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19. Mai 2017

Novartis strukturiert in Basel weiter um

Konzern baut einerseits 500 Stellen ab, will im Zuge des Ausbaus von Biotechnik aber auch 350 schaffen / Innovationskraft des Standortes Basel soll gestärkt werden.

  1. Novartis strukturiert seine Schweizer Standorte um. Foto: AFP

BASEL. Der Pharmakonzern Novartis forciert in der Schweiz und am Standort Basel die 2014 eingeleiteten, konzernweiten Restrukturierungsprozesse. Konkret werden in den nächsten 18 Monaten bis Ende 2018 im Campus im Basler Stadtteil St. Johann und am Standort Schweizerhalle zwei chemische Produktionsgebäude geschlossen.

Bis zu 500 Stellen sollen in der traditionellen Produktion sowie in den Bereichen Koordination, also Statistik und Datenmanagement, aber auch Entwicklung ganz abgebaut oder verlagert werden an kostengünstigere Standorte wie das indische Hyderabad. Dort betreibt der Konzern seit einigen Jahren einen im Zuge der Umstellung auf ein integriertes Betriebsmodell, das die Bündelung von Dienstleistungen in wenigen konzernweiten Zentren vorsieht, auch wachsenden IT-Standort.

Im Gegenzug für diesen Schritt, der dem fortschreitenden Aufbau der 2014 angekündigten globalen Einheit Novartis Business Service (NBS) und der später ebenfalls unter einem Dach gebündelten Produktionsstandorte korrespondiert, werden in Basel aber auch 350 Stellen mit einer hohen Wertschöpfung neu geschaffen, wie der Konzern am Donnerstag weiter ankündigte. Dabei geht es um Hightech-Positionen in der Produktion sowie in der Forschung und das überwiegend in der Medikamentenentwicklung sowie der Herstellung innovativer Biologika und dem Aufbau neuer biotechnologischer Produktionslinien – unter anderem im Basler Klybeck-Areal, wie Novartis-Schweiz-Chef Matthias Leuenberger in einer Telefonkonferenz am Donnerstag schilderte. Faktisch gehe es denn auch keineswegs primär um Spareffekte, sondern um die Stärkung der Innovationskraft des Standortes Basel und anderer Schweizer Standorte. Denn "um innovativ sein zu können, müssen wir effizienter sein", begründet Leuenberger. Unter dem Strich erwarte er für Basel gleichwohl gar keine Einsparungen.

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Im Gegenteil. Die Investitionen in die Anlagen für die neuen Biologika und die Gehälter für die Hightech-Positionen addierten sich vermutlich auf eine höhere Summe als die, die durch Stellenabbau und -verlagerung gespart werde. Diese Strategie solle denn auch vor allem dazu beitragen, "den Standort Schweiz langfristig wettbewerbsfähig zu halten", sagt Leuenberger. Dieser habe zumindest in der Pharmabranche nur eine Perspektive mit einer "Konzentration auf Bereiche mit einer hohen Wertschöpfung". Das indes ändert nichts daran, dass ein Arbeitsplatzabbau für Betroffene individuell hart bleibt. Aktuell seien zwar schon nicht mehr alle der Arbeitsplätze besetzt, schilderte Leuenberger. Unabhängig davon werde Novartis Betroffene bei der Suche nach einer neuen Stelle unterstützen und habe bereits den Dialog den Arbeitnehmervertretern begonnen. Der Konzern biete Betroffenen Unterstützung. Dazu gehören die Dienstleistungen durch ein Job Center zur Maximierung der Wiedereinstellungen, ein Sozialplan und Regelungen für Frühpensionierungen.

Autor: Michael Baas