Fahrraddiebstähle in der Region

DREIKLANG: Intelligente Prävention

Michael Baas

Von Michael Baas

Sa, 25. August 2018

Baselland

Fahrraddiebstähle sind ein Ärgernis, eine Gemeinheit und kriminell. Klar! Wie überhaupt kam jemand auf die Idee kommen, sich etwas anzueignen, was ihm nicht gehört? Die Tage, da das Erleichtern wohlhabender Reisender im Stil eines Robin Hood als konstruktiver Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit gelten konnte, sind jedenfalls längst passé. Dem Sozialstaat sei Dank! Klar, das Wohlstandsgefälle in westlichen Gesellschaften ist trotz Sozialstaat beachtlich und Ost- und Südosteuropäer, die das mitteleuropäische Konsumeldorado inzwischen bereisen können, wie sie wollen, verschärfen das Gefälle fraglos. Moralisch besser wird die rüde Selbstbedienungsmentalität darüber mitnichten, aber virulenter. In Riehen etwa schlägt der Einwohnerrat der EVP Alfred Merz Alarm und stellt in einer Anfrage an den Gemeinderat "bandenmäßiges Vorgehen" fest. Auch die Kantonspolizei Baselland konstatierte dieser Tage eine stetige Zunahme der Raddiebstähle und kündigte eine Präventionsaktion an, um die Bevölkerung zu sensibilisieren. Der Gedanke, in einer Welt selbsternannter Hilfspolizisten zu leben, aber befremdet genauso, wie die empfohlene sicherheitstechnische Aufrüstung mit massivsten Schlössern nervt – zumal das dem Wettrüsten der Supermächte gleicht und Diebe wohl immer nachziehen werden. Da lässt eher ein anderer Sicherheitstipp aufhorchen: in die Räder eingebaute GPS-Tracker. Mit diesem Ortungssystem lasse sich die Position eines Rades feststellen und könne der Polizei nach einem Diebstahl gemeldet werden. Wenn das keine intelligente Kriminalprävention ist. Fragt sich nur, mit welcher Intelligenz Diebe kontern.