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11. Dezember 2015

Martin Fleig beweist beim Weltcup eine ruhige Hand am Schießstand

Der Freiburger Martin Fleig überzeugt mit drei Podestplätzen zum Weltcupauftakt.

  1. Starke Leistung: Martin Fleig (rechts) traf trotz verkleinerten Scheibendurchmessers bei 50 Versuchen 48-mal ins Schwarze. Foto: Percival

BEHINDERTENSPORT (BZ). Viermal Bronze und zweimal Silber – das ist die positive Bilanz der deutschen Biathleten mit Behinderung beim Saisonauftakt im Weltcup des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC). Im russischen Tyumen trumpften vor allem zwei Athleten auf: Martin Fleig (Ring der Körperbehinderten Freiburg) und Clara Klug (PSV München) teilten die Medaillen untereinander auf.

Zweimal Silber und einmal Bronze gab es in drei Biathlonrennen für den aus Gundelfingen stammenden Fleig, der sich bei den Männern sitzend jeweils nur zwei Athleten des herausragenden russischen Gastgebers geschlagen geben musste. Grigory Murygin holte zweimal Gold und einmal Silber, Roman Petushkov einmal Gold. Fleig, dem der deutsche Bundestrainer Ralf Rombach aus Freiburg "tolle Leistungen" attestierte, zeigte sich dementsprechend glücklich über seine Resultate. "Ich bin ein wenig überrascht, dass es hier so gut lief", sagte der 26-Jährige. Denn die Vorbereitung war im Schwarzwald von den wenig winterlichen Witterungsbedingungen erschwert gewesen. In Sachen Schneekilometer im Training sei ihnen die Konkurrenz deutlich voraus gewesen.

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Eine Stärke von Fleig waren die guten Resultate am Schießstand. Fleig traf bei 50 Versuchen 48-mal ins Schwarze, ebenso wie Clara Klug bei den Frauen mit Sehbehinderung. Dabei hatte das IPC zur neuen Saison den Durchmesser der Schießscheiben signifikant verringert. Die 21-jährige Klug, bislang noch ohne Podiumsplatz im Weltcup, fuhr mit ihrem Guide Martin Härtl (SK Nesselwang) dreimal hintereinander zu Bronze. Der nächste Weltcup ist für sie ein Heimspiel: Vom 21. bis 28. Februar ist die Weltspitze zu Gast in Finsterau im Bayerischen Wald.

Vivian Hösch (Ring der Körperbehinderten Freiburg) nutzte die Weltcupwoche in Westsibirien mit ihrem Guide Florian Schillinger (SV Baiersbronn) zum Training unter Wettkampfbedingungen. Nach krankheitsbedingter, zweimonatiger Zwangspause im Herbst waren ihr fehlende Kraft und Ausdauer anzumerken. Immerhin: im Biathlon-Sprint über sechs Kilometer kam sie auf Platz vier.

Ihr Vereinskollege Nico Messinger, der an diesem Freitag seinen 21. Geburtstag feiert, holte mit Platz sieben über die Biathlon-Langdistanz (15 Kilometer) sein bestes Resultat. "Am Schießstand passt zurzeit alles. An meiner Laufleistung muss ich noch arbeiten", sagte er. Als Guide stand ihm der deutsche Nachwuchsbundestrainer Michael Huhn (SV Kirchzarten) zur Seite. Messingers eigentlicher Begleitläufer Philip Burchartz (SC Langenordnach) fällt wegen eines Bruchs des Handgelenks aus. Bundestrainer Rombach bewertete die Bilanz seiner Schützlinge nicht nur aufgrund der sechs errungenen Medaillen durchweg positiv. Die Reise nach Sibirien habe sich gelohnt.

Autor: bz