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11. November 2011

Zulassungsbeschränkungen

Studenten kritisieren Uni Basel

Die studentische Körperschaft der Universität Basel übt Kritik an der einseitigen Zulassungsbeschränkung für deutsche Studenten.

  1. Die Universität Basel hat sich mit einem Numerus Clausus gegen die befürchtete Flut deutscher Studenten gewappnet – die ausgeblieben ist. Foto: Bianca Fritz

BASEL. Im Sommer beschloss die Universität Basel Schulabsolventen mit deutschem Abitur nur noch zuzulassen, wenn sie im mindestens eine Abschlussnote von 2,5 erreicht haben, oder einen entsprechenden Studienplatz in Deutschland vorweisen können. Letzteres kann für Bewerber schwierig werden, da die Studienplatzvergabe in Deutschland häufig eine langfristige Angelegenheit ist und das Semester in Basel früher beginnt.

"Ich persönlich hätte mit dieser Regelung wohl kein Studium an der Universität Basel aufnehmen können, da ich den geforderten Notendurchschnitt nicht nachweisen konnte und ein Studienplatznachweis zu spät gekommen wäre", sagt Sebastian Gartner, selbst deutscher Student an der Universität Basel und Vorstandsmitglied bei der studentischen Körperschaft der Universität Basel (Skuba). "Ich finde es geradezu absurd, dass die Universität auf der einen Seite die Internationalität und internationale Wettbewerbsfähigkeit postuliert und auf der anderen Seite genau diese mit solchen Maßnahmen einschränkt", sagt Gartner. Die Vertreter der Studierenden sehen in der Zulassungsbeschränkung für Studierende mit deutschem Abitur eine Diskriminierung und eine einseitige Ungleichbehandlung.

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Uni-Rektor Antonio Loprieno räumt ein, dass es ein falsches Signal senden könnte, nur Schulabsolventen eines Landes mit Zulassungsbeschränkungen zu belegen. Gleichzeitig beruft er sich auf die Lissabonner Konvention, die besagt, dass Studierende auf die gleiche Weise ausgewählt werden können, wie in ihrem Heimatland – und in den meisten Nachbarländern gebe es nun einmal weniger Zulassungsbeschränkungen als in Deutschland. Die Beschränkungen einzuführen sei auch eine politische Entscheidung gewesen – ein Kompromiss für die finanzierenden Kantone Baselland und Basel-Stadt. Denn diese Kantone finanzieren das Studium der Ausländer mit – und die größte Ausländergruppe an der Universität Basel kommt aus Deutschland.

Dass die Notenschranke ausgerechnet in diesem Jahr eingeführt wurde, ist natürlich kein Zufall, bestätigt Loprieno. Die Universität Basel befürchtete einen vermehrten Zustrom von Deutschen aufgrund des Doppelabiturs. Letztendlich blieb dieser Ansturm aber aus: Die Studierendenzahl stagnierte, aus Deutschland begannen im Herbstsemester sogar weniger Abiturienten ihr Studium als in den vorangegangenen Semestern. Ob es an der verschärften Beschränkung liegt, ist dabei nicht klar. Emanuel Szadrowsky vom Studiensekretariat, sagt, dass es keine Statistiken darüber gebe, wie viele Briefe an deutsche Bewerber gingen. In diesen Hinweisbriefen steht zunächst, dass die Abitursnote zu schlecht sei und ein Studienplatz im selben Fach nachgewiesen werden müsse. „

"Von vielen hören wir dann nichts mehr", so Szadrowsky. Zumindest ein Hinweis, dass es sehr wohl auch deutsche Bewerber gegeben hätte, die am gewünschten Notenschnitt gescheitert sind. Rektor Loprieno betont, dass 2,5 ein humaner Schnitt sei und in Zürich zum Beispiel eine 2 gefordert werde. Außerdem sei auch keine zahlenmäßige Obergrenze für Deutsche Studierende gesetzt worden – es handle sich also um keinen Numerus Clausus im klassischen Sinne (siehe Infobox). "Wenn sich viele gute Deutsche Köpfe bewerben, will ich wie ein Löwe dafür kämpfen, dass wir die Beiträge bekommen, ihr Studium zu finanzieren", versichert er. Aber zeichnet sich ein guter Kopf wirklich nur durch die Abiturnote aus?

Genau diese Denkweise kritisieren die Studierendenvertreter: Die Note sei oft auch Ausdruck der sozialen Situation eines Schülers. "Das ist nun eine fast philosophische Frage", meint Loprieno. "Aber die Erfahrung zeigt, dass Schüler mit guten Noten auch meist gute Studenten sind."

Zulassungsbeschränkung oder Numerus Clausus?

Bei einem klassischen Numerus Clausus (NC) steht bereits eine Höchstanzahl von zu vergebenen Studienplätzen fest. Baselland hat sich als Trägerkanton der Universität gegen eine solche Beschränkung für ausländische Studierende ausgesprochen. Stattdessen hat die Universität Basel eine qualitative Zulassungsbeschränkung eingeführt. Abiturienten mit deutschem Schulabschluss, die mindestens die Note 2,5 im Abitur erreicht haben, oder einen entsprechenden Studienplatz in Deutschland vorweisen können, dürfen auch in Basel studieren. Mit Ausnahme des Faches Medizin: Hier gilt ein klassischer NC, der von der Zahl der Bewerber und der verfügbaren Studienplätze abhängt.  

Autor: frb

Autor: Bianca Fritz