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02. September 2009 15:12 Uhr

Schwarzhandel

Tierschutz lässt Hundewelpenhändler bei Waldshut auffliegen

Der Schweizer Tierschutz hat bei Waldshut ungarischen Welpenhändlern eine Falle gestellt. Bei der Übergabe der Hunde griff die zuvor alarmierte Polizei zu. Die Tierschützer hatten das Geschäft über das Internet eingefädelt.

  1. Beaglewelpe. Foto: Eric Isselée

Waldshut-Tiengen/Basel. Wie der Schweizer Tierschutz (STS) am Mittwoch in Basel mitteilte hatten Mitarbeiter im Internet folgendes Inserat gefunden: "Unsere Havaneser Racker suchen Ihre neue Familien. Wir empfehlen sie für alle wer einen guten Freund sucht." Unter verdecktem Namen habe STS auf die Anzeige reagiert und einen Kauf vorgetäuscht.

Der Händler habe als Übergabeort einen Parkplatz bei Waldshut vorgeschlagen. Dort griff dann die zuvor vom STS alarmierte Polizei zu. Zwei kleine Beagle-Welpen und drei Havaneser-Welpen wurden wegen fehlender Tollwutimpfung umgehend beschlagnahmt. Nach Angaben der Tierschützer waren die Tiere von der mehr als zwölfstündigen Reise aus Ungarn total erschöpft und ausgemergelt.

"Die Tiere wurden zu einem hiesigen Tierarzt gebracht und danach ins Tierheim," sagt Wolfgang Mutter von der Verkehrspolizei Waldshut-Tiengen. Der Arzt habe die Welpen behandelt und sie seien nun in guten Händen. Allerdings sei bislang noch nicht sicher, ob die Tiere überhaupt in Deutschland bleiben können, oder ob sie an die Händler zurückgegeben werden müssen.

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Besonders Rassehunde sind gefragt

Nach Angaben des Deutschen Tierhilfe Verbandes werden jährlich zwischen 50.000 und 100.000 Hundewelpen illegal nach Deutschland geschmuggelt. Vor allem Rassehunde seien gefragt: Pudel, Golden Retriever und Kampfhunde. "Wir erfahren immer wieder von Fällen, wo solche fahrenden Händler illegal Welpen anbieten" sagt Herbert Lawo, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes Baden-Württemberg. Die Dunkelziffer sei dabei vermutlich sehr hoch.

STS zufolge werden meist kranke Welpen aus osteuropäischen Ländern zu Dumpingpreisen verkauft. Die Tiere würden in Massenproduktionen unter schlimmsten Bedingungen gezüchtet, ohne Licht und auf engstem Raum zusammengepfercht.

Auch Lawo beschreibt die Umstände, unter denen die Tiere in den Zuchtstätten gehalten werden, als katastrophal. "Die Tiere haben meist keinerlei tierärztliche Versorgung erhalten, sind weder geimpft, noch entwurmt." Außerdem würden die Welpen viel zu früh von der Mutter getrennt, so dass sie kein artspezifisches Sozialverhalten entwickeln könnten.

Billige Ostimporte

Im Vergleich zu deutschen Züchtungen sind die Hundewelpen aus Osteuropa sehr günstig. Kostet Lawo zufolge ein Rassehund aus Deutschland einen gut vierstelligen Betrag, bezahlt man für den Ostimport meist zwischen 200 bis 500 Euro.

Darin sieht der Tierschützer ein großes Problem. Es gebe Menschen, die beim Hundekauf Geld sparen möchten und deshalb solche günstigen Angebote nutzen. "Viele Menschen glauben aber auch, sie helfen den Tieren, indem sie sie den Händlern abkaufen," so Lawo. "Dadurch unterstützen sie allerdings solche Machenschaften."

Besser sei es daher, die Polizei zu verständigen, wenn man auf einen solchen Fall aufmerksam wird.Dadurch trage man dazu bei, dass den Händlern das Handwerk gelegt und den Tieren nachhaltig geholfen werde.

Autor: Nadine Paulus, Alexandra Sillgitt mit dpa