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14. April 2016

Bedarf an rechtlicher Betreuung steigt

Der Betreuungsverein SKM unterstützt fast 300 Menschen im Kreis in ihrem Alltag.

  1. Geschäftsführer Andreas Haug (links) und Vorsitzender Peter Kiefer (rechts) ehrten Bernhard Schäffner, Herbert Handwerker und Erwin Hug (Mitte von links) für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit. Foto: R. Reissmann

ZELL IM WIESENTAL (eim). Nahezu 300 Menschen im Kreis werden derzeit durch Mitglieder des Betreuungsvereins SKM bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützt. Immerhin 240 dieser rechtlichen Betreuungen führen mehr als 170 ehrenamtliche Betreuer auf ehrenamtlich Basis aus; der überwiegende Teil davon, genau 139, betrifft fremde Personen, der Rest Familienangehörige. In der Hauptversammlung verwies Vorsitzender Peter Kiefer darauf, dass der Verein inzwischen einen höheren Zuschuss vom Kreis erhält, und zwar 55000 Euro. Weitere Mittel erhält er von der Diözese Freiburg, die restliche Unkosten decken die Einnahmen aus der beruflichen Betreuung.

Vergangenes Jahr widmete sich auch die regionale Politik dem Verein intensiver: So gab es Gespräche mit dem scheidenden Landesjustizminister Rainer Stickelberger (SPD), Kontakte zu den Landtagsabgeordneten Josha Frey (Grüne) und dem Ende des Monats aus dem Landtag ausscheidenden Ulrich Lusche (CDU). Der Bundestagsabgeordneter Armin Schuster (CDU) lud als Anerkennung vier Betreuerinnen und Betreuer ins politische Berlin ein, dieses Jahr folgen sechs weitere Ehrenamtliche. Als Würdigung für den Verein bewertete Kiefer auch die Auszeichnung des langjährigen Vorsitzenden Hellfried Hofmann mit dem Bundesverdienstkreuz im Herbst 2015.

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Geschäftsführer Andreas Haug wies in seinem Bericht auf die zunehmende Bedeutung der rechtliche Betreuungen hin. "Von der zuständigen Behörde wurden wir 104 mal angefragt, ob wir Betreuungen übernehmen könnten," erläuterte Haug. "Das war viel mehr, als unsere Kapazitäten erlauben, das zeigt aber auch wie notwendig diese Begleitung im Alltag ist." Rechtliche Betreuer übernehmen nach ihrer Ernennung durch das Betreuungsgericht verantwortliche Entscheidungsbefugnisse, unter andrem für die Aufenthaltsform und die finanziellen Belange. Nicht alle notwendigen rechtlichen Betreuungen können ehrenamtlich geführt werden, gelegentlich sind sie dermaßen kompliziert, dass Berufsbetreuer diese Aufgabe übernehmen müssen. Angesichts der Tendenz aber, dass immer mehr vorwiegend ältere Personen alleinstehend leben und Verwandte oftmals weit entfernt sind, werden zunehmend ehrenamtliche Betreuer benötigt.

Der Verein leistete im Vorjahr auch umfangreiche Informationsarbeit in der Öffentlichkeit. Neben regelmäßigen Treffs für die Anleitung der Betreuer gab es Veranstaltungen zu den Themen Vorsorgevollmacht und Erbschaft. Aktiv vertreten ist der Betreuungsverein SKM auch im Stadtseniorenrat Rheinfelden. Haug bedauerte, dass der Verein vom Amtsgericht bei der Verteilung von Strafgeldern an soziale Einrichtungen nur in geringem Maße berücksichtigt wurde. Zu Beginn der Versammlung hatte Vorsitzender Peter Kiefer darauf hingewiesen, dass ein Widerspruch, der gegen das Protokoll der vergangenen Hauptversammlung eingelegt worden war, vom Registergericht zurück gewiesen wurde.

Autor: eim