denkt der ein oder andere auch an Kneipen, wo man sich beim Patron trifft, weil nun mal er die Atmosphäre entscheidend prägt. Ja, und hier tut dies das Velo. Auf eine begrenzte Zeit nur, noch sechs bis acht Monate wird das Haus stehen, dann soll es abgerissen werden und in dieser Zeit dreht sich hier alles ums Velo.

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Und was hier bisher schon wohnt, muss es nicht die ganzen acht Monate tun. Wer seinen zweirädrigen Schatz anderen zeigen will, darf dies gerne tun, wer abenteuerliche Konstruktionen auf zwei Rädern gebaut hat, kann das Ergebnis seiner Mühen gerne öffentlich präsentieren. Andreas Schabbach und Christian Berra setzen hier auf die Besucher ihres Forums, sind offen für alles und jeden. Denn anders als in diversen Internetforen, ist der Austausch unter den Fahrradbegeisterten kein virtueller, sondern ein realer, sind die Tipps und Infos mit dem Herzblut des wahren Liebhabers ausgestattet. Andreas Schabbach und Christian Berra pflegen die Liebe zu den Klassikern der Rennvelos, zu den Stahlrahmen, zierlich, manche chromglänzend. Sie restaurieren diese Schätze, tunen sie mit neuester Technik, alles mit viel Wissen und Gefühl fürs Detail.

Heutzutage ist es möglich per Facebook die Bilder der jüngsten Tour fast zeitgleich herunterladen, man kann sich aber auch mit Anderen zusammen, die Bilder bei ChezVelo anschauen, zumindest haben es sich die Veranstalter so gedacht. Der Fußball hat es vorgemacht, ChezVelo wollen für den Radsport nachziehen. Public Viewing bei der Vuelta 2010 und damit die Spanienrundfahrt rund läuft, am 11. September begleitet von Sangria, am 18. September gar von Paella, dann allerdings nur nach Anmeldung. Oder ein Schlauchwechsellehrgang: Auch das bietet ChezVelo, zum Beispiel am 23. September.

Doch das Velo ist nicht nur ein Sportgerät, auch wenn die meisten, die hier zu den Treffen kommen werden, eben aus diesem Grunde hier sind. Das Velo ist ein Alltagsgerät und als solches soll es erkannt werden, meint Andreas Schabbach. Vom Alltag ist es nicht weit zur Politik, da will er sich eher zurückhalten und doch hat ChezVelo auch dorthin seine Kontakte geknüpft und ist auf positive Resonanz gestoßen. Das Velo ist eben das umweltfreundlichste und in der Stadt auch schnellste Verkehrsmittel.

ChezVelo, Basel, Neuweilerstr.93. Öffnungszeiten dienstags und donnerstags von 18 bis 20 Uhr sowie samstags von 16 bis 20 Uhr.

Autor: Martina David-Wenk