Behelfsunterkunft in Merzhausen steht jetzt leer

Nikola Vogt

Von Nikola Vogt

Fr, 13. Juli 2018

Merzhausen

Einrichtung des Landkreises im Rahmen des Abbaukonzepts geräumt / Was mit Containern und der Fläche geschieht, ist bislang noch unklar.

MERZHAUSEN. Ziemlich genau zwei Jahre lang war sie bewohnt, nun ist sie geräumt: die Flüchtlingsunterkunft des Landkreises zwischen Merzhausen und Au. Hintergrund der Schließung ist das vom Land Baden-Württemberg vorgegebene Abbaukonzept. Offen ist derzeit, was sowohl mit den Containern als auch auf dem Grundstück geschehen soll.

2015 hatte das Landratsamt die Merzhauser Verwaltung wie die aller Landkreisgemeinden mit 5000 und mehr Einwohnern aufgefordert, geeignete Grundstücke für solch eine Behelfsunterkunft zu nennen. Entschieden wurde sich letztlich für die Wiese zwischen Merzhausen und Au auf Merzhauser Gemarkung. Der Landkreis pachtete das Grundstück von der Gemeinde. Nach einigen Verzögerungen zogen im Juni 2016 die ersten Flüchtlinge in die geschaffene Containersiedlung mit Platz für 150 Menschen ein.

Nun, da deutlich weniger Asylbewerber kommen, werden bei Weitem nicht mehr alle Plätze in den Behelfsunterkünften des Landkreises benötigt. Zum einen reagierte der Kreis bereits 2017 darauf, indem er einzelnen Flüchtlingen mehr Platz einräumte. Zum anderen muss er Unterkünfte abbauen.

65 Bewohner der Unterkunft in Merzhausen mussten wegen eines Wassereinbruchs bereits vergangenen Mai umziehen. Die restlichen verließen die Unterkunft Ende Juni. "Die Geflüchteten wurden auf die bestehenden Unterkunftsstandorte im Landkreis verteilt, zum Beispiel nach Ehrenkirchen, im Rahmen der Anschlussunterbringung in die kreisangehörigen Gemeinden ausgeleitet oder sie haben eigenständig privaten Wohnraum gefunden", erklärt Matthias Fetterer, Pressesprecher des Landratsamts.

Der Pachtvertrag zwischen Landkreis und Gemeinde läuft laut Fetterer bis Ende November dieses Jahres. "In Bezug auf die weitere Verwendung der Container kann derzeit noch keine Aussage gemacht werden", sagt er. Es liefen Gespräche mit der Gemeinde Merzhausen über einen eventuellen gemeindlichen oder interkommunalen Bedarf. "Die Gespräche befinden sich noch in der Phase der Meinungsbildung. Parallel werden die Container auf dem Markt zum Verkauf angeboten", so Fetterer.

Auch Bürgermeister Christian Ante sagt, dass noch nicht klar sei, ob die Gemeinde die Container übernehmen wolle und wenn ja, für welchen Zweck. Auch über die künftige Nutzung der Fläche – die zuvor grüne Wiese war – habe es bisher keinen öffentlichen Diskurs gegeben. "Aus unserer Sicht ist das ein sensibler Bereich", so der Bürgermeister. Er liegt als grüner Bereich an der Gemarkungsgrenze zwischen Merzhausen und Au und diese städtebauliche Zäsur wolle man erhalten, statt einen "Siedlungsbandwurm" zu schaffen. Die Sportnutzung durch den benachbarten VfR Merzhausen mache eine Wohnnutzung der Fläche ohnehin schwierig. "Dort wird nichts Dauerhaftes entstehen, so viel steht fest", sagt Ante.