Basler Fasnacht

Der Morgestraich in Basel beginnt um 4 Uhr

Daniel Gramespacher, bz, dpa

Von Daniel Gramespacher, BZ-Redaktion & dpa

So, 18. Februar 2018 um 18:39 Uhr

Basel

Um 4 Uhr starten am Montagmorgen Tausende Trommler, Piccoloflötenspieler und Laternenträger zum "Morgestraich" durch Basel. Das Motto lautet diesmal "D Boscht goot ab". Wie man hinkommt – und welche Regeln für Zuschauer gelten:

Aschermittwoch ist schon längst vorbei – doch im schweizerischen Basel beginnt die fünfte Jahreszeit an diesem Montag erst. Wenn alle Straßen- und Schaufensterbeleuchtungen ausgeschaltet sind, heißt es am Montagmorgen um 4.00 Uhr "Achtig! Morgestraich! Vorwärts, Marsch!". Anschließend ziehen Tausende Trommler, Piccoloflötenspieler und Laternenträger mit Masken und Kostümen durch die Stadt.

Charakteristisch sind überdies mehr als 200 große Laternen, auf denen – wie die Basler sagen – Sujets ausgespielt, also Themen kritisch-humorvoll aufgegriffen werden. Der Zauber des Morgenstreichs liegt zu einem Gutteil in der Dunkelheit, die nur von Fasnachtslaternen durchbrochen wird. Weil das selbst Basler Ladeninhaber bisweilen vergessen, schickt das Fasnachts-Comité zwei Teams durch die Straßen, die erleuchtete Schau- und andere Fenster – soweit erreichbar – mit schwarzer Plastikfolie abdecken.
Basler Fasnachtstermine im Überblick unter mehr.bz/fasnachtbasel18

Das Motto lautet diesmal "D Boscht goot ab" - die Post geht ab. Die sogenannte Basler Fasnacht findet genau 40 Tage vor Ostern statt – so lange soll die vorösterliche Fastenzeit dauern. In Deutschland liegt der Karneval 46 Tage vor Ostern, weil die katholische Kirche einst die Sonntage von der traditionellen Fastenzeit ausgenommen und die sechs fehlenden Tage addiert hat. Die Basler haben nicht mitgemacht. Das Fest dauert drei Tage.

Ein paar Regeln

Vorschriften und Verbote kennt die Basler Fasnacht kaum. Wer keinen Ärger will, beherzigt aber ein paar Regeln: Er fotografiert am Morgenstreich ohne Blitz und lässt als Zuschauer Schminke, Pappnasen und Narrenkappen besser zu Hause. Auch Schunkeln, Grölen und Betrunkenheit sind an der Basler Fasnacht verpönt. Aktiven lässt der Besucher auf Straße und im Restaurant stets den Vortritt. Auf Kinder, Betagte und Behinderte Rücksicht zu nehmen, gebietet – wie sonst auch – der Anstand. Und schließlich: Trommeln und andere Instrumente sowie Utensilien der Aktiven sind wertvolles Eigentum und kein Mitbringsel.

Zum Basler Morgestraich am Montag, 19. Februar, 4 Uhr, bieten die Verkehrsunternehmen der Region zahlreiche Sonderfahrten mit Zügen, Straßenbahnen und Bussen an.
Sonderfahrten mit Bahn, Tram und Bus

Mit der Bahn:

Zell – Basel (SBB)

Sonderzug: Abfahrt Zell im Wiesental 1.52 Uhr, Hausen-Raitbach 1.57, Fahrnau 2.00, Schopfheim-Schlattholz 2.02, Schopfheim 2.05, Schopfheim-West 2.07, Maulburg 2.10, Steinen 2.13, Brombach/Hauingen 2.17, Haagen/Messe 2.20, Lörrach-Schwarzwaldstraße 2.22, Lörrach Hauptbahnhof an 2.24. Wegen Bauarbeiten an einem Stellwerk kann der Zug nicht bis nach Basel weiterfahren. Am Busbahnhof Lörrach stehen Ersatzbusse zur direkten Weiterfahrt zum Badischen Bahnhof in Basel bereit. Diese fahren um 2.45 Uhr in Lörrach ab und kommen um 3.10 Uhr am Badischen Bahnhof an. Das Ticket für den Sonderzug ist in den Ersatzbussen gültig. Fahrgäste aus Riehen sind gebeten, auf die Tram der BVB auszuweichen, Fahrgäste aus Lörrach-Museum/Burghof und Lörrach-Stetten in Lörrach am Busbahnhof in den Bus zu steigen. Die Hinfahrt kostet von jedem Bahnhof bis Basel Badischer Bahnhof 5 Euro im Zug, 4 Euro im Vorverkauf. Kinder bis sechs Jahre fahren in Begleitung ihrer Eltern kostenlos. Die Sonderfahrkarten gelten nicht für die Rückfahrt.

Mit der Tram:
Riehen – Basel (Linie 6), Weil a. Rh.–Basel (Linie 8)

Mit dem Bus:
Hochrhein (SBG), Kandern-Binzen-Basel (SWEG), Ötlingen-Basel (SWEG), Schliengen-Basel (SWEG), Welmlingen-Basel (SWEG)

Genauere Abfahrtszeiten zu Tram und Bus gibt es hier.