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04. März 2010 18:01 Uhr
Millionenprojekt
Der Weg zum Messe-Neubau in Basel ist frei
Die Messe kann in Basel ihre spektakuläre Hallenpassarelle bauen. Noch in diesem Jahr beginnen erste Vorbereitungsarbeiten. Die ersten Pläne mussten allerdings aus Kostengründen deutlich abgespeckt werden.
Nach Angaben der Messe habe sie für das vom Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfene Projekt die Baugenehmigung erhalten.Das Gesamtprojekt, das rund 300 Millionen Euro kosten soll, werde dann bis zur Baselworld 2013 fertig.
Anfang 2008 hatte die MCH erste Entwürfe zur Modernisierung des Areals vorgelegt. Die wichtigsten Elemente dieser Weiterentwicklung des Messe-Standortes Basel sind die Erweiterung der Halle 1 zum Messeplatz, die Erneuerung des Gebäude 3 am Parkhaus sowie die Verbindung dieser beiden erneuerten Komplexe mit einer zweigeschossigen Überbauung des Messeplatzes, der Passarelle.
Da die ersten Pläne den ursprünglichen Kostenrahmen von 350 Millionen Franken (rund 235 Millionen Euro) aber weit überschritten, musste das vom Basler Büro Herzog & de Meuron geplante Projekt abgespeckt werden. "Kleiner und feiner" bezeichnete MCH-CEO René Kamm diesen überarbeiteten Entwurf bei der Präsentation im Juni 2009. Darüber wurden insbesondere die Passarelle, die den Messeplatz überspannt, flacher und das ganze Gebäude schmaler und kürzer. Diese neukonzipierten Teile mussten nun indes erneut ein Bewilligungsverfahren durchlaufen. Mit dessen Abschluss aber steht dem Baubeginn nichts mehr im Wege.
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Nach den Vorarbeiten wird in einer ersten Bauphase zwischen den Uhren- und Schmuckmessen (Baselword) 11/12 zunächst der Rohbau der Passarellenhalle angepackt. In der zweiten Bauphase zwischen den Uhren- und Schmuckmesse 12/13 werden dann der "Kopfbaus" der Halle 1 sowie die Halle 3 ersetzt; über diese Neubauten wird auch die Passarelle erschlossen. Den detaillierten Bauablauf will die Messe im Mai vorlegen. Die Einweihung der Neubauten ist zur Eröffnung der Baselworld 2013 geplant.
Ausgangspunkt des Projekts war die Tatsache, dass die heutige Halle 6 auf dem Erlenmatt-Areal nur noch bis 2012 verfügbar ist. Um wichtige Messen wie die Baselworld vor Ort halten zu können, muss die damit entfallende Ausstellungsfläche von 26 000 Quadratmeter ersetzt werden. Mit den Neu- und Umbauten schafft die Messe nun 140 000 Quadratmeter zusammenhängende Ausstellungsfläche. Das sind im Vergleich zu heute zwar rund 20 000 Quadratmeter weniger. Das aber sei dadurch zu kompensieren, dass mehr Fläche für mehrstöckige Standbauten zur Verfügung stehe und die kompaktere Struktur des Geländes eine flexiblere Bewirtschaftung erlaube, erläutert die MCH.
Architektonisch reagiere das Gebäude nun auf die Stadträume um den Messeplatz. Die Verdrehung der Fassaden garantierte zudem die natürliche Belichtung der umliegenden Wohnbauten und erzeuge einen spannungsvollen Ausdruck. Das Erdgeschoss, das auch außerhalb von Messezeiten genutzt werden wird, hebe sich schließlich deutlich von den metallisch glänzenden Ausstellungsgeschossen ab. Der Messeplatz schließlich gliedert sich künftig in drei Teile: das weiterhin offene Gelände Richtung Messeturm, die überdachte "City Lounge" und die Rosentalanlage (später Grünpark).
Platz und "City Lounge" bleiben Straßenbahn, Fußgängern und Radfahren vorbehalten. Ein großer Lichtschacht in der Passarelle schließlich soll die darunter liegende "City Lounge" erhellen. Der Teil, der Halle 3 ablöst, enthält zudem eine Eventhalle, die die Festsäle im "Kopfbau" ersetzt. Zudem wird nach ökologischen Standards gebaut und auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage installiert.
Die öffentliche Hand, vor allem die Kantone Basel-Stadt und Land sowie Kanton und Stadt Zürich, die zusammen 49 Prozent der MCH besitzen (Basel-Stadt: 33,5 Prozent, -land: 7,8, Kanton und Stadt Zürich: 4 und 3,7 Prozent) unterstützt das Projekt mit insgesamt 320 Millionen Franken (rund 220 Millionen Euro). Davon entfallen die in Volksabstimmungen bestätigten Investitionsbeihilfen der Basler Kantone von 90 Millionen auf, wovon die Stadt 70 Millionen trägt, sowie 220 Millionen auf Darlehen beider Basel sowie des Kantons und der Stadt Zürich.
WIRTSCHAFTSFAKTOR MESSE
Nach Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Basel geben Aussteller und Besucher der Messe Schweiz pro Jahr fast zwei Milliarden Franken aus, davon entfallen rund 1,4 Milliarden auf der Schweiz und davon rund 800 Millionen auf die Basler Kantone; weitere 530 Millionen Franken lassen Besucher und Aussteller nach dieser Erhebung im Ausland, das heißt vor allem in Südbaden und im Elsass liegen. Nutznießer sind vor allem das Gastgewerbe und die Dienstleistungsbranchen, das Bau- und das Verkehrsgewerbe. Darüber hinaus stimulieren die Aktivitäten der Messe in der Schweiz Umsätze von fast vier Milliarden Franken; davon entfällt die Hälfte, also rund zwei Milliarden auf die Basler Kantone; umgerechnet entspricht das dort rund 10 000 Arbeitsplätzen.
- Rückblick: Die Basler wollen die neue Messe
Autor: Michael Baas und sda


