Podestplatzsammler

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 09. Dezember 2016

Behindertensport

Die Nordischen Skisportler mit Behinderung starten am Wochenende in die Weltcupsaison.

SKI NORDISCH (BZ). Im finnischen Wintersportort Vuokatti starten die Sportler mit Behinderung am heutigen Freitag in die ersten Rennen der neuen Weltcup-Saison im Langlauf und Biathlon. Das Nordic Paraski Team Deutschland ist bei den Wettkämpfen des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) mit acht Athleten, darunter vier Vertretern aus der Region Freiburg, am Start. Ihr großes Ziel: Selbstvertrauen zu tanken für den Höhepunkt des Winters, die Weltmeisterschaft im eigenen Land Mitte Februar 2017.

Zu den Medaillenanwärtern dürfte bei der WM vom 11. bis 19. Februar in Finsterau/Bayerischer Wald ziemlich sicher Martin Fleig vom Ring der Körperbehinderten (RdK) Freiburg gehören. 2015/ 2016 sammelte der 27-Jährige fleißig Podiumsplätze, im Biathlon-Gesamtweltcup landete er auf Rang zwei. "Seine Entwicklung ist gewaltig", sagt der Bundestrainer Ralf Rombach aus Freiburg. In Abwesenheit des russischen Verbands, der wegen Vergehen gegen Anti-Doping-Codes noch nicht startberechtigt ist, gehört Fleig in Vuokatti zu den Siegkandidaten. "Ich habe meine Hausaufgaben im Sommer gemacht", sagt der Gundelfinger.

Seine Zuversicht teilen die meisten Deutschen. Die Vorbereitung lief gut, auch wenn die Konkurrenz traditionell mehr Schneekilometer sammeln konnte. Mit einer Mischung aus Ge- und Entspanntheit reist Vivian Hösch nach Finnland. Die 25-Jährige vom RdK Freiburg zeigt sich nach einer Ernährungsumstellung in vielversprechender Form. "Vivian hat im Ausdauerbereich sehr gut gearbeitet", lobt Ralf Rombach die Sportlerin, die mit Begleitläufer Florian Schillinger (SV Baiersbronn) an die Erfolge der vergangenen Saison (Dritte im Gesamtweltcup beim Biathlon) anknüpfen will.

Weiter nach oben soll es auch für Nico Messinger (Ring der Körperbehinderten Freiburg) gehen. Im Sondertrainingslager in Norwegen schrubbte der 21-Jährige fleißig Kilometer auf Schnee. "Die Bedingungen waren traumhaft", sagt er. Für Messinger bietet sich in Vuokatti die Chance, sich ohne die russische Konkurrenz an die vorderen Plätze heranzuschieben. Begleitet wird er in Finnland von Lutz Klausmann (SV St. Georgen).

Ebenfalls in Norwegen mit dabei waren Marco Maier (16, SK Nesselwang) und Steffen Lehmker (27, SV Kirchzarten) aus dem Nachwuchsbereich des Teams. Für die beiden Steher gilt es, weitere Erfahrungen im Weltcupzirkus zu sammeln. Der aus Bad Bevensen in Niedersachsen stammende Lehmker arbeitete vor seiner erst zweiten Saison vor allem im technischen Bereich, der Allgäuer Maier gilt als große Hoffnung für die Zukunft.

Beim Weltcup im vergangenen Februar gab es in Finsterau einen Vorgeschmack auf das, was die Athleten im Skistadion der Gemeinde Mauth erwartet. Das bevorstehende Heimspiel elektrisiert die Deutschen schon jetzt. "Auf diese WM", sagt Anja Wicker, "ist alles ausgerichtet."