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10. August 2009 16:36 Uhr
Basler Schulen rüsten gegen die Schweinegrippe
Regelmäßig Hände waschen
Für die Nordwestschweizer Kinder sind die Sommerferien vorbei. Gleich am ersten Schultag wurde ihnen ein Informationsschreiben an die Eltern mitgegeben. Darin steht, was zu tun ist, wenn ein Kind die Schweinegrippe hat.
BASEL. Erziehungsberechtigte und Schüler werden zudem ermahnt, die Hygienevorschriften einzuhalten. Sollte sich die Grippe dennoch ausbreiten, können Schulen vorübergehend geschlossen werden.
23 000 Kinder und Jugendliche besuchen die staatlichen Schulen in Basel, 30 000 Schüler zählt Baselland, und 72 000 Schüler sitzen an Aargauer Schulen und Kindergärten im Unterricht. In den Kantonen wurden generelle Schließungen der Schulen zur Pandemievorsorge abgelehnt, aber Schulleitungen und Eltern von den Behörden angeschrieben. Es gilt: Der Schulbetrieb bleibt aufrecht erhalten.
Bis Ende vergangener Woche waren in der Schweiz 605 von Laboratorien bestätigte Fälle von Schweinegrippeinfektionen registriert. Weil sich die Ausbreitung des Virus nicht mehr verhindern lasse, werde auf die "lokale Verlangsamung" gesetzt, sagt Thomas Steffen, Leiter der Abteilung Gesundheitsförderung und Prävention in Basel-Stadt. Aus Erfahrungen mit Durchfallerkrankungen wisse man, wie man eine Bremswirkung erzielen könne. Sollten an einer Schule krankheitsbedingt allerdings zu viele Lehrer ausfallen, werde es "logistisch schwierig", so Steffen, den Unterricht fortzusetzen. Dann kann es passieren, dass Schulen für ein paar Tage dicht gemacht werden. Mediziner Steffen nennt dies eine "situative Reaktion".
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Die kantonalen Empfehlungen an Schulleitungen, Lehrer, Schüler und Eltern basieren auf den Ratschlägen des Schweizer Bundesamts für Gesundheit. Demnach sollen die Hände regelmäßig und gründlich mindestens 40 Sekunden mit Seife gewaschen werden, beim Husten und Niesen gilt, sich ein Papiertaschentuch vor Mund und Nase zu halten, Händeschütteln, Umarmungen und Küsschen sind tabu, zudem sollen die Menschen einen Meter Abstand voneinander halten, möglichst Mundschutz tragen. An den Schulen sei dies allerdings unrealistisch, sagt Steffen zur Mundschutz- und Abstandsregelung. In seinem Brief an die Eltern bezeichnet auch der Baselbieter Gesundheitsdirektor Urs Wüthrich den Mundschutz im Unterricht als "ungeeignet".
Ansonsten sollen die Lehrer darauf drängen, dass sich die Schüler regelmäßig die Hände waschen. Eigentlich sollte es seit gestern in den Schulgebäuden nur noch Papier- statt Stoffhandtücher geben. In Basel-Stadt wurden Seifenstücke und Handtuchrollen aus allen Schulhäusern entfernt. Doch hat der Austausch offenbar nicht überall geklappt. Wie die Schweizer Agentur sda meldete, weigerten sich Gemeinden in Baselland, die Stoffhandtücher zu ersetzen, und in zehn Prozent der Schulhäuser sollen noch die Seifenspender fehlen.
Wenn ein Kind erkrankt, egal in welchem Kanton, muss es umgehend nach Hause geschickt werden. Ebenfalls daheim bleiben müssen dann die Geschwister, weil sie die Ausbreitung der Grippe beschleunigen würden. Wegen der vielen Migrantenkinder in der Stadt wurden die Merkblätter in zehn Sprachen übersetzt.
Autor: Andrea Drescher
