Basketball

Die BG Ettenheim rechtfertigt ihre Wildcard

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Di, 12. Februar 2019 um 10:00 Uhr

Basketball

Die Basketballerinnen aus Ettenheim hinterlassen in der Oberliga Baden einen sehr guten Eindruck. Das war so nicht zu erwarten. Das hat einige Gründe.

Der Weg in die Oberliga Baden war kompliziert und von glücklichen Umständen begünstigt. Am Ende aber zeigte sich: Die Ettenheimer Basketballerinnen sind dort vollkommen angekommen. Und sie wollen bleiben. Die Aussichten dafür sind günstig.

Zwei Drittel der Runde sind rum, die Basketballgemeinschaft Ettenheim (BGE) findet sich mit 14 Punkten aus 14 Partien auf dem siebten Platz der Elfer-Liga. Eine sehr ordentliche Bilanz, die sich bei genauerem Hinsehen noch besser ausnimmt: "Wir sind mit deutlichem Abstand bester Aufsteiger", sagt Trainer Michael Reber nicht ohne Stolz. Die Teams aus Ettlingen und Eppelheim, ebefalls Neulinge im badischen Oberhaus, belegen die letzten beiden Ränge, mit jeweils nur einem Sieg. Sie sind auf dem besten Weg die Liga wieder zu verlassen.

Reber, der 36-jährige Kenzinger, wirkt seit vier Jahren als Frauen-Coach in Ettenheim. Mit dem Team hat er beim Bemühen um den Aufstieg indes eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle hinter sich. In der Landesliga Süd waren die Ettenheimerinnen in der vergangenen Saison eine Klasse für sich. Sie wurden nicht nur souverän Erster, sondern: "Wir haben", so Reber "unsere Spiele teils mit mehr als 30 Punkten Vorsprung gewonnen." Zuversichtlich nahm die BGE die Aufstiegsspiele gegen den TSV Ettlingen, Meister der Nordstaffel, ins Visier. Dort folgte die Ernüchterung in Form zweier "knapper und unglücklicher" Niederlagen. Es blieb noch die Relegation, die die BGE mit dem USC Freiburg III zusammenführte, der den drittletzten Platz der Oberliga baden belegt hatte. Doch auch hier zogen Rebers Schützlinge zweimal knapp den Kürzeren. Mit dem Verbleib in der Landesliga mussten sie sich gleichwohl nicht abfinden, denn der Verband winkte mit einer Wildcard. Da die SG Mannheim ihr Ensemble zurückgezogen hatte, wurde ein Platz frei. "Diese Einladung haben wir gerne angenommen", sagte Reber.

Nun hat das Team diese Wildcard gerechtfertigt – mit zum Teil ausgezeichneten Ergebnissen. Die Teams aus Durlach, der Kurpfalz und Schwetzingen, die die Plätze zwei bis vier belegen, haben alle schon gegen den Aufsteiger die Punkte liegen lassen. "Die Liga ist super ausgeglichen, jeder kann jeden schlagen", hat der Trainer beobachtet. "Wir gewinnen oder verlieren mit wenigen Punkten Abstand, wir halten auf jeden Fall gut mit."

"Wir sind immer

recht knapp besetzt."

Trainer Michael Reber
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die BGE Partien verlor, die eigentlich zu gewinnen waren. "Zwei blöde Niederlagen gegen Freiburg-Herdern" gehören dazu. Zuletzt am vergangenen Samstag das 65:68 in Freiburg. Dort allerdings hatten mit Lena Tillebein und Stefanie Haimerl zwei Stammkräfte gefehlt, was bei der ohnehin zahlenmäßig spärlich bestückten Mannschaft deutlich ins Gewicht fiel. "Wir sind immer recht knapp besetzt", so Reber. "Meist treten wir mit sieben oder acht Spielerinnen an." Gegen Herdern war die BGE zu Siebt. Zwölf Namen haben auf dem Spielberichtsbogen Platz.

Das Team hatte nach dem Aufstieg eine qualitative Steigerung erfahren. Drei neue Spielerinnen hatten sich in Ettenheim angemeldet. Carolin Czaikowski und Rebecca Vetter vom ETSV Offenburg sowie Lena Tilebein aus Lahr, die vor einer zweijährigen Pause in Baden-Baden auf Korbjagd gegangen war.

"Die überragende Leistungsträgerin" ist aber die Lahrerin Alina Schneider im BGE-Trikot. 21,5 Punkte erzielte sie bisher in dieser Runde im Durchschnitt pro Partie, was sie zur besten Scorerin der Liga macht. Sie ist eine Allzweckwaffe, wird sowohl auf dem Flügel als auch als Centre eingesetzt. "Sie sticht in der Offensive und in der Defensive heraus", sagt deren Trainer über die junge Frau, die einmal eine Saison lang im Nachwuchs des USC Freiburg Bundesligaluft schnuppern durfte. Gegen Herdern 30 zeichnete sie für 30 Punkte verantwortlich, zum Teamerfolg reichte dies indes nicht.

Bei realistischer Betrachtung und zwei festen Absteigern ist der direkten Abstieg für die BGE keine Thema mehr, aber die Relegation droht durchaus noch, insofern war es sehr ungeschickt. Reber bleibt gelassen: "Ziel zum Ende der Saison ist eine positive Bilanz, dann haben wir auch mit der Relegation nichts mehr zu tun."