Überblick

Bei Ferienjobs muss der Jugendarbeitsschutz beachtet werden

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 10. August 2018 um 10:31 Uhr

Beruf & Karriere

Mindestalter, Akkordarbeit, Ruhepausen, Schutzausrüstung: Wenn junge Menschen in den Ferien Jobs annehmen, gilt für sie das Jugendarbeitsschutzgesetz. Welche Regeln zu beachten sind, erklärt das Landratsamt Ortenaukreis.

In der Ferienzeit vergeben Betriebe gerne Ferienjobs an Jugendliche, um die urlaubsbedingten Personalengpässe abzufedern. Gleichzeitig nutzen viele Jugendliche gerne diese Zeit, um sich ihr Taschengeld aufzubessern und erste Erfahrungen in der Arbeitswelt zu machen. "Eine Win-Win-Situation, wenn alle Regeln des Jugendarbeitsschutzes eingehalten werden", so Julia Morelle, Leiterin des Amtes für Gewerbeaufsicht, Immissionsschutz und Abfallrecht im Landratsamt Ortenaukreis. Sie erklärt die wichtigsten Regeln des Jugendarbeitsschutzgesetzes:
  • Für Kinder unter 15 Jahren gilt ein generelles Beschäftigungsverbot, von dem es für Kinder unter 13 Jahren keine Ausnahmen gibt. Kinder zwischen 13 und 15 Jahren können dagegen in den Schulferien mit Einwilligung der Eltern bis zu zwei Stunden täglich, in landwirtschaftlichen Familienbetrieben nicht mehr als drei Stunden täglich, tagsüber zwischen 8 und 18 Uhr mit leichten Tätigkeiten beschäftigt werden. Weder das Bedienen in der Sommergastronomie noch die Arbeit in Gärtnereien zählen zu leichten Tätigkeiten. Da die Beurteilung schwierig ist, sollten Betriebe oder Eltern beim Amt für Gewerbeaufsicht nachfragen, wie die angestrebte Tätigkeit gewertet werden kann.
  • Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren, die noch der Vollzeitschulpflicht (neun Schuljahre) unterliegen, dürfen während der Schulferien beschäftigt werden, höchstens aber vier Wochen im Kalenderjahr. Sie können in dieser Zeit einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen.
  • Jugendliche, die nicht mehr der Vollzeitschulpflicht unterliegen, sind in der Dauer ihres Ferienjobs nicht beschränkt.
Für alle Jugendlichen gelten unter anderem folgende rechtlichen Vorgaben:
  • Akkordarbeit sowie sonstige Arbeiten, bei denen ein höheres Entgelt durch gesteigertes Arbeitstempo erzielt werden kann, sind für Jugendliche unzulässig. Ebenso unzulässig sind gefährliche Arbeiten, also mit Unfallgefahren, die aufgrund mangelnden Sicherheitsbewusstseins oder mangelnder Erfahrung von den Jugendlichen nicht abgeschätzt werden können, Arbeiten mit außergewöhnlicher Einwirkung von Hitze, Kälte oder Nässe, Arbeiten, die die physische oder psychische Leistungsfähigkeit übersteigen oder auch solche, bei denen die Jugendlichen sittlichen Gefahren ausgesetzt sind. Auch der Umgang mit Gefahrstoffen ist für Jugendliche mit erheblichen Beschäftigungsbeschränkungen versehen. Darüber hinaus ist Nachtarbeit grundsätzlich verboten.
  • Nach Beendigung ihrer täglichen Arbeitszeit dürfen Jugendliche erst nach einer ununterbrochenen Freizeit von mindestens zwölf Stunden wieder beschäftigt werden. Spätestens nach viereinhalb Stunden ist eine Ruhepause von 30 Minuten erforderlich. Beträgt die tägliche Arbeitszeit mehr als sechs Stunden, muss die Ruhezeit 60 Minuten betragen.
  • Vor Beginn der Beschäftigung muss jeder Mitarbeiter und damit auch jeder Jugendliche über die an seinem Arbeitsplatz vorhandenen Gefahren unterwiesen werden. Die Unterweisung ist vom Arbeitgeber zu dokumentieren und zu bestätigen. Schutzausrüstung muss gestellt werden.

Info

In Zweifelsfällen gibt es beim Landratsamt Auskunft unter Tel. 0781 805 9841.