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29. September 2011

Die Geschichte des Sports ist begehbar

Schweizer Sportmuseum mit 150 000 Objekten hat in Münchenstein ein neues Zuhause bezogen.

  1. Blickfang vor dem Lagergebäude ist dieser orange Wohnwagen, den holländische Fußballfans 2008 stehen ließen. Foto: Benedikt Wyss

BASEL (sda). Das Schweizer Sportmuseum hat am Wochenende in Münchenstein (Baselland) bei Basel sein neues Domizil mit neuem Konzept eingeweiht: Das "Begehlager" erlaubt Besuchenden, die Schweizer Sportgeschichte zu durchschreiten – und allerhand historische Skurrilitäten zu entdecken.

Das nach 1945 gegründete Sportmuseum stand 1997 vor dem Aus, als Basel-Stadt es nicht mehr als kantonales Museum betrachtete und finanzierte. Seither ist es daran, sich neu zu positionieren und Mittel zu finden. Jetzt hat es ein öffentliches "Begehlager" just hinter der Kantonsgrenze im Dreispitz eingerichtet.

Als Blickfang vor dem schmucklosen Lagergebäude dient ein oranger Wohnwagen, den holländische Fußballfans stehen ließen, nachdem ihr Team an der EM 2008 ausgeschieden war. Tritt man im 3. Stock ein, wird der Sinn des Namens "Begehlagers" klar: Die Objekte sind nicht im Scheinwerferlicht isoliert, sondern in Regalen sortiert.

Zu entdecken sind beispielsweise Dutzende Bobs in Holz und Metall, Velos vom Hochrad bis zum Renner, Kegel und -Kugeln aus Jahrhunderten, diverseste Wanderstöcke, einen Raum voller Pokale sowie allerhand Flaggen und Wimpel. Auch schmunzeln ist erlaubt, hat doch etwa ein ledernes Turn-"Pferd" einen Echthaar- Schwanz. Am neuen Standort entfällt die immer heikle Objekt-Auswahl für Sonderausstellungen, weil das meiste greifbar ist; auch in Dokumenten kann man Nachschauen. Am meisten bieten könne das Sportmuseum wohl Gruppen, etwa Vereinen, sagte ein Sprecher, denn für solche könne man gezielt Material bereitstellen und erläutern.

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Ziel des Sportmuseums ist nicht nur Unterhaltung mit ausgefallenen Objekten, sondern primär das Einbetten des Sports in die Schweizer Kulturgeschichte. Historiker bereiten die Bestände auf, die durch Schenkungen auch immer weiter wachsen. Das Museum hätte gerne noch mehr Platz, doch das knappe Budget steckt enge Grenzen.

Die 48-stündige Nonstop-Eröffnung war für die Museumsbelegschaft ein spezieller Marathon, mit einsamen Passagen frühmorgens und viel Volk bei Anwesenheit der Stars – angekündigt waren unter anderem Adolf Ogi, Marie-Theres Nadig und Karl Odermatt. Von Oktober ist das Sportmuseum regulär nachmittags von 14 bis 17 Uhr offen (außer Samstag).

Bisher war das Sportmuseum in einem Jahrhundertwende-Wohnhaus an der Basler Missionsstraße zu Hause. Viele seiner 150 000 Objekte und Dokumente lagerten indes in einem Gebäude im Rheinhafen Birsfelden (Baselland). Das einzige Schweizer Sportmuseum hat nach eigenen Angaben eine der weltweit größten Sammlungen zur Geschichte des Sports.

Autor: sda