Bedeutungsvolle Landesligaspiele

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Fr, 05. Oktober 2018

Landesliga Staffel 3

FC Neustadt strebt gegen den Letzten SC Markdorf den zweiten Saisonsieg an / FC Löffingen mit anspruchsvoller Aufgabe.

FUSSBALL-LANDESLIGA. Im Training des Landesligisten FC Neustadt sind zu Wochenbeginn vier Feldspieler und ein Torwart erschienen. Braucht man dafür noch einen Trainer, der sich penibel auf die Übungseinheiten vorbereitet? Der sich den Kopf zerbricht, wie er die Mannschaft voranbringen kann? Was macht man mit so einer kleinen Gruppe belastbarer Spieler? "Wir haben 60 Minuten Passformen in verschiedenen Variationen gemacht und anschließend noch Torabschlüsse geübt", sagt Benjamin Gallmann, der Trainer des FC Neustadt.

FC Neustadt – SC Markdorf (Samstag, 16.30 Uhr). Gallmann beweist in diesen moralfressenden Zeiten wieder einmal herausragende Nehmerqualitäten: "Das ist natürlich alles andere als eine gute Vorbereitung auf das extrem wichtige Spiel gegen Markdorf", sagt er. Davonrennen kommt für ihn aber nicht in Frage. Der Gegner am Samstag ist Tabellenletzter und hat erst ein Spiel gewonnen. Sechs erzielte Tore sind ebenso schwächster Wert in der Liga wie 30 Gegentreffer. Da kommt eine Mannschaft, die die Blauen packen müssen, wenn sie von den Abstiegsplätzen wegkommen wollen. Das sieht auch Gallmann so: "Wenn wir da unten rauskommen wollen, müssen wir gegen so eine Mannschaft gewinnen." Die Gefährlichkeit solcher Spiele – Tabellenletzter mit 30 Gegentreffern hört sich nach Schießbude an – ist ihm jedoch bewusst: "Wir sind weit davon entfernt, irgendeinen Gegner auch nur ansatzweise zu unterschätzen."

Die personelle Situation ist das Dauerthema bei den Blauen. Gallmanns Hauptaufgabe im Hinblick auf das bedeutungsvolle Samstagsspiel wird darin bestehen, elf Spieler zusammenzubekommen. Die Ausfälle und schlechten Nachrichten reißen einfach nicht ab: Markus Tritschler ist nach der Ampelkarte in Singen gesperrt, Josip Katava hat sich einen Muskelfaserriss zugezogen und fällt aus. "Im schlimmsten Fall fallen zwei weitere Spieler aus und keiner kommt dazu", sagt Gallmann. Er hofft jedoch, dass der wegen einer Erkältung flach liegende Florian Heitzmann bis Samstag wieder auf die Beine kommt und Dominic D’Antino sich von beruflichen Verpflichtungen freimachen und ebenfalls am Samstag mitspielen kann. Mutmachend in diesen tristen Zeiten ist die Leistung, die die zwölf Neustädter Spieler beim 3:3 in Singen auf den Platz brachten. "Unser Ziel ist, daran anzuknüpfen. Wenn die Mannschaft die Leistung von Singen wiederholen kann, werden wir erfolgreich sein", sagt Gallmann überzeugt. Leidenschaft, Einsatz und Herz müssen die Blauen einbringen, dann kann er gelingen, der zweite Saisonsieg.

FV Walbertsweiler-Rengetsweiler – FC Löffingen (Samstag, 16 Uhr). Über den nächsten Gegner des FC Löffingen weiß Trainer Uli Bärmann nicht viel. Mit Steffen Erbe habe er in Schwenningen mal zusammen gespielt, die eine oder andere Information werde er sich bei Trainerkollegen noch besorgen. Der FC Neustadt hat am ersten Landesliga-Spieltag in der Fußballarena in Walbertsweiler gespielt (1:1), FCN-Trainer Gallmann hat den Gegner so in Erinnerung: "Das ist eine Mannschaft, die über die Physis kommt, robust in den Zweikämpfen ist, aber auch spielerisch einiges zu bieten hat und offensiv über schnelle Leute verfügt."

Für Bärmann ist die zentrale Frage nicht der Gegner, sondern "wie wir auftreten". Seine Mannschaft könne mit jedem Team in der Liga mithalten, wenn sie am Leistungsoptimum spiele. Das war zuletzt in zwei Spielen nicht der Fall. In puncto Konzentration, Präsenz und Handlungsschnelligkeit gab es Defizite. "Klar ist", sagt der Löffinger Trainer, "dass wir im Kollektiv zuletzt nicht unser bestes Niveau erreicht haben". Es gibt keine Patentlösung dafür, wie die Bestform zu erreichen ist, aber eines ist sicher: Erfolgserlebnisse sind ein wesentlicher Einfluss auf dem Weg dorthin, ohne die betörende Wirkung von Siegen geht in Mannschaftssportarten nichts. Bärmann, der in seiner aktiven Zeit alles in der zentralen Achse vom Torhüter bis zum Stoßstürmer gespielt hat, sagt vor der anspruchsvollen Aufgabe im Linzgau: "Wir wollen dort im Kollektiv eine ordentliche Leistung bringen und streben das Leistungsmaximum an." Der Vorsatz ist auf jeden Fall da.