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07. Januar 2011

Über jeden Zug wurde lange gegrübelt

In Basel trafen sich die besten Schachspieler zu einem Turnier / Andreas Heimann aus Grenzach wird Vierter in der Meisterklasse.

  1. Hochkonzentriert: Bernhard Lutz aus Weil Foto: Felix Held

BASEL (lix). Freunde des hochklassigen Schachsports kamen in dieser Woche in Basel auf ihre Kosten. In den Räumen des Hotel Hilton fand die 13. Auflage des Schachfestivals Basel statt. Das Turnier wurde zum zweiten Mal vom Verein Schachfestival Basel veranstaltet. In dem Verein sind Mitglieder der Schachclubs SG Riehen, Breisach und Therwil engagiert. Bester Spieler aus der Region wurde der Grenzacher Andreas Heimann, der in der Meisterklasse den vierten Rang belegte und kein einziges Spiel verlor.

Ebenfalls gut platzieren konnte sich Bernhard Lutz aus Weil. Er wurde bei den Meistern immerhin 28. unter 59 Klassierten. Insgesamt spielten 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer um die Siege bei den Meistern, Amateuren und Senioren. Den Sieg bei den Meistern holte sich der Schweizer Großmeister Yannick Pelletier. Er ist derzeit der stärkste Schweizer Schachspieler. Favorit auf den Sieg war eigentlich Großmeister Etienne Bacrot. Er ist derzeit die Nummer Eins in Frankreich und in der Weltrangliste der aktiven Spieler auf Rang 22 notiert. "Spieler solcher Klasse kriegen wir hier in Basel selten, aber er ist gut mit Yannick Pelletier befreundet", freute sich Mitorganisator Peter Erismann.

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Bei den Amateuren hatte Elkhan Bayramov die Nase vorn. Beachtlich war hier die Leistung von Abdullah Gadimbayli (beide Aserbeidschan). Der U-8-Weltmeister wurde während des Turniers neun Jahre alt und sicherte sich den vierten Schlussrang bei den Amateuren. "Es ist schon lustig, der sieht kaum über den Tisch und gewinnt gegen Spieler, die viel älter sind als er. Die suchen dann schon mal nach einer Ausrede", beschreibt Peter Erismann die Spiele des Talents. "Aber das macht den Schachsport eben aus. Jeder kann gegen jeden gewinnen, egal wie alt er ist oder wo er herkommt."

Das Turnier der Senioren gewann Helmut Eidinger (Wettingen). Selbst für den Laien war die Faszination des Schach in Basel zu spüren. Sobald eine Runde der sieben Runden gestartet wurde, herrschte absolute Ruhe. An 70 Tischen gleichzeitig brüteten die Spieler über die richtige Strategie für den Sieg. Wobei die Psychospielchen, die das Schach auch ausmachen, zum Teil bereits vor dem ersten Zug begannen. "Beobachten sie mal die herausragenden Spieler, die lassen ihren Gegner warten und kommen erst einige Minuten nach Beginn der Runde an ihren Tisch", erklärt Peter Erismann.

In der Tat musste auch Andreas Heimann in seiner Partie gegen den späteren Turniersieger Pelletier ein paar Minuten warten, bis sein Gegner an den Tisch kam. Heimann trägt derzeit noch den Titel Internationaler Meister, was der zweithöchste Titel ist, den der internationale Schachverband FIDE vergibt. Er ist aber auf dem Sprung zum Großmeister. Das er das Niveau dazu hat, bewies der Gymnasiast, der in der zweiten Bundesliga für die zweite Mannschaft der OSG Baden Baden spielt, in Basel. Denn einen der fünf Großmeister, gegen die er antreten musste, konnte er besiegen, während er gegen die anderen jeweils Remis spielte. "Ich habe Schach mit fünf Jahren von meiner Oma gelernt. Dann habe ich immer den ganzen Tag gespielt", sagt er, wie er zum Schach gekommen ist.

Derzeit ist er noch in der dreizehnten Klasse des Liese-Meitner-Gymnasiums in Grenzach, nach dem Abitur will er Mathe studieren. "Ich weiß nicht, ob man unbedingt gut in Mathe ist, wenn man gut Schach spielt, aber oft ist das wohl so", sagt er und lacht.

Autor: lix