Die neue Marke soll im ganzen Land bekannt werden

sda

Von sda

Do, 30. August 2018

Baselland

Der Baselbieter Energieversorger Elektra Birseck Münchenstein rüstet sich für die Öffnung des Schweizer Strommarktes.

MÜNCHENSTEIN (sda). Der Baselbieter Energieversorger Elektra Birseck Münchenstein (EBM) tritt ab Ende März 2019 unter dem Namen Primeo Energie auf. Damit will sich der Baselbieter Energieversorger besser im überregionalen Markt positionieren. So bereite sich die EBM auf die vollständige Öffnung des Strommarktes vor, wie die Verantwortlichen am Dienstag vor den Medien in Münchenstein in Kanton Baselland sagten.

Vom einst regionalen Energieversorger soll das Unternehmen zu einem "führenden nationalen Anbieter von smarten Produkten und Dienstleistungen rund um Energie" werden. Verfolgt werde ein dynamischer Wachstumskurs. Laut EBM-CEO Conrad Ammann soll der Umsatz bis 2021 auf 810 Millionen Franken steigen; 2017 waren es 570 Millionen Franken. Mit einer Marktöffnung für Kleinkunden will die EBM die Zahl der Privatkunden im Stromgeschäft in der Schweiz von heute 150 000 auf 300 000 verdoppeln, was einem Marktanteil von rund zehn Prozent entspreche. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass sie mit der Marktöffnung im Stammgebiet Kunden verlieren werden. Das Wachstum wird daher überregional angestrebt.

Um dies zu erreichen, sei die heutige nur regional bekannte und zudem verwechselbare Marke nicht optimal. Primeo Energie – laut der Verantwortlichen abgeleitet vom italienischen Wort "primo" (erster) und dem französischen "primer" (übertreffen) – strebe als Anbieterin von nachhaltigen Energielösungen in allen Geschäftssegmenten einen Platz unter den Top fünf der Energieversorgungsunternehmen der Schweiz an. Mit der frühen Einführung der neuen Marke erhoffen sich die Verantwortlichen einen Vorsprung gegenüber Mitbewerbern. Die EBM habe zudem bei Tätigkeiten in Frankreich bereits Erfahrungen in einem offenen Strommarkt sammeln können. Zielpublikum seien Kunden, die nicht "jedes Jahr zum billigsten Anbieter wechseln wollen", sondern auch bereit seien, für Beratungen und Dienstleistungen "etwas mehr zu bezahlen".

Die Einführung der neuen Marke sei mit großem Marketingaufwand verbunden, sagte Ammann weiter. Die EBM wolle in den kommenden Jahren jährlich einen einstelligen Millionenbetrag investieren. Die Kosten für das Logodesign und neue Beschriftungen bezifferten die Verantwortlichen auf insgesamt rund 650 000 Franken. Die Einführung der neuen Marke ist in der Schweiz und in Frankreich am 26. März 2019 vorgesehen. Mit Ausnahme der Gesellschaften EBM (Genossenschaft Elektra Birseck), dem Tochterunternehmen Aventron und Réseaux de chaleur urbains de l’Est (R-CUE) im Elsass soll das ganze Unternehmen als Primeo Energie auftreten.

Die als Genossenschaft organisierte EBM versorgt 170 000 Kunden in 78 Gemeinden in den Kantonen Basel-Landschaft und Solothurn sowie im Elsass. Im teilliberalisierten Schweizer Strommarkt ist sie zudem im Geschäft mit Energieversorgungsunternehmen und Großkunden tätig. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 436 Mitarbeitende in 422 Vollzeitstellen. Der Bundesrat will den Strommarkt bald auch für Kleinkunden öffnen – bislang haben nur Großkunden freie Wahl. Anfang des Jahres hat er angekündigt, bis Ende 2018 eine Gesetzesvorlage in die Vernehmlassung zu schicken.