Bei der Aktion Weihnachtswunsch spenden BZ-Leser mehr als 360.000 Euro

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Sa, 13. Januar 2018

Freiburg

Danke für die Unterstützung

FREIBURG. Als Erstes: Vielen, vielen Dank an alle, die mitgemacht haben! Es gab wieder einen neuen Rekord bei der BZ-Aktion Weihnachtswunsch: Die BZ-Leserinnen und -Leser haben dieses Mal 363 577,27 Euro gespendet. Das sind 12 000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Damit wurden sowohl ausgewählte soziale Projekte als auch 3562 Einzelne und Familien unterstützt, die in Armut leben.

Brillen, Zahnersatz, Waschmaschinen, Kühlschränke: Das waren wieder, genau wie in den Vorjahren, besonders häufige Wünsche der Menschen, die bei der Aktion Weihnachtswunsch um Unterstützung gebeten haben. Denn es geht schon lange nicht mehr um die Ursprungsidee der Aktion Weihnachtswunsch, die finanziell benachteiligten Menschen einmal im Jahr besondere Wünsche erfüllen wollte. Im Zentrum stehen stattdessen mittlerweile nur noch dringende Anschaffungen, die sich viele, die jahre- oder jahrzehntelang mit Arbeitslosengeld II, Grundsicherung, kleiner Rente oder dem Mindestlohn leben müssen, schlicht nicht leisten können. In einigen besonders zugespitzten Fällen konnte die Aktion Weihnachtswunsch solche Anschaffungen komplett übernehmen. Meistens sind leider aber nur kleine Zuschüsse möglich. Die in der Regel bei 50 Euro pro Person liegen, dazu kommen in Familien für jedes Mitglied weitere 30 Euro.

Bettina Mühlen-Haas hört nach 15 Mal nun auf

Die schwierige Aufgabe, über die Anträge zu entscheiden und das Geld zu verteilen, liegt Jahr für Jahr beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), das seit den Anfängen der Aktion Weihnachtswunsch mit der BZ kooperiert. Noch bis Ende Januar werden Bettina Mühlen-Haas und ihr Kollege Wolfgang Obhof mit den restlichen Arbeiten dazu beschäftigt sein. Für die 61 Jahre alte Diplom-Pädagogin Bettina Mühlen-Haas ist es zugleich das Ende einer Ära: Es ist ihre letzte Aktion Weihnachtswunsch. 15 Mal war sie in den vergangenen Jahren mit dabei. Für sie waren die Aktion-Weihnachtswunsch-Wochen, die mit den ersten Vorbereitungen bereits Mitte November starten, stets eine sehr intensive Zeit: "Es war immer eine heftige Konfrontation mit der sonst nicht immer so sichtbaren Armut, mit viel Verzweiflung, Leid und Schmerz", sagt sie. Doch sie betont, dass sie dabei auch viele Menschen kennenlernte, die "sehr tapfer mit ihrem Schicksal umgehen". Das sei bewundernswert. Außerdem fand sie es immer wieder neu erfreulich, die Not zumindest ein bisschen dank der Spenden lindern zu können. Es sei jedes Mal "ein Arbeitsrausch" gewesen, "anstrengend, aber auch befriedigend".

Dass die Arbeit immer mehr wurde, lag vor allem an der wachsenden Zahl der Anträge. Vor zwei Jahren waren es 3648, im Vorjahr waren sie auf einen Höchststand von rund 4500 geklettert. Diesmal waren es rund 4200, von denen aber nur 3562 Anträge bewilligt wurden. Außerdem wurden wieder soziale Projekte unterstützt, diesmal 19, die insgesamt 43 449 Euro bekamen (die BZ berichtete). Und auch andere soziale Einrichtungen, die zum Beispiel jedes Jahr Weihnachtsfeiern für Kinder in Flüchtlingsunterkünften organisieren, bekamen kleine Beiträge.