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11. März 2010 01:26 Uhr

Koffer packen bei den Affen im Zoo

Basels Affen ziehen zum Pharmakonzern

Bauarbeiten am Affenhaus des ältesten Schweizer Zoos machen es möglich. Schimpansen und Gorillas aus dem Basler Zoo werden beim Novartis-Konzern vorübergehend Asyl finden.

  1. Für Menschenaffen wird im Zolli eine neue Erlebniswelt gebaut. So lange werden sie ausquartiert. Foto: (C) 2010 Zoo Basel, all rights reserved

Novartis war erst kürzlich wegen Tierversuchen ins Visier militanter Tierschützer geraten war. Doch den Primaten droht kein Unheil, im Gegenteil: Er sei überglücklich, dass eine Basler Lösung für die Unterbringung der Affen gefunden wurde, sagte Zoo-Direktor Olivier Pagan.

Die Affen könnten so auch im Exil in Familienverbänden zusammenbleiben und vom vertrauten Zoo-Personal betreut werden. In einem der zahlreichen Novartis-Gebäude in Basel – der genaue Ort wird nicht genannt – mietet der Zoo ein ganzes Stockwerk an.

Hintergrund des Affen-Umzugs sind Bauarbeiten am Affenhaus im ältesten Schweizer Zoo. Es wird bis 2012 für rund 19 Millionen Euro erweitert und saniert. Die Zoo-Verantwortlichen wollen den Primaten im Exil mit noch mehr Beschäftigungsmöglichkeiten und Spielen Abwechslung verschaffen.

Affen-Familien bleiben zusammen

Die sieben Orang Utans des Zoos haben ihre Umzug schon hinter sich: Sie wurden Mitte Dezember nach Gelsenkirchen transportiert, wo sie für zwei Jahre eine neue Heimat gefunden haben.

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Der Zoo Basel hat in den vergangenen vier Jahren verschiedene Unterbringungsmöglichkeiten für die Zolli-Affen geprüft. Da eine Trennung für die Affen ein großer Stress gewesen wäre, kamen nur Räume in Frage, die genügend Platz für die ganzen Gorilla- und Schimpansenfamilien bieten. Im vorübergehenden Heim stehen nach dem Umbau durch den Zoo den beiden Menschenaffenarten je 150 Quadratmeter zur Verfügung – etwas mehr also als in den heutigen Anlagen.

Auch die Anforderungen an die Sicherheit und Infrastruktur des temporären Geheges waren hoch. Der Zoo hat sich für Räume entschieden, die früher zur Tierhaltung dienten. Sie bieten daher ideale Bedingungen wie Lüftung, Heizung, Reinigungsmöglichkeiten und Sicherheitsvorkehrungen. Dank einer großen Fensterfront haben die Tiere viel Tageslicht.

Tiere vermissen die Besucher

"Es war nicht ganz einfach, eine provisorische Unterbringung zu finden, die den Affen in etwa die gleichen Bedingungen bietet, die sie im Zoo vorfinden", erklärt Olivier Pagan, Direktor des Zoo Basel. "Wir mussten dabei auch Kompromisse eingehen. Die Tiere werden zum Beispiel die Besucher vermissen, die sie so gerne beobachten. Wir gleichen das mit einem noch reichhaltigeren Angebot an Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten aus." Holzwolle, Plastiktonnen, Hängematten und jede Menge Material zum Tüfteln sollen für Abwechslung im Alltag sorgen, auch ohne den gewohnten Besucherstrom.

Der Umzug der Gorillas und Schimpansen erfolgt im April, sobald der Zoo die Räume für die Bedürfnisse der Affen umgebaut hat. Das Zoopublikum muss in der Zwischenzeit nicht auf Affen verzichten. Im Frühsommer eröffnet der Zolli eine neue Anlage für die Javaneraffen und die Kattas ziehen auf die Insel bei den Geparden.

Bereits nach einem Jahr, nach Abschluss der ersten Bauetappe, kehren die Gorillas und Schimpansen zurück ins vertraute Affenhaus. 2012, ein weiteres Jahr später, eröffnet der Zolli die neue Erlebniswelt der Menschenaffen – mit einer großzügigen Außenanlage und viel Grünfläche. Die Tiere können dann in schwindelerregenden Höhen klettern, auf Futtersuche umherstreifen und Regen, Sonne, Wind und Schnee auf ihrem Fell spüren.

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Autor: dpa