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23. April 2016 00:00 Uhr

Freiburg

Was kann das neue Laufband des Olympiastützpunkts?

Medaillenjagd auf laufendem Band: Am Freitag hat der Olympiastützpunkt in Freiburg ein supermodernes Trainings- und Diagnoselaufband präsentiert. Was hat es damit auf sich?

  1. Martin Fleig (rechts) in Aktion, beobachtet von DBS-Chef Julius Beucher (links) und Erwin Grom, dem Präsidenten des Badischen Behindertensportverbandes Foto: seeger

Noch ist das Ungetüm im Keller des Olympiastützpunktes (OSP) versteckt. Bis Mitte 2017 soll das neuentwickelte, überdimensionierte Laufband aber "den Weg ans Licht der Sonne" finden, wie es Julius Beucher, der Präsident des Deutschen Behinderten-Sportverbandes (DBS) bei seinem Besuch in Freiburg am Freitag ausgedrückt hat. Die Universität Freiburg wird auf dem Gelände der Sport-Uni an der Schwarzwaldstraße ein neues Funktionsgebäude errichten, in dem auch das Laufband (3 auf 5 Meter) seinen Platz finden wird. Sportler aller Couleur, ob behindert oder nicht, sollen sich dann darauf nach neusten wissenschaftlichen Methoden in Form bringen können. Am Freitag wurde das Trainings- und Diagnoselaufband der Öffentlichkeit vorgestellt.

Aufgrund der erfolgreichen Konzentration von Kaderathleten des DBS am Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald erfolgte im Jahr 2011 die Anerkennung des Standortes auch als paraolympischer Trainingsstützpunkt. 22 Sportler und Sportlerinnen mit Handicap werden derzeit in Freiburg betreut, die meisten davon aus den Bereichen Radsport und Ski nordisch. Etwa 230 Sportler und Sportlerinnen aus dem olympischen Bereich kommen zudem in den Genuss der Betreuung durch den Olympiastützpunkt. Neben den bereits genannten Disziplinen vor allem Ringer.

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Die Initiative für die Installation ging von DBS aus. Das Projekt ist eingebettet in eine Gesamtkonzeption zur sportlichen Förderung von Menschen mit Behinderung – insbesondere im Hinblick auf den Nordischen Skisport. Dementsprechend waren am Freitag die Demonstranten gewählt: Vivian Hösch aus Freiburg, die im sich Langlauf und im Biathlon in der vergangenen Saison unter den Top-Drei im Weltcup geschoben hat, sowie der ebenfalls aus Freiburg stammende Martin Fleig, der im Langlaufschlitten ebenso erfolgreich war. Beide waren voll des Lobes über die Anschaffung, die ihnen "neue Perspektiven in der Trainingsarbeit" eröffne. Ganz anders als das Rollerskaten auf Asphalt sei es, sagte die erblindete Vivian Hösch und fügte an: "In Sachen Geschwindigkeit können wir jetzt an unsere Grenzen gehen."

Keine Frage, es herrschte gute Stimmung in der olympischen Stube des Freiburger Sports. OSP-Leiter Hans-Ulrich Wiedmann und der Präsident des Badischen-Sportbundes Freiburg, Gundolf Fleischer, zeigten sich hocherfreut über die Möglichkeiten, die sich den Sportlern nunmehr am OSP erschließen. Walter Rapp, ein am OSP arbeitender Trainingswissenschaftler, nannte das Laufband gar einen Meilenstein.

An entsprechender Nachfrage mangelt es dann auch nicht. Stammgast sind auch schon Mountainbiker, die bei Olympia in Rio nach vorderen Plätzen schielen. Ob Manuel Fumic und Moritz Mielatz oder Helen Grobert und Adelheid Morath, alle nutzen das Band intensiv. Grund: Das Profil der Olympiastrecke in Rio kann mittels GPS originalgetreu nachgestellt werden.

Ähnliches gibt es bundesweit nur noch in Oberhof und Ruhpolding. Mit der rund 180 000 Euro teuren und von Bund und Land in etwa kostenteilig finanzierten Anlage könne der Standort Freiburg seinen Stellenwert unter den Olympiastützpunkten festigen, hofft Fleischer.

Autor: Michael Dörfler