Mehr Geld fürs Basler Kunstmuseum

sda

Von sda

Sa, 08. September 2018

Basel

Betriebsanalyse fördert neben finanziellen auch organisatorische Mängel zutage / Museum muss sich neu aufstellen.

BASEL (sda). Das Kunstmuseum Basel hat neben einem Geld- auch ein Organisationsproblem: Zu diesem Schluss kommt eine Betriebsanalyse, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Nun will die Basler Regierung das Budget des Museums aufstocken. Das Globalbudget für 2019 soll dauerhaft um zwei auf rund 19 Millionen Franken erhöht werden, was aber noch der Zustimmung des Großen Rats bedarf. Mit dem zusätzlichen Geld soll sich das Kunstmuseum für die Zukunft fit machen, sagte Sonja Kuhn, Co-Leiterin der Abteilung Kultur im Präsidialdepartement, am Freitag.

Behoben werden sollen mit dem zusätzlichen Geld diverse Mängel organisatorischer Natur, welche die Betriebsanalyse zutage gefördert hat. Sie gehen teils auf eine Zeit zurück, als sowohl im Kunstmuseum wie auch im zuständigen Präsidialdepartement andere Verantwortliche am Ruder waren als heute. Doch jetzt gehe es um die Zukunft, hieß es am Freitag.

Das Kunstmuseum müsse sich nun neu aufstellen, sagte Kuhn, die seit Anfang diesen Jahres im Amt ist. Nötig seien namentlich klarere Strukturen, definierte Rollen und Prozesse sowie ein transparentes und nachvollziehbares Controlling. Zudem müsse der Leistungsauftrag des Museums geschärft werden.

Auslöser der Betriebsanalyse waren Finanzprobleme, die der neue Museumsdirektor Josef Helfenstein 2017 ein Jahr nach der Eröffnung des 100-Millionen-Erweiterungsbaus publik gemacht hatte. Der Neubau sei aber nicht Ursache der finanziellen Schieflage, heißt es in der Analyse. Vielmehr habe er als Katalysator beim Kunstmuseum ein Kosten- und Organisationsproblem sichtbar gemacht. Unter die Lupe genommen worden war das Kunstmuseum vom Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG. Dieses vermisst beim Kunstmuseum unter anderem ein Betriebskonzept und grundlegende Systeme für effektive und effiziente Abläufe. Der künstlerische und der betriebliche Bereich seien zudem nur schwach verzahnt. Für KPMG ist jedoch klar, dass das Kunstmuseum mehr Ressourcen braucht. Vorgeschlagen wird die Schaffung von 18 zusätzlichen Stellen, was so auch im Budget 2019 des Stadtkantons vorgesehen ist.

Museumsdirektor Helfenstein zeigte sich erleichtert und erfreut darüber, dass die Regierung das Budget des Kunstmuseums definitiv um zwei Millionen aufstocken will, nach dem der Große Rat schon für das laufende Jahr einen Nachkredit von 925 000 Franken bewilligt hatte. Das sei ein Statement dafür, dass Basel die Kultur weiterhin sehr ernst nehme. Das Ergebnis der Betriebsanalyse überrasche ihn nicht, sagte Helfenstein weiter. Nun sei klar, dass die Unterfinanzierung nicht herbeigeredet sei und ein strukturelles Problem bestehe. Was die Neuorganisation betrifft, wurde laut Direktor schon einiges aufgegleist. So wird derzeit eine neue Struktur für die Geschäftsleitung ausgearbeitet, die statt aus zwei aus drei bis vier Mitgliedern bestehen soll. Die vakante Stelle der kaufmännischen Direktion soll bis Ende Jahr ausgeschrieben werden. Das geforderte Controlling sei bereits weitgehend eingeführt.

Neben dem Kunstmuseum werden in Basel-Stadt vier weitere kantonale Museen im Stadtkanton externen Betriebsanalysen unterzogen. Damit soll untersucht werden, ob den Museen genügend Geld zur Verfügung steht, um ihren Leistungsauftrag zu erfüllen.