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26. Juni 2012

Kleinbasel

Terrarium für Feuersalamander im Tierpark Lange Erlen

Konzentration auf kleinere Projekte / Rekordjahr bei den Störchen

  1. Die grelle Farbkombination des Feuersalamander signalisiert „Finger weg!“. Aus einer Hautdrüse sondern die Tiere ein giftiges Sekret ab, das vor Fressfeinden schützen soll. Foto: Daniel Gramespacher

  2. Geschäftsführer Edwin Tschopp erläutert den „Schlaumacher“. Foto: Daniel Gramespacher

BASEL. Großbaustellen gibt es dieses Jahr keine in den Langen Erlen. Der Kleinbasler Tierpark, der bei freiem Eintritt vor allem bei Familien aus der Region ein beliebtes Ausflugsziel ist, konzentriert sich 2012 auf kleinere Projekte. Auch im Kleinen wird Zug um Zug. Gestern wurde ein 30 000 Franken teueres Terrarium für Feuersalamander und der Didaktik-Wagen "Schlaumacher" eingeweiht. In Planung sind ein neuer Betriebshof und eine Erweiterung in Richtung Wiese.

Auf den ersten Blick wirkt das Terrarium im Sockel des Gämsenstalls, der "Erlenflue", unscheinbar. Doch der 30 000 Franken teure Guckkasten hat es in sich. Denn die Bewohner mit ihrem gelben bis rötlichen Mister auf glänzend-schwarzem sind anspruchsvoll: Die kleinen bunten Kerle – derzeit sind es sechs, 20 sollen es werden – mögen es feucht und nicht zu warm. Lüftung und Berieselungsanlage garantieren eine Luftfeuchtigkeit von an die 90 Prozent. Die Temperatur liegt stets bei knapp 20 Grad Celsius. Damit die Besucher die vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiven Tiere zu Gesicht bekommen, soll ein Nachtlicht den Tag zur Nacht machen, erläuterte der stellvertretende Tierparkleiter Urs Wassmer. Die Technik macht denn auch einen erheblichen Teil der Kosten aus, die die Elsa Martha und Eduard-Stahl-Greuer Stiftung übernommen hat, eine der zahlreichen Stiftungen, dem der Park und seine Besucher so manche Attraktion verdanken. Vom Margrit Hediger-Reinhard Fonds der Stiftung Accentus bekam er gestern einen "Schlaumacher" geschenkt. Der Handwagen ist mit Tafeln zu Natur und Tierarten bestückt sowie mit Kisten, die Anschauungsmaterial wie Geweihe, Felle und Trittsiegel enthalten. Der Didaktik-Wagen ist ein erstes Ergebnis der Bemühungen, das Vermitteln von Wissen über Tiere und Lebensräume zu verstärken. Eingesetzt wird der "Schlaumacher" von den Erlen-Scouts bei Führungen ein und von Lehrern bei Klassenbesuchen. Seit diesem Frühjahr haben Mehlschwalben und Mauersegler im Erlebnishof ein eigenes Häuschen. Gespendet wurde es von Ursula Jappertz-Stub. Nachdem zwei größere Spenden eingegangen sind, hat der Vorstand des Erlen-Vereins beschlossen, den 150 000 Franken teuren Beobachtungspavillon noch in diesem Sommer zu errichten. Der hölzerne "Hide" ermöglicht, versteckt zwischen Schilf, das Leben auf dem oberen Weiher zu beobachten. Ebenfalls zum Buurefmärt am 2. September soll das neue Gehege für Meerschweinchen fertig sein. In den "Hide" kommen in einer nächsten Etappe Terrarien für Laubfrosch, Zwergmaus und Ringelnatter.

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Neben diesen Kleinbauten konzentriert sich der Erlen-Verein derzeit auf die Planung eines neuen Betriebshofs, der modernen Ansprüchen genügt, und bereitet die weitere Umsetzung des Masterplanes vor. Präsident Peter Lachenmeier hofft, dass Kantonsregierung und -parlament noch 2012 den Weg frei machen, um den Radweg auf den Hochwasserschutzdamm an der Wiese zu verlegen, und damit Platz zu schaffen, dass der Park in Richtung Norden wachsen kann.

Gegenwärtig sind im Tierpark zahlreiche Jungtiere zu bewundern. Die beiden Wildschwein-Bachen haben am 23. März nach einer Tragzeit von drei Monaten, drei Wochen und drei Tagen sechs Frischlinge zur Welt gebracht. Gerade mal eine Woche alt und noch etwas wackelig auf seinen langen Beinen ist der kleine Poitoir-Eselhengst, der einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben "B" bekommen wird. Kälber gibt’s auch bei den Rothirschen, Wapiti und Damhirschen, weitere Jungtiere bei Fehkaninchen, Meerschweinchen, Zwerg- und Bündner Strahlenziegen. Auch die Uhus ziehen in ihrer neuen Voliere zwei Junge auf. Noch nicht geklappt mit Nachwuchs hat es dagegen beim Wildkatzenpärchen.

Einen Rekord meldet der Tierpark dafür bei den Störchen. 39 Jungtiere wurden dieser Tage in den Horsten im und um den Park beringt. Zwei weitere Jungvögel werden in zwei weiteren Horsten vermutet, die so hoch in den Bäumen sind, dass sie mit der Drehleiter der Basler Berufsfeuerwehr nicht erreichbar waren.

TIERPARK LANGE ERLEN

Vieles hat sich seit der Gründung des Tierparks 1871 verändert. Geblieben ist der Erlen-Verein mit mittlerweile mehr als 9500 Mitgliedern als Träger und der freie Eintritt. Zehn Mitarbeiter kümmern sich um Tiere und Grünanlagen. Der Unterhalt kostet jährlich rund 1,5 Millionen Franken. Öffnungszeiten: März bis Oktober 8 bis 18 Uhr, November bis Februar 8 bis 17 Uhr. Infos: http://www.erlen-verein.ch  

Autor: gra

Autor: Daniel Gramespacher